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OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

Solofol

BVL Zul.-Nr. 008370-00

Solofol ist ein hochwirksames, protektiv wirkendes Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) im Weinbau. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Löslichkeit und eine sehr gute Haftung auf den grünen Pflanzenteilen der Kultur aus. Der bewährte Wirkstoff Folpet bietet Weinbaubetrieben eine verlässliche Basis für den vorbeugenden Rebschutz, insbesondere in Phasen mit hohem Infektionsdruck.

Durch seine ausgeprägte Kontaktwirkung schützt Solofol die behandelten Blätter und Gescheine vor dem Keimen der Pilzsporen. Es bildet einen stabilen Spritzbelag, der auch bei wechselhaften Witterungsbedingungen eine hohe Regenbeständigkeit aufweist. Dies macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein in modernen Spritzfolgen, um die Vitalität der Reben und die Qualität des Ernteguts nachhaltig zu sichern.

Wirkstoffe

Folpet
800 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Solofol enthaltene Wirkstoff Folpet gehört zur chemischen Gruppe der Phthalimide und ist im FRAC-Code unter der Gruppe M04 (Multi-Site-Inhibitoren) klassifiziert. Folpet greift an verschiedenen Stellen im Stoffwechsel des Schaderregers an. Es reagiert unspezifisch mit den Thiolgruppen von Proteinen und Enzymen im Pilz, was zu einer Störung der Zellatmung, der Zellteilung und der Membranpermeabilität führt. Da dieser biochemische Mechanismus an mehreren Orten gleichzeitig ansetzt, wird das Keimen der Sporen von Plasmopara viticola effektiv unterbunden, noch bevor der Pilz in das Pflanzengewebe eindringen kann. Diese Multi-Site-Aktivität macht den Wirkstoff zu einem extrem robusten Werkzeug, bei dem die Entwicklung von Resistenzen im Vergleich zu monosite-spezifischen Fungiziden praktisch ausgeschlossen ist.

Resistenzmanagement

Aufgrund seines Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC M04) ist Solofol ein idealer Partner für das Resistenzmanagement im Weinbau. Es wird dringend empfohlen, Solofol als Mischungspartner oder im Blockwechsel mit systemischen oder lokosystemischen Fungiziden einzusetzen, die ein höheres Resistenzrisiko aufweisen. Durch diese Kombination wird der Selektionsdruck auf die spezifischen Wirkstoffklassen drastisch reduziert, wodurch deren Wirksamkeit langfristig für die Praxis erhalten bleibt.

Mischbarkeit & Tankmischung

Solofol ist im Allgemeinen sehr gut mit gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern im Weinbau mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen sollte stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge geachtet werden, um eine lückenlose Benetzung der Kultur zu gewährleisten. Es wird empfohlen, Solofol als erste Komponente im fast vollständig gefüllten Spritztank unter ständigem Rühren vollständig aufzulösen, bevor weitere Mischungspartner hinzugefügt werden. Von Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder Ölen sollte abgesehen werden, um Phytotoxizität und Ausfällungen zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Solofol ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe, strikt einzuhalten. Da der Wirkstoff Folpet als giftig für Wasserorganismen eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die entsprechenden Abdriftminderungsklassen genau beachtet werden. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Unkräutern in den Fahrgassen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)0.4 KILOGRAM_PER_HECTARE70T
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)0.4 KILOGRAM_PER_HECTARE28T
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)0.4 KILOGRAM_PER_HECTARE28T
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)0.4 KILOGRAM_PER_HECTARE70T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Solofol gegen Falschen Mehltau?

Der Einsatz sollte strikt vorbeugend (protektiv) erfolgen, bevor die ersten Infektionsbedingungen für Plasmopara viticola eintreffen. Typischerweise startet die Anwendung in den sensiblen BBCH-Stadien vor der Blüte und wird bei anhaltendem Infektionsdruck bis in die späte Phase der Traubenentwicklung fortgesetzt, wobei die gesetzlichen Wartezeiten stets einzuhalten sind.

Warum ist Folpet als Multi-Site-Fungizid so wichtig für den Weinbau?

Da viele moderne, systemische Fungizide nur an einem einzigen Ort im Pilz angreifen (Single-Site), entwickeln Schaderreger schnell Resistenzen. Folpet blockiert als Multi-Site-Wirkstoff zeitgleich mehrere Stoffwechselprozesse. Dies verhindert nicht nur die Resistenzbildung gegen Folpet selbst, sondern schützt auch den systemischen Mischungspartner vor Wirkungsverlusten.

Wie verhält sich Solofol bei Niederschlägen nach der Applikation?

Solofol verfügt nach dem Antrocknen des Spritzbelags über eine hervorragende Regenbeständigkeit. Der Wirkstoff haftet fest an der Wachsschicht der Blätter und Beeren. Bei extremen, langanhaltenden Niederschlägen oder starkem Neuzuwachs der Rebe muss der Schutzbelag jedoch im Rahmen der zulässigen Spritzabstände erneuert werden.

Kann Solofol auch bei hohen Temperaturen im Sommer gespritzt werden?

Ja, Solofol zeichnet sich durch eine sehr gute Kulturverträglichkeit aus. Dennoch sollten Applikationen bei extremer Hitze (über 25 °C) und praller Mittagssonne vermieden werden, um das Risiko von Verbrennungen durch den Lupeneffekt der Wassertropfen zu minimieren. Die frühen Morgen- oder späten Abendstunden sind für die Behandlung ideal.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für den Weinbau?

Nutzen Sie die Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Sie können gezielt nach der Kultur „Weinrebe“ (VITVI) und dem Schaderreger „Falscher Mehltau“ filtern, um alle in Deutschland registrierten Produkte sowie deren Wirkstoffe und Anwendungsbestimmungen übersichtlich zu vergleichen.