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Sonstige · Syngenta Agro GmbH

Spandis

BVL Zul.-Nr. 008323-60

Spandis ist ein leistungsstarkes Herbizid von Syngenta Agro GmbH, das speziell für den Einsatz in Mais (Zea mays) entwickelt wurde. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine hocheffektive Lösung zur Bekämpfung von unerwünschten Begleitfloren im frühen bis mittleren Nachauflauf der Kultur.

Das Wirkungsspektrum von Spandis umfasst einjährige zweikeimblättrige Unkräuter sowie wichtige Ungräser wie das Einjährige Rispengras. Durch die Kombination von drei starken Wirkstoffen deckt das Produkt ein breites Spektrum ab und sorgt für saubere Maisbestände in der kritischen Jugendentwicklung, was die Ertragsbildung der Kultur maßgeblich sichert.

Wirkstoffe

Dicamba
400 g/kg · Wirkstoff
Nicosulfuron
100 g/kg · Wirkstoff
Prosulfuron
40 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirkung von Spandis basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkungsmechanismen. Nicosulfuron und Prosulfuron gehören zur HRAC-Gruppe 2 (ALS-Inhibitoren). Sie hemmen das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Biosynthese der essenziellen verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin unerlässlich ist. Dies führt zu einem schnellen Wachstumsstopp der sensitiven Schaderreger. Ergänzt werden diese durch Dicamba, einen Wirkstoff aus der HRAC-Gruppe 4 (synthetische Auxine). Dicamba imitiert das pflanzliche Wuchshormon Auxin (Indol-3-essigsäure) und stört das hormonelle Gleichgewicht der Unkräuter empfindlich. Dies führt zu unkontrolliertem, deformiertem Wachstum und schließlich zum Absterben der betroffenen zweikeimblättrigen Schaderreger. Die Kombination sorgt für eine schnelle Blattwirkung und eine nachhaltige Systemik.

Resistenzmanagement

Zur Vermeidung von Resistenzbildungen, insbesondere bei weit verbreiteten Unkräutern und Ungräsern gegen ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2), nutzt Spandis bereits den integrierten Wirkstoffwechsel mit Dicamba (HRAC-Gruppe 4). Dennoch solltest du dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer weiten Fruchtfolge einsetzen und im Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen anwenden. Achte darauf, die empfohlenen Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um die Selektion widerstandsfähiger Biotypen im Feld konsequent zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Spandis zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit gängigen Maisherbiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei Mischungen mit sulfonylharnstoff-empfindlichen Partnern oder spezifischen Netzmitteln solltest du vorab stets eine Verträglichkeitsprobe (Mischbecher-Test) durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität (idealerweise weiches bis mittleres Wasser) und vermeide Tankmischungen bei extremen Temperaturen oder wenn die Kultur unter Stress (z. B. durch Trockenheit oder Frost) steht. Die Zugabe von geeigneten Additiven kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme unter trockenen Bedingungen optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Spandis ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Detail vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und Nützlingen generell auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten. Verlege die Behandlung bevorzugt in die Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um Einträge in Oberflächengewässer und bodenlebende Organismen zu vermeiden, sind die allgemeinen Abdriftminderungsmaßnahmen und Abstandsregelungen strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras12–180.4 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Spandis im Mais?

Der beste Behandlungszeitraum liegt im Nachauflauf der Kultur zwischen den BBCH-Stadien 12 und 18 (2- bis 8-Blattstadium des Maises). Zu diesem Zeitpunkt sollten sich die Zielunkräuter und das Einjährige Rispengras im aktiven Wachstum und idealerweise im frühen Keimblatt- bis Laubblattstadium befinden, um die maximale Wirkstoffaufnahme zu gewährleisten.

Wie reagieren die Unkräuter nach der Behandlung mit Spandis?

Bereits kurz nach der Anwendung stoppt das Wachstum der sensitiven Schaderreger. Innerhalb weniger Tage zeigen sich typische Symptome wie Verfärbungen (Chlorosen), Deformationen an den Triebspitzen und schließlich das vollständige Absterben (Nekrosen) der Unkräuter. Der gesamte Absterbeprozess kann je nach Witterung ein bis drei Wochen dauern.

Was musst du bei extremen Witterungsbedingungen beachten?

Vermeide die Anwendung von Spandis bei starker Hitze (über 25 °C) oder intensiver Sonneneinstrahlung, da dies zu Kulturunverträglichkeiten führen kann. Auch bei drohendem Nachtfrost oder wenn der Mais durch anhaltende Trockenheit oder Staunässe gestresst ist, solltest du die Behandlung verschieben, bis sich die Kultur erholt hat.

Kann ich Spandis mit anderen Herbiziden kombinieren?

Ja, Spandis lässt sich gut mit anderen Nachauflaufherbiziden kombinieren, um beispielsweise das Wirkungsspektrum gegen spät auflaufende Unkräuter oder Wurzelunkräuter zu erweitern. Achte bei Tankmischungen jedoch immer darauf, die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner genau zu befolgen und vorab die physikalische Mischbarkeit zu prüfen.

Welche Rolle spielen die verschiedenen Wirkstoffklassen in Spandis für dein Resistenzmanagement?

Spandis kombiniert ALS-Inhibitoren (HRAC 2) mit einem synthetischen Auxin (HRAC 4). Diese Kombination greift die Schaderreger an unterschiedlichen physiologischen Stellen an. Dadurch wird das Risiko, dass Unkräuter eine Resistenz gegen eine der Wirkstoffgruppen entwickeln, deutlich minimiert. Es ist ein wichtiger Baustein für dein nachhaltiges Feldhygiene-Konzept.

Wie finde ich weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen auf der Plattform?

Du kannst ganz einfach über die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Mais) oder dem gewünschten Schaderreger filtern. Dort werden dir alle in Deutschland (BVL) registrierten Produkte übersichtlich mit ihren Anwendungsbestimmungen angezeigt.