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Sonstige · QEMETICA Agricultural Solutions Spain

Tabara

BVL Zul.-Nr. 028865-60

Tabara ist ein hochselektives Herbizid zur gezielten Bekämpfung hartnäckiger zweikeimblättriger Unkräuter in Zuckerrüben (BEAVA). Als flüssige Formulierung lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und applizieren. Es zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus und ist ein unverzichtbarer Baustein in modernen Rübenanbausystemen.

Der Fokus dieses Herbizids liegt auf der Bekämpfung von schwer bekämpfbaren Schaderregern wie der Acker-Kratzdistel, dem Gemeinen Kreuzkraut sowie Kamille-Arten (Echte und Geruchlose Kamille). Durch die systemische Wirkung erfasst Tabara nicht nur die oberirdischen Pflanzenteile, sondern dringt tief in das Wurzelsystem ein, was besonders bei ausdauernden Wurzelunkräutern entscheidend für den dauerhaften Bekämpfungserfolg ist.

Wirkstoffe

Clopyralid
131.4 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Clopyralid gehört zur chemischen Gruppe der Pyridincarbonsäuren und ist im HRAC-System in die Gruppe 4 (synthetische Auxine) eingestuft. Nach der Aufnahme über die Blätter und in geringem Maße über die Wurzeln wird der Wirkstoff systemisch in der gesamten Pflanze sowohl im Phloem als auch im Xylem transportiert und reichert sich besonders in den meristematischen Geweben der Spross- und Wurzelvegetationspunkte an. Clopyralid imitiert das natürliche Pflanzenhormon Auxin (Indol-3-essigsäure). Dies führt zu einer unkontrollierten Zellteilung und einem übermäßigen Streckungswachstum in den empfindlichen Unkräutern. Typische Symptome sind charakteristische Verkrümmungen (Epinastie) an Stängeln und Blättern, gefolgt von einer Störung des gesamten Stoffwechsels und dem Absterben des Schaderregers innerhalb weniger Wochen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du Tabara stets im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements einsetzen. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel von Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (HRAC-Gruppen) innerhalb der Fruchtfolge. Da Clopyralid der HRAC-Gruppe 4 angehört, empfiehlt sich die Kombination oder der zeitliche Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen, um den Selektionsdruck auf einzelne Unkrautpopulationen zu minimieren und die langfristige Wirksamkeit dieses wichtigen Werkzeugs zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Tabara zeigt sich in der Praxis als sehr mischbar mit vielen gängigen Rübenherbiziden sowie spezifischen Gräserherbiziden. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets auf eine ausreichende Wasserqualität achten und die Komponenten nacheinander im gut gerührten Spritztank auflösen. Die Zugabe von geeigneten Formulierungshilfsstoffen (Adjuvantien) kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme unter ungünstigen Witterungsbedingungen verbessern, sollte jedoch immer auf die Verträglichkeit der Mischungspartner in der Kultur abgestimmt werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Tabara ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Anwendungen nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind; weiche hierzu bevorzugt auf die Abendstunden aus. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen und die umliegende Flora zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZuckerrübeAcker-Kratzdistel, Gemeines Kreuzkraut, Echte Kamille12–391.2 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Tabara gegen die Acker-Kratzdistel?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt vor, wenn die Disteln eine Wuchshöhe von etwa 10 bis 15 cm erreicht haben und sich im aktiven Wachstum befinden (Rosettenstadium). Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftstrom in die Wurzeln besonders stark, wodurch der Wirkstoff optimal bis in die Wurzelvegetationspunkte transportiert wird, um einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg zu sichern.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Tabara?

Für eine optimale Wirkung benötigt Tabara wüchsiges Wetter mit Temperaturen zwischen 12 °C und 20 °C. Bei extremer Trockenheit, Frost oder starker Hitze stellen die Unkräuter ihr Wachstum ein, was die Wirkstoffaufnahme und den Transport in der Pflanze erheblich reduziert. Zudem sollte nach der Anwendung eine regenfreie Zeit von mindestens 2 bis 4 Stunden gewährleistet sein.

Kann ich Tabara auch in sehr frühen Entwicklungsstadien der Zuckerrübe einsetzen?

Ja, die Zulassung erlaubt den Einsatz ab dem BBCH-Stadium 12 (Laubblattstadium: 2. Laubblatt entfaltet). Achte jedoch darauf, dass die Rüben nicht unter Stress (z. B. durch Frost, Herbizid-Vorspritzungen oder Schädlingsbefall) stehen, um die hervorragende Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Warum ist die systemische Wirkung von Clopyralid bei der Distelbekämpfung so wichtig?

Die Acker-Kratzdistel besitzt ein tiefreichendes, horizontales Wurzelsystem mit zahlreichen Knospen, aus denen sie immer wieder neu austreiben kann. Reine Kontaktherbizide schädigen nur das Laub, woraufhin die Pflanze schnell regeneriert. Die systemische Wirkung von Clopyralid sorgt dafür, dass der Wirkstoff bis in diese Wurzelstrukturen transportiert wird und das Unkraut dauerhaft abtötet.

Wie finde ich heraus, ob Tabara mit anderen Pflanzenschutzmitteln in meinem Tank mischbar ist?

Du kannst die physikalische Mischbarkeit vorab durch einen einfachen Kübeltest (Jar-Test) mit den geplanten Aufwandmengen und Wasserverhältnissen prüfen. Für die biologische Verträglichkeit und Wirksamkeit solltest du die Mischungsempfehlungen der Hersteller beachten oder dich direkt in der Farmable-App über bewährte Tankmischungen in deiner Region informieren.

Gibt es Einschränkungen für Nachfolgekulturen nach dem Einsatz von Tabara?

Da Clopyralid im Boden abgebaut wird, ist bei normalem Kulturverlauf und Einhaltung der üblichen Wartezeiten in der Fruchtfolge in der Regel keine Schädigung von Nachfolgekulturen zu befürchten. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur solltest du jedoch vor dem Anbau empfindlicher Kulturen (wie Leguminosen oder Umbelliferen) eine tiefe Bodenbearbeitung durchführen und die spezifischen Hinweise der Gebrauchsanleitung beachten.