TELAVEX
TELAVEX von ADAMA ist ein hochwirksames Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und Weidelgras-Arten in Mais (Zea mays). Die flüssige Formulierung kombiniert zwei komplementäre herbizide Wirkstoffe mit einem hochentwickelten Safener, um eine hervorragende Kulturverträglichkeit bei gleichzeitig kompromissloser Unkrautkontrolle zu gewährleisten.
Das Pflanzenschutzmittel ist speziell für den frühen Einsatz im Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf (BBCH 00 bis 13) konzipiert. Durch diese Flexibilität können Landwirte flexibel auf wechselnde Witterungsbedingungen reagieren und sowohl keimende als auch bereits aufgelaufene Schaderreger im kritischen Jugendentwicklungsstadium des Maises effektiv ausschalten.
Dank der Kombination aus Boden- und Blattwirkung bietet TELAVEX nicht nur eine schnelle Kontakthemmung, sondern auch eine zuverlässige Dauerwirkung über den Boden. Dies verhindert das spätere Auflaufen von Unkrautsamen und sichert den Maisbestand in der ertragsentscheidenden frühen Wachstumsphase ab.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die biologische Aktivität von TELAVEX basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Mesotrione gehört zur HRAC-Gruppe 27 (HPPD-Inhibitoren) und blockiert die Biosynthese von Carotinoiden. Dies führt zu einer schnellen Chlorophyllzerstörung und dem typischen Ausbleichen (Bleaching) der empfindlichen Unkräuter. Thiencarbazone hingegen hemmt als Wirkstoff der HRAC-Gruppe 2 das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), was die Synthese essenzieller Aminosäuren unterbindet und zu einem sofortigen Wachstumsstopp der Schaderreger führt. Um die Kulturverträglichkeit im Mais zu maximieren, enthält das Produkt den Safener Cyprosulfamide. Dieser Wirkstoff beschleunigt selektiv den Abbau der Herbizidwirkstoffe in der Kultur, ohne die herbizide Wirkung auf die Zielunkräuter und Weidelgräser zu beeinträchtigen. Dadurch wird das Risiko von Phytotox-Symptomen selbst unter ungünstigen Witterungsbedingungen minimiert.
Resistenzmanagement
Durch die Kombination von zwei unterschiedlichen Wirkstoffklassen (HRAC-Gruppe 2 und HRAC-Gruppe 27) bietet TELAVEX ein integriertes Antiresistenzmanagement. Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei Weidelgras-Arten, langfristig vorzubeugen, sollte dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer weiten Fruchtfolge eingesetzt werden. Zudem empfiehlt sich der jährliche Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen in den Folgekulturen sowie die Kombination mit mechanischen Maßnahmen zur Absicherung des Bekämpfungserfolgs.
Mischbarkeit & Tankmischung
TELAVEX ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Bodenherbiziden sowie flüssigen Stickstoffdüngern (AHL), sofern die Anwendungstermine übereinstimmen. Bei Tankmischungen ist stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge (mindestens 200 bis 300 l/ha) zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung und Bodenverteilung zu garantieren. Die Zugabe von zusätzlichen Additiven oder Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits optimiert ist; bei extremen Bedingungen oder starker Wachsschicht der Unkräuter sollte vorab eine Verträglichkeitsprobe durchgeführt werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit TELAVEX sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens von vorgeschriebener Schutzkleidung bei der Handhabung des Konzentrats. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen (Abdriftminderungsklassen und Pufferzonen) zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen genauestens zu beachten. Das Produkt ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Nutzinsekten nicht in blühende Bestände appliziert werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Mais | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Weidelgras-Arten | 9–13 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–7 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Weidelgras-Arten | 9–13 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–7 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für TELAVEX im Mais?
Der optimale Zeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf des Maises (BBCH 10 bis 12), wenn die Unkräuter gerade auflaufen und sich im Keimblatt- bis maximal Laubblattstadium befinden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Empfindlichkeit der Schaderreger am höchsten und die Bodenfeuchtigkeit unterstützt die langanhaltende Wirkung über die Wurzeln.
Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung dieses Pflanzenschutzmittels?
Da TELAVEX einen signifikanten Anteil seiner Wirkung über den Boden entfaltet (insbesondere durch den Wirkstoff Thiencarbazone), ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach ideal. Bei extremer Trockenheit kann die Bodenwirkung verzögert eintreffen, während die Blattwirkung von Mesotrione weiterhin aktiv bleibt.
Welche Nachbau-Einschränkungen müssen nach dem Einsatz von TELAVEX beachtet werden?
Nach dem regulären Einsatz im Mais können im folgenden Frühjahr alle üblichen Ackerkulturen ohne Einschränkung angebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch des Maisbestandes (z. B. durch Frost oder Hagel) dürfen nach einer tiefen Bodenbearbeitung (Pflügen) in der Regel nur Mais oder bestimmte Gräser nachgesät werden; empfindliche Kulturen wie Rüben oder Leguminosen sollten vermieden werden.
Warum enthält TELAVEX den Wirkstoff Cyprosulfamide, obwohl dieser kein Herbizid ist?
Cyprosulfamide fungiert als sogenannter Safener. Er besitzt selbst keine herbizide Wirkung gegen Unkräuter, stimuliert jedoch in der Kultur Mais die Aktivität von pflanzeneigenen Entgiftungsenzymen. Dadurch baut die Maispflanze die herbiziden Wirkstoffe Mesotrione und Thiencarbazone extrem schnell ab, was die Kulturverträglichkeit massiv erhöht.
Kann TELAVEX auch auf drainierten Flächen oder in Wasserschutzgebieten eingesetzt werden?
Für TELAVEX gelten spezifische Anwendungsbestimmungen des BVL bezüglich des Gewässerschutzes (z. B. NG-Auflagen). Auf drainierten Flächen oder in sensiblen Wasserschutzgebieten können zusätzliche Einschränkungen oder Anwendungsverbote bestehen, um den Eintrag von Thiencarbazone-Metaboliten in das Grundwasser zu verhindern. Bitte prüfen Sie vor der Behandlung stets die regionalen Auflagen.