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Telaron Supra

BVL Zul.-Nr. 00B554-00

Telaron Supra ist ein hochwirksames, flüssiges Fungizid, das speziell für den Schutz anspruchsvoller Wintergetreidekulturen wie Winterweichweizen, Winterroggen und Winter-Triticale entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier bewährter Wirkstoffe bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine zuverlässige Protektion gegen ertragsmindernde Blattkrankheiten in der kritischen Phase vom Schossen bis zum Ende der Blüte. Die flüssige Formulierung zeichnet sich durch hervorragende Benetzungseigenschaften und eine schnelle Haftung auf der Blattoberfläche aus.

Das Wirkungsspektrum von Telaron Supra konzentriert sich auf wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie die Septoria-Blattdürre sowie Gelb- und Braunrost. Dank der ausgewogenen Formulierung schützt das Mittel die oberen Blattetagen und das Fahnenblatt, was die Ertragsbildung und die Kornqualität auch unter hohem Infektionsdruck im Frühjahr und Sommer nachhaltig absichert.

Wirkstoffe

Prothioconazol
50 g/L · Wirkstoff
Schwefel
625 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die synergistische Wirkung von Telaron Supra basiert auf zwei komplementären Wirkungsmechanismen. Der systemische Wirkstoff Prothioconazol gehört zur Klasse der Triazolinthione (FRAC-Gruppe 3) und fungiert als Demethylierungshemmer (DMI) in der Sterol-Biosynthese der Pilzzellen. Er dringt rasch in das Blattgewebe ein, verteilt sich akropetal und stoppt das Wachstum des Pilzmyzels sowohl vorbeugend als auch in frühen Stadien einer bereits erfolgten Infektion. Ergänzt wird dieser systemische Schutz durch Schwefel (FRAC-Gruppe M02), einen klassischen Kontaktwirkstoff mit Multi-Site-Aktivität. Schwefel bildet einen schützenden Belag auf der Blattoberfläche, dringt in die Sporen der Schaderreger ein und stört dort unspezifisch die Zellatmung sowie wichtige enzymatische Prozesse. Diese Kombination aus systemischer Heilwirkung und breitem Kontaktschutz minimiert das Risiko von Wirkungsverlusten erheblich.

Resistenzmanagement

Durch die Kombination des systemischen Wirkstoffs Prothioconazol mit dem Multi-Site-Kontaktwirkstoff Schwefel besitzt Telaron Supra ein integriertes Antiresistenz-Konzept direkt aus dem Kanister. Um die Wirksamkeit dieser Wirkstoffklassen langfristig zu erhalten, sollte das Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer vorausschauenden Spritzfolge im Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkmechanismen (wie z. B. Carboxamiden oder Strobilurinen) eingesetzt werden. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Kultur und Saison gemäß den BVL-Vorgaben ist dabei strikt einzuhalten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Telaron Supra ist in der Praxis gut mischbar mit gängigen Herbiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Blattdüngern. Bei geplanten Mischungen mit Mikronährstoffen oder ammoniumnitrat-harnstoffhaltigen Düngemitteln (AHL) ist auf eine ausreichende Wassertemperatur und eine hohe Verdünnung zu achten. Vor dem Ansetzen größerer Spritzbrühen wird ein physikalischer Mischbarkeitstest im Kleinen empfohlen. Die Zugabe von zusätzlichen Netzmitteln ist aufgrund der bereits optimierten Formulierung in der Regel nicht erforderlich.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Telaron Supra ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) lückenlos zu tragen. Aufgrund des Schwefelanteils und der potenziellen Abschwemmungsgefahr in Oberflächengewässer sind die spezifischen Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungsklassen zum Schutz von aquatischen Organismen gemäß den BVL-Zulassungsbestimmungen genau einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist als bienenungefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Nichtzielorganismen stets abdriftmindernd und unter optimalen Windbedingungen ausgebracht werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintertriticaleGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita f. sp. tritici), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–694 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita f. sp. tritici), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–694 LITER_PER_HECTARE35T
WinterroggenBraunrost (Puccinia recondita f. sp. tritici)30–694 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Telaron Supra im Wintergetreide?

Der optimale Anwendungszeitraum liegt zwischen dem Beginn des Schossens (BBCH 30) und dem Ende der Blüte (BBCH 69). Für eine maximale Wirkung gegen Septoria-Blattdürre und Rostpilze sollte die Behandlung protektiv bei erster Infektionsgefahr oder unmittelbar nach dem Sichtbarwerden der ersten Symptome auf den ertragsrelevanten Blättern erfolgen.

Welche Vorteile bietet der hohe Schwefelanteil in Telaron Supra über den reinen Pilzschutz hinaus?

Neben der direkten fungiziden Multi-Site-Wirkung gegen Schaderreger unterstützt der enthaltene Schwefel die Stickstoffausnutzung der Kultur. Da Schwefel ein essenzieller Baustein für die Aminosäuresynthese ist, fördert die Applikation die Vitalität und den Proteingehalt des Getreides, besonders auf schwefelarmen Standorten.

Wie schnell ist Telaron Supra nach der Anwendung regenfest?

Dank der modernen Formulierungsadditive ist der systemische Wirkstoff Prothioconazol rasch in das Blattgewebe eingedrungen. In der Regel ist der Spritzbelag nach etwa 1 bis 2 Stunden (sobald der Spritzfilm vollständig angetrocknet ist) regenfest. Dennoch sollte die Anwendung nicht unmittelbar vor absehbaren Starkregenereignissen erfolgen.

Gibt es Temperatureinschränkungen für den Einsatz von Telaron Supra?

Ja, aufgrund des Schwefelanteils sollte die Anwendung nicht bei extremer Hitze (über 25 °C) oder intensiver, direkter Sonneneinstrahlung erfolgen, um phytotoxische Verbrennungen an den Blättern der Kultur zu vermeiden. Optimal sind kühlere Bedingungen in den Morgen- oder Abendstunden bei Temperaturen zwischen 8 °C und 20 °C.

Welche Wasseraufwandmenge wird für die Applikation von Telaron Supra empfohlen?

Für eine lückenlose Benetzung des Getreidebestandes, insbesondere der unteren Blattetagen, wird eine Wasseraufwandmenge von 200 bis 400 l/ha empfohlen. Eine feine bis mittlere Tropfencharakteristik sichert dabei die optimale Anlagerung des Kontaktwirkstoffs Schwefel auf den Blättern.

Wo finde ich aktuelle Informationen zu den genauen Abstandsauflagen dieses Mittels in Deutschland?

Die spezifischen, rechtsverbindlichen Anwendungsbestimmungen (wie NT- und NW-Auflagen) können direkt über das Online-Portal des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) unter Angabe der Registriernummer 00B554-00 eingesehen werden.