STEEPLE
STEEPLE ist ein hochkonzentriertes Bodenherbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen Ungräsern in wichtigen Wintergetreidekulturen. Formuliert als modernes Suspensionskonzentrat (SC) mit 480 g/L Flufenacet, bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Kulturverträglichkeit bei gleichzeitig hoher Aggressivität gegen problematische Gräserarten. Es ist speziell für den Einsatz im Herbst in Winterweichweizen und Wintergerste konzipiert.
Das Produkt besetzt eine Schlüsselrolle im frühen Segment der Unkrautbekämpfung. Durch seine ausgeprägte Bodenwirkung erfasst es die Keimwellen von Acker-Fuchsschwanz, Gemeinem Windhalm und Einjährigem Rispengras direkt im empfindlichen Anfangsstadium. Dies entlastet die Kulturpflanzen frühzeitig von der Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe.
Dank der langanhaltenden Depotwirkung im Boden bietet STEEPLE einen dauerhaften Schutz vor Spätverunkrautung über die gesamten Herbstmonate hinweg. Es legt damit das Fundament für einen vitalen, unkrautfreien Start der Kulturen in das folgende Frühjahr und sichert das Ertragspotenzial nachhaltig ab.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in STEEPLE enthaltene Wirkstoff Flufenacet gehört zur HRAC-Gruppe 15 (ehemals K3). Er wirkt als Inhibitor der Biosynthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFA). Dieser biochemische Eingriff blockiert die Zellteilung und das Zellwachstum in den Bildungsgeweben (Meristemen) der keimenden Schaderreger, was letztlich zum Absterben der empfindlichen Ungräser führt. Die Aufnahme erfolgt primär über die Wurzeln sowie die Hypokotyl- und Koleoptilenregion der auflaufenden Pflanzen. Nach der Applikation bildet sich ein stabiler Wirkstofffilm in der obersten Bodenschicht, wodurch die Unkräuter bereits während des Keimprozesses erfasst werden, noch bevor sie die Bodenoberfläche durchstoßen.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen – insbesondere bei stark adaptiven Schaderregern wie dem Acker-Fuchsschwanz – wirksam vorzubeugen, muss STEEPLE konsequent in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Dies umfasst den regelmäßigen Wechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Wirkstoffklassen (wie z. B. HRAC 12 oder HRAC 2 im Frühjahr) sowie die Kombination mit mechanischen Bekämpfungsverfahren und ackerbaulichen Maßnahmen wie einer verzögerten Aussaat der Winterannuellen.
Mischbarkeit & Tankmischung
STEEPLE ist im Allgemeinen gut verträglich und lässt sich problemlos mit gängigen Partnerherbiziden (beispielsweise auf Basis von Diflufenican oder Pendimethalin) mischen, um das Wirkungsspektrum gegen breitblättrige Unkräuter abzurunden. Beim Ansetzen der Spritzbrühe ist der Tank zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser zu füllen, bevor STEEPLE unter ständigem Rühren als erste Komponente beigegeben wird. Auf eine ausreichende Wassermenge von mindestens 200 l/ha ist zu achten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit STEEPLE sind die gesetzlich vorgeschriebenen Anwenderschutzmaßnahmen, einschließlich des Tragens von Standard-Schutzkleidung und Schutzhandschuhen, strikt einzuhalten. Aufgrund der ökotoxikologischen Eigenschaften des Wirkstoffs Flufenacet gegenüber aquatischen Organismen müssen die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen exakt beachtet werden. Der Einsatz von abdriftmindernder Düsentechnik wird dringend empfohlen, um den Eintrag in angrenzende Biotope zu minimieren.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Acker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für STEEPLE im Herbst?
Der beste Zeitpunkt für die Behandlung liegt im Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf der Schaderreger (BBCH 00 bis 11). Da der Wirkstoff hauptsächlich über die Wurzeln und die Koleoptile keimender Ungräser aufgenommen wird, erzielt eine sehr frühe Anwendung auf feuchtem Boden die besten Bekämpfungserfolge.
Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirksamkeit des Mittels?
Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist für die Aktivierung des Wirkstoffs Flufenacet essenziell. Nur in feuchtem Boden kann sich das Pflanzenschutzmittel optimal in der obersten Bodenschicht verteilen und von den keimenden Ungräsern aufgenommen werden. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert eintreffen.
Kann STEEPLE auf klumpigen oder schlecht vorbereiteten Saatbetten eingesetzt werden?
Für eine optimale Wirkung ist ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett erforderlich. Grobe Klumpen führen zu Spritzschatten, verhindern einen lückenlosen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche und mindern dadurch den Bekämpfungserfolg erheblich.
Wie lässt sich STEEPLE in ein nachhaltiges Antiresistenzmanagement integrieren?
Da Flufenacet zur HRAC-Gruppe 15 gehört, eignet sich STEEPLE hervorragend zum Wirkstoffwechsel, um Resistenzen gegen ALS- und ACCase-Inhibitoren vorzubeugen. Es sollte als Basis im Herbst eingesetzt werden, idealerweise kombiniert mit pflanzenbaulichen Maßnahmen wie einer angepassten Fruchtfolge und einer gezielten Bodenbearbeitung.
Was muss beim Nachbau von Kulturen nach dem Einsatz von STEEPLE beachtet werden?
Nach dem regulären Einsatz im Herbst und einer normalen Vegetationsdauer können im folgenden Frühjahr alle üblichen Kulturen nachgebaut werden. Sollte ein vorzeitiger Umbruch der Kultur (z. B. durch Auswinterung) notwendig sein, wird eine tiefe, wendende Bodenbearbeitung vor der Neuansaat empfohlen, um Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.
Ist eine Tankmischung mit flüssigen Düngemitteln wie AHL möglich?
Eine Mischung mit AHL ist unter bestimmten Bedingungen möglich, sollte jedoch nur in bereits etablierten Beständen und bei gut abgehärteter Wachsschicht der Kultur durchgeführt werden. Um Blattschäden zu vermeiden, darf die Anwendung nicht bei intensivem Sonnenschein, hohen Temperaturen oder Frostgefahr erfolgen.