Alle Mittel
OTHER · Monsanto Agrar Deutschland GmbH

Tender GB Ultra

BVL Zul.-Nr. 053981-00

Tender GB Ultra von Monsanto Agrar Deutschland GmbH ist ein hochkonzentriertes, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern. Als flüssiges Konzentrat formuliert, zeichnet sich dieses Herbizid durch eine schnelle Aufnahme und effiziente Translokation innerhalb der Zielpflanzen aus. Es ist speziell für den Einsatz in ausgewählten Kulturen wie Kernobst (YNKOB) und Steinobst (YGLES) registriert, um dort den Unterwuchs sauber zu halten und Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe zu minimieren.

Die Formulierung basiert auf dem bewährten Wirkstoff Glyphosat in einer Konzentration von 486 g/l. Dank dieser hohen Wirkstoffdichte bietet das Produkt eine hervorragende Flexibilität bei der Unkrautbekämpfung im professionellen Obstbau. Es erfasst sowohl einjährige als auch ausdauernde Unkrautarten bis tief in das Wurzelsystem, was eine nachhaltige Wirkung gegen schwer bekämpfbare Schaderreger garantiert.

Durch die systemische Verteilung im Saftstrom der Pflanzen werden auch tiefwurzelnde Wurzelunkräuter nachhaltig geschädigt. Die Anwendung erfolgt gezielt auf die grünen, assimilierenden Teile der Unkräuter, wobei ein direkter Kontakt mit den grünen Teilen der Kultur unbedingt zu vermeiden ist, um Selektivitätsschäden auszuschließen.

Wirkstoffe

Glyphosat
486 g/L

Wirkungsweise

Der in Tender GB Ultra enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (ehemals Gruppe G). Die biochemische Wirkung beruht auf der spezifischen Blockade des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS) im Shikimatweg der Pflanzen. Dieses Enzym ist essenziell für die Synthese der aromatischen Aminosäuren Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan, die für das Pflanzenwachstum und den Proteinstoffwechsel unerlässlich sind. Da dieser Stoffwechselweg nur in Pflanzen, Pilzen und Bakterien vorkommt, weist der Wirkstoff eine hohe Spezifität auf. Nach der Applikation wird der Wirkstoff über die grünen Blätter und Sprossteile aufgenommen und systemisch sowohl akropetal als auch basipetal bis in die Wurzel- und Rhizomspitzen transportiert. Erste Symptome wie Chlorosen und Welkeerscheinungen zeigen sich je nach Witterung nach einigen Tagen, gefolgt vom vollständigen Absterben der behandelten Unkräuter.

Resistenzmanagement

Obwohl das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Glyphosat (HRAC-Gruppe 9) im Vergleich zu anderen Herbizidklassen als moderat eingestuft wird, erfordert ein nachhaltiges Resistenzmanagement eine integrierte Strategie. Um der Selektion resistenter Biotypen von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern vorzubeugen, sollte Tender GB Ultra nicht als alleinige Maßnahme über Jahre hinweg auf derselben Fläche eingesetzt werden. Der Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (z. B. Bodenherbiziden oder Kontaktherbiziden aus anderen HRAC-Gruppen) sowie mechanische Pflegemaßnahmen im Unterwuchs der Kulturen sind wichtige Bausteine, um die langfristige Wirksamkeit des Wirkstoffs zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Tender GB Ultra ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln mischbar, jedoch ist bei Tankmischungen im Unterwuchs von Obstkulturen stets die Verträglichkeit und physikalische Stabilität vorab zu prüfen. Da Glyphosat empfindlich auf hartes Wasser (hohe Calcium- und Magnesiumkonzentrationen) reagieren kann, wird der Zusatz von Ammoniumsulfat (AMS) zur Spritzbrühe empfohlen, um die Wirkstoffaufnahme zu optimieren und die Wasserhärte zu puffern. Die Anwendung sollte bei wüchsigem Wetter und ausreichender Luftfeuchtigkeit erfolgen; extreme Hitze oder Trockenstress der Unkräuter mindern die systemische Translokation und damit den Bekämpfungserfolg.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Tender GB Ultra ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, zwingend erforderlich. Zum Schutz von Oberflächengewässern und aquatischen Organismen sind die gesetzlich vorgeschriebenen Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen (Abdrift- und Abschwemmungsauflagen des BVL) strikt einzuhalten. Das Mittel ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden, um den Schutz von Bestäubern und der lokalen Nützlingsfauna im Obstbau zu gewährleisten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Nichtkulturland ohne HolzgewächseZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
GleisanlagenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter10 LITER_PER_HECTARE
GleisanlagenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Wasserqualität die Wirksamkeit von Tender GB Ultra?

Sehr hartes Wasser, das reich an Calcium- und Magnesium-Ionen ist, kann die herbizide Wirkung von Glyphosat abschwächen, da sich schwer lösliche Komplexe bilden. Um dies zu verhindern, empfiehlt es sich, dem Spritzwasser vor der Zugabe des Herbizids Ammoniumsulfat (AMS) beizumischen, um die Kationen zu binden und die Wirkstoffaufnahme durch die Unkrautblätter zu verbessern.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung im Kern- und Steinobst?

Die Behandlung sollte idealerweise bei wüchsigem Wetter durchgeführt werden, wenn die Zielunkräuter ausreichend Blattfläche gebildet haben und aktiv assimilieren (meist im Frühjahr oder Nachauflauf im Sommer). Achten Sie streng darauf, dass keine Abdrift auf die grünen Pflanzenteile, bodennahen Blätter oder frischen Stockausschläge der Kulturen (Kern- und Steinobst) gelangt, um Schäden an den Obstbäumen zu vermeiden.

Wie lange vor einem Regen muss Tender GB Ultra appliziert werden?

Für eine optimale systemische Wirkung benötigt der Wirkstoff eine regenfreie Zeit von mindestens 4 bis 6 Stunden nach der Applikation. Setzt vorzeitig Regen ein, kann der Wirkstoff von den Blättern abgewaschen werden, was die Bekämpfungsleistung gegen einkeimblättrige und zweikeimblättrige Unkräuter erheblich reduziert.

Kann das Produkt auch bei niedrigen Temperaturen im Spätherbst eingesetzt werden?

Eine Anwendung bei kühleren Temperaturen ist prinzipiell möglich, solange die Unkräuter noch aktiv wachsen und assimilieren. Da der Stoffwechsel der Pflanzen bei Kälte jedoch verlangsamt ist, verzögert sich der Transport des Wirkstoffs in die Wurzeln, sodass es deutlich länger dauern kann, bis sichtbare Absterbesymptome auftreten.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für den Unterwuchs im Obstbau?

Nutzen Sie die Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech, indem Sie nach den spezifischen EPPO-Codes für Ihre Kultur (z. B. YNKOB für Kernobst oder YGLES für Steinobst) filtern und die Schaderregergruppe "Unkräuter" auswählen. So erhalten Sie eine aktuelle Übersicht aller in Deutschland registrierten Herbizide und deren Anwendungsbestimmungen.

Warum zeigt sich die Wirkung nach der Behandlung erst nach mehreren Tagen?

Da Glyphosat ein systemischer Wirkstoff ist, der langsam in die Wachstumspunkte und Wurzeln transportiert wird, um dort den Shikimatweg zu blockieren, sterben die Unkräuter nicht sofort ab. Im Gegensatz zu Kontaktherbiziden, die schnellen Zellzerfall verursachen, benötigt dieser biochemische Prozess je nach Temperatur und Wüchsigkeit 7 bis 14 Tage für ein vollständiges Absterben.