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OTHER · Nufarm Deutschland GmbH

SULCOGAN

BVL Zul.-Nr. 006952-00

SULCOGAN ist ein selektives Herbizid zur gezielten Bekämpfung einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter in der Kultur Mais. Formuliert als Suspensionskonzentrat (SC) mit dem bewährten Wirkstoff Sulcotrion (300 g/l), bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Kulturverträglichkeit und hohe Flexibilität im frühen Nachauflauf. Da Mais in der sensiblen Jugendentwicklung stark auf Unkrautkonkurrenz reagiert, sichert SULCOGAN den Ertrag durch eine schnelle und nachhaltige Ausschaltung von ertragsmindernden Begleitflora-Konkurrenten.

Das Produkt zeichnet sich durch eine Kombination aus schneller Blattwirkung und einer ergänzenden Bodenwirkung aus. Dadurch werden nicht nur bereits aufgelaufene Schaderreger direkt erfasst, sondern auch spätere Unkrautwellen effektiv unterdrückt. Dies macht SULCOGAN zu einem wichtigen Baustein in modernen Herbizidstrategien im Maisanbau.

Wirkstoffe

Sulcotrion
300 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in SULCOGAN enthaltene Wirkstoff Sulcotrion gehört zur chemischen Familie der Triketone und ist in die HRAC-Gruppe 27 (HPPD-Inhibitoren) eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Blockierung des Enzyms Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase (HPPD). Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese von Plastochinon, welches wiederum ein unverzichtbarer Cofaktor bei der Bildung von schützenden Carotinoiden in der Pflanze ist. Nach der Aufnahme über die Blätter und zu einem kleineren Teil über die Wurzeln führt der Mangel an Carotinoiden dazu, dass das Chlorophyll der Unkräuter durch starkes Sonnenlicht photooxidativ zerstört wird. Dies äußert sich in einer charakteristischen, intensiven Weißfärbung (Bleaching) der betroffenen Unkrautgewebe. In der Folge bricht die Photosynthese zusammen, was zum vollständigen Absterben und Vertrocknen der Schaderreger führt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen vorzubeugen, sollte SULCOGAN stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Da Sulcotrion der HRAC-Gruppe 27 angehört, empfiehlt sich der jährliche Wechsel oder die Kombination mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. Terbuthylazin oder ALS-Inhibitoren aus der HRAC-Gruppe 2). Ein wiederholter, alleiniger Einsatz von HPPD-Inhibitoren auf derselben Fläche innerhalb einer Fruchtfolge ist zu vermeiden, um die langfristige Wirksamkeit dieser wichtigen Wirkstoffklasse zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

SULCOGAN weist eine hervorragende Mischbarkeit mit vielen gängigen Maisherbiziden auf, insbesondere mit Partnern zur Schließung von Wirkungslücken bei Gräsern (wie z. B. Sulfonylharnstoffen). Bei der Erstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge von 200 bis 400 l/ha sowie auf eine kontinuierliche Rührung im Spritztank zu achten. Um Kulturunverträglichkeiten zu vermeiden, sollte die Anwendung nicht bei extremen Temperaturen über 25 °C, starker Sonneneinstrahlung oder auf durch Frost, Trockenheit oder Staunässe gestressten Kulturen erfolgen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit SULCOGAN ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um den Anwenderschutz lückenlos zu gewährleisten. Das Pflanzenschutzmittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, weshalb Anwendungen auch außerhalb des täglichen Bienenflugs möglich sind. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen und driftmindernden Düsenklassen strikt einzuhalten, um einen Eintrag in angrenzende Biotope zu verhindern.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–181.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für SULCOGAN im Mais?

Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Unkräuter (Keimblatt- bis 4-Blatt-Stadium), wenn diese besonders empfindlich sind. Die Maiskultur sollte sich zu diesem Zeitpunkt in den BBCH-Stadien 12 bis 18 befinden.

Wie wirkt sich trockenes Wetter auf die Effektivität von SULCOGAN aus?

Da SULCOGAN primär über das Blatt aufgenommen wird, ist die direkte Herbizidwirkung auch bei trockener Witterung hoch. Für die Entfaltung der ergänzenden Bodenwirkung gegen nachkeimende Unkräuter ist jedoch eine gewisse Bodenfeuchtigkeit nach der Applikation vorteilhaft.

Welche Symptome zeigen behandelte Unkräuter nach der Spritzung?

Typisch für den HPPD-Hemmer Sulcotrion ist ein schnelles Ausbleichen (Chlorose) der jüngsten Blätter der Unkräuter innerhalb weniger Tage nach der Behandlung. Diese weißen Zonen nekrotisieren rasch, bis das Unkraut vollständig abstirbt.

Kann SULCOGAN mit Gräserpartnern gemischt werden?

Ja, SULCOGAN ist sehr gut mit spezifischen Gräserherbiziden mischbar. Solche Tankmischungen sind im Maisanbau gängige Praxis, um ein breites Wirkungsspektrum gegen zweikeimblättrige Unkräuter und einkeimblättrige Schadgräser (wie Hühnerhirse) in einer einzigen Überfahrt zu erzielen.

Gibt es Einschränkungen für Nachfolgekulturen im Falle eines vorzeitigen Umbruchs?

Sollte ein vorzeitiger Umbruch der Maiskultur notwendig werden, können nach einer tiefen, wendenden Bodenbearbeitung (Pflügen) in der Regel wieder Mais oder bestimmte Getreidearten nachgebaut werden. Vor dem Anbau empfindlicherer Kulturen sollte Rücksprache mit der pflanzenbaulichen Beratung gehalten werden.

Wie ist SULCOGAN bezüglich des Bienenschutzes eingestuft?

SULCOGAN ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft. Es kann somit auch auf blühenden Unkräutern im Maisbestand angewendet werden, wobei die allgemeine Sorgfaltspflicht zur Vermeidung von direkter Abdrift auf fliegende Bienen stets beachtet werden sollte.