Sporax
Sporax ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Phytophthora infestans (Kraut- und Knollenfäule) in der Kultur Kartoffel. Mit dem bewährten Wirkstoff Propamocarb (722 g/l), formuliert als lösliches Konzentrat (SL), bietet das Präparat von GLOBACHEM NV einen zuverlässigen Schutz in Phasen des intensiven Krautwachstums. Es ist unter der BVL-Zulassungsnummer 00A808-00 in Deutschland registriert.
Durch die ausgeprägte systemische Wirkung wird der Wirkstoff rasch von den grünen Pflanzenteilen aufgenommen und akropetal in der Kultur verteilt. Dies gewährleistet, dass auch der Neuzuwachs kurz nach der Behandlung effektiv vor einer Infektion geschützt ist. Sporax eignet sich daher hervorragend für den Einbau in vorbeugende Spritzfolgen bei hohem Infektionsdruck.
Das Pflanzenschutzmittel sichert sowohl den Ertrag als auch die Qualität von Speise-, Veredelungs- und Pflanzkartoffeln. Dank des breiten Anwendungsfensters vom frühen Laubblattentwicklungsstadium bis zum Beginn der Abreife lässt sich die Behandlung optimal an die jeweilige Witterung und das Infektionsrisiko anpassen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Propamocarb gehört zur chemischen Gruppe der Carbamate und ist in die FRAC-Gruppe 28 (F4) eingestuft. Die biochemische Wirkungsweise basiert auf der Störung der Synthese von Phospholipiden und Fettsäuren, was zu einer Beeinträchtigung der Permeabilität der Zellmembranen des Schaderregers führt. Dadurch werden das Myzelwachstum sowie die Sporenbildung und -keimung von Phytophthora infestans effektiv gehemmt. Da dieser Wirkungsmechanismus sich grundlegend von dem anderer Fungizidklassen (wie z. B. CAA-Fungiziden oder Strobilurinen) unterscheidet, bietet Sporax einen hervorragenden Schutz ohne Kreuzresistenz zu diesen Gruppen. Die systemische Verteilung im Saftstrom sorgt zudem dafür, dass der Wirkstoff von innen heraus wirkt und auch bei regnerischer Witterung nach dem Antrocknen gut geschützt ist.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen Propamocarb zu minimieren, sollte Sporax stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (z. B. Kontaktfungiziden oder Wirkstoffen mit anderen FRAC-Codierungen) eingesetzt werden. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den BVL-Vorgaben ist strikt einzuhalten. Ein präventiver Einsatz in Kombination mit einem konsequenten Wirkstoffwechsel sichert die langfristige Wirksamkeit dieses wichtigen Werkzeugs im Kartoffelanbau.
Mischbarkeit & Tankmischung
Sporax zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Kartoffelfungiziden, Insektiziden und Blattdüngern aus. Vor der Ansetzung größerer Tankmischungen wird dennoch eine Mischprobe im kleinen Maßstab empfohlen. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme sollte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge geachtet werden. Die Anwendung sollte vorzugsweise auf trockene Bestände erfolgen, um ein Abschwemmen zu verhindern; nach dem Antrocknen des Spritzbelags ist das Mittel hervorragend regenfest.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der Nichtziel-Flora sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen (z. B. Abdriftminderungsklassen) strikt zu beachten. Das Mittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Unkräutern im Unterwuchs vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von Sporax im Kartoffelfeld?
Die erste Behandlung sollte vorbeugend erfolgen, sobald die Warndienste Infektionsgefahr melden oder spätestens bei Reihenschluss der Kartoffeln (BBCH 31–39). Zu diesem Zeitpunkt schützt die systemische Wirkung den schnellen Neuzuwachs besonders effizient.
Wie verhält sich Sporax bei unbeständiger Witterung und Niederschlägen?
Dank der schnellen systemischen Aufnahme ist Sporax bereits etwa ein bis zwei Stunden nach dem Antrocknen des Spritzbelags regenfest. Einsetzender Regen nach diesem Zeitraum beeinträchtigt die Schutzwirkung nicht mehr wesentlich.
Kann Sporax auch zur Bekämpfung der Knollenfäule eingesetzt werden?
Ja, indirekt. Indem Sporax den Befall des Krauts mit Phytophthora infestans während der gesamten Vegetationsperiode bis zur Abreife (BBCH 91) unterdrückt, wird das Risiko minimiert, dass Sporen bei Regen in den Boden gewaschen werden und die Knollen infizieren.
Warum ist der Wirkstoff Propamocarb besonders wertvoll für das Resistenzmanagement?
Propamocarb (FRAC-Gruppe 28) greift an einer anderen Stelle im Stoffwechsel der Oomyceten an als viele andere gängige Kartoffelfungizide. Dadurch eignet es sich hervorragend als Partner in Spritzfolgen, um den Selektionsdruck zu mindern und bestehende Resistenzen zu brechen.
Welche Rolle spielt die Wasserhärte oder der pH-Wert des Spritzwassers bei der Anwendung?
Sporax ist in einem breiten pH-Bereich stabil. Extrem saures oder stark alkalisches Wasser sollte jedoch vermieden werden; ein neutraler bis leicht saurer pH-Wert (pH 5,5 bis 6,5) im Spritztank optimiert die Stabilität und Aufnahme des Wirkstoffs.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Kraut- und Knollenfäule?
Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Datenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie die Kultur 'Kartoffel' (SOLTU) und den Schaderreger 'Phytophthora infestans' aus, um eine vollständige Liste aller in Deutschland registrierten Alternativpräparate anzuzeigen.