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Sonstiger Schaderreger

Nichtkulturland ohne Holzgewächse

non-crop land without trees
YNKOB

Das Nichtkulturland ohne Holzgewächse, international unter dem EPPO-Code YNKOB geführt und wissenschaftlich als "non-crop land without trees" bezeichnet, umfasst alle Freilandflächen, die nicht landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden und keinen Baumbestand aufweisen. Hierzu gehören beispielsweise Gleisanlagen, Wegränder, Hofflächen, Industrieareale, Flugplätze und befestigte Pflasterflächen. Die Pflege und Freihaltung dieser Flächen stellt im professionellen Bereich eine besondere Herausforderung dar, da strenge rechtliche Vorgaben den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln stark reglementieren und alternative, integrierte Bewirtschaftungskonzepte erfordern.

Auf diesen Flächen etablieren sich ohne regelmäßige Pflege schnell unerwünschte Schaderreger wie Algen, Flechten und insbesondere Moose (Bryophyta, EPPO-Code 1BRYP). Da hier keine Kultur im klassischen Sinne angebaut wird, zielt das Management primär auf die Verkehrssicherheit, den Erhalt der Infrastruktur und die Verhinderung der Ausbreitung von invasiven Neophyten oder Problemunkräutern auf angrenzende landwirtschaftliche Nutzflächen ab. Die mechanische, thermische und vorbeugende Pflege steht hierbei im Vordergrund, um den Bewuchs dauerhaft unter der Schadschwelle zu halten.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
nicht zutreffend
Erntefenster
nicht zutreffend
Reihenabstand
nicht zutreffend
Typischer Ertrag
nicht zutreffend
Wärmesumme (GDD)
nicht zutreffend
Boden-pH
4,5–8,0

Bodenmanagement

Auf Nichtkulturland steht die Vermeidung von Bodenerosion, die Erhaltung der Tragfähigkeit und die Gewährleistung der Entwässerung im Vordergrund, weshalb eine klassische Bodenbearbeitung entfällt. Auf unbefestigten Wegen oder Randstreifen kann eine gezielte Einsaat von langsam wachsenden, niedrig bleibenden und konkurrenzstarken Gräsern helfen, unerwünschte Schaderreger und Unkräuter biologisch zu unterdrücken. Bei befestigten Flächen wie Pflaster oder Schotterwegen muss der Eintrag von organischem Material minimiert werden, um Moosen und Algen den Nährboden zu entziehen. Gegebenenfalls kommen mechanische Kehrmaschinen oder Wildkrautbürsten zum Einsatz, um die Oberfläche sauber zu halten und die Versickerungsfähigkeit des Bodens zu bewahren. Eine regelmäßige Kontrolle auf Staunässe und die Instandhaltung von Entwässerungsrinnen ist wichtig, da feuchte Bedingungen das Wachstum von Moosen massiv begünstigen.

Schaderreger-Management

Die Regulierung von Schaderregern auf Nichtkulturland unterliegt in Deutschland extrem strengen gesetzlichen Auflagen gemäß § 12 des Pflanzenschutzgesetzes (PflSchG). Chemische Pflanzenschutzmittel dürfen auf Freilandflächen, die nicht landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden, grundsätzlich nur mit einer behördlichen Ausnahmegenehmigung angewendet werden. Stattdessen kommen primär thermische Verfahren wie Heißwasser, Heißschaum oder Abflammen sowie mechanische Methoden mit Wildkrautbürsten zum Einsatz. Gegen Moose (Bryophyta) können in spezifischen, genehmigten Fällen biologisch abbaubare Wirkstoffe wie Essigsäure oder Pelargonsäure genutzt werden, sofern eine entsprechende Zulassung für das spezifische Nichtkulturland vorliegt. Ein integriertes Konzept, das vorbeugende bauliche Maßnahmen mit mechanisch-thermischen Behandlungen kombiniert, ist für den langfristigen Erfolg und die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben entscheidend.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Darfst du chemische Pflanzenschutzmittel auf Nichtkulturland ohne Weiteres anwenden?

Nein, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Nichtkulturland (wie Wegen, Plätzen oder Gleisen) ist nach § 12 Abs. 2 des Pflanzenschutzgesetzes (PflSchG) grundsätzlich verboten. Du benötigst hierfür eine kostenpflichtige Ausnahmegenehmigung der zuständigen Landesbehörde (z. B. Pflanzenschutzamt), die nur erteilt wird, wenn der Zweck nicht durch andere Maßnahmen erreicht werden kann und keine Gefahr für den Naturhaushalt, insbesondere das Grundwasser, besteht.

Wie bekämpfst du Moose (Bryophyta) auf gepflasterten Nichtkulturflächen am besten?

Für die Moosbekämpfung solltest du primär auf mechanische Verfahren wie Wildkrautbürsten oder Hochdruckreiniger setzen. Unterstützend haben sich thermische Verfahren mit Heißwasser bewährt, da die Hitze die Zellstruktur der Moose sofort zerstört. Falls du eine behördliche Ausnahmegenehmigung besitzt, können auch zugelassene Pflanzenschutzmittel auf Basis von Pelargonsäure oder gesättigten Fettsäuren eingesetzt werden, die eine schnelle Kontaktwirkung zeigen.

Welche thermischen Verfahren eignen sich für die Pflege von Nichtkulturland?

Zu den effektivsten thermischen Methoden gehören das Abflammen mit Gasbrennern, Infrarottechnik sowie Heißwasser- und Heißschaumsysteme. Heißwasser ist besonders wirksam, da die thermische Energie bis in die Wurzeln bzw. Vegetationspunkte transportiert wird, was bei Moosen und einjährigen Unkräutern zu einer nachhaltigen Schwächung führt. Du solltest diese Behandlungen idealerweise bei trockenem Wetter im Frühjahr bei einsetzendem Wachstum beginnen.

Wie findest du im Portal registrierte Pflanzenschutzmittel für das Nichtkulturland?

Nutze die Such- und Filterfunktion in unserem Hub und filtere gezielt nach der Kulturkategorie 'Nichtkulturland' oder dem EPPO-Code YNKOB. Achte penibel darauf, ob das jeweilige Pflanzenschutzmittel eine explizite Zulassung für deine spezifische Anwendungsfläche (z. B. 'Gleisanlagen' oder 'Wege und Plätze') besitzt, und prüfe stets die damit verbundenen Anwendungsbestimmungen und regionalen Auflagen.

Warum ist die Vorbeugung gegen Moosbefall auf diesen Flächen so wichtig?

Moose speichern große Mengen Feuchtigkeit und sammeln feine Sedimente an, was auf Wegen und Plätzen zu akuter Rutschgefahr führt und somit deine Verkehrssicherungspflicht gefährdet. Zudem beschleunigt der Moosbewuchs den Verfall von Fugen und Belägen durch Frostsprengung im Winter. Indem du für einen schnellen Wasserabfluss sorgst und organische Ablagerungen regelmäßig entfernst, entziehst du den Moosen effektiv die Lebensgrundlage.

Welche Rolle spielen mechanische Kehrmaschinen im integrierten Management?

Mechanische Kehrmaschinen mit speziellen Flachdraht- oder Wildkrautbesen sind das Rückgrat der chemiefreien Pflege auf befestigten Flächen. Sie entfernen nicht nur aufgewachsenes Unkraut und Moos, sondern nehmen gleichzeitig den feinen Staub und organischen Detritus auf. Dadurch verhinderst du die Entstehung eines neuen Keimbodens für nachfolgende Flugsamen und reduzierst die notwendige Behandlungshäufigkeit drastisch.