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OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

Toluron 700 SC

BVL Zul.-Nr. 024091-00

Toluron 700 SC ist ein bewährtes, selektives Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Schaderregern im Herbst. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, lässt sich das Herbizid hervorragend dosieren und in den Kulturen Winterweichweizen und Wintergerste einsetzen. Es bietet eine verlässliche Basis für die Unkrautkontrolle direkt nach der Aussaat oder im frühen Nachauflauf.

Das Produkt zeichnet sich durch ein breites Wirkungsspektrum aus, das insbesondere problematische Ungräser wie den Gemeinen Windhalm und den Acker-Fuchsschwanz erfasst. Durch die Kombination aus Boden- und Blattwirkung sorgt Toluron 700 SC für saubere Bestände im sensiblen Anfangsstadium der Kulturen und sichert so das Ertragspotenzial von Anfang an.

Wirkstoffe

Chlortoluron
700 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Chlortoluron gehört zur chemischen Gruppe der Harnstoffderivate und ist im HRAC-System der Gruppe 5 (ehemals C2) zugeordnet. Die biochemische Wirkung basiert auf der Hemmung des Photosynthese-Elektronentransports im Photosystem II. Dies führt zu einer Blockade der CO2-Assimilation, wodurch die betroffenen Schaderreger nach der Keimung chlorotisch werden und schließlich absterben. Die Aufnahme erfolgt primär über die Wurzeln der keimenden Unkräuter und Ungräser, sekundär aber auch über die Blätter bereits aufgelaufener Pflanzen. Diese duale Wirkungsweise garantiert eine langanhaltende Bodenwirkung gegen nachkeimende Schaderreger sowie eine schnelle Kontaktwirkung bei früher Nachauflaufbehandlung.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei weit verbreiteten Ungräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz, wirksam vorzubeugen, muss Toluron 700 SC in ein integriertes Resistenzmanagement eingebunden werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Wirkstoffklassen (wie z. B. Gruppe 15) in der Fruchtfolge sowie die Kombination mit mechanischen Maßnahmen und einer optimierten Aussaatzeit. Ein wiederholter, alleiniger Einsatz von Photosystem-II-Hemmern auf derselben Fläche ist zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Toluron 700 SC ist im Allgemeinen gut mit anderen herbsttauglichen Pflanzenschutzmitteln mischbar, um das Wirkungsspektrum gegen spezielle Unkrautarten abzurunden. Bei Mischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge von mindestens 200 bis 400 l/ha zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu gewährleisten. Vor dem Einsatz in Winterweichweizen muss zwingend die Sortenverträglichkeit der jeweiligen Kultur geprüft werden, da einige Weizensorten empfindlich auf Chlortoluron reagieren können.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Toluron 700 SC sind die gesetzlich vorgeschriebenen Anwenderschutzbestimmungen und das Tragen der persönlichen Schutzausrüstung strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen müssen die vorgegebenen Abstandsauflagen (Abdriftminderungsklassen) zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen exakt beachtet werden. Das Mittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–293 LITER_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm13–293 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm13–293 LITER_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–293 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm13–293 LITER_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm13–293 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Warum ist die Sortenverträglichkeit bei Winterweichweizen vor der Anwendung von Toluron 700 SC zu prüfen?

Der Wirkstoff Chlortoluron wird von einigen Winterweichensorten aufgrund genetischer Unterschiede nicht schnell genug abgebaut, was zu schweren phytotoxischen Schäden (Vergilbungen, Wachstumshemmungen) führen kann. Landwirte müssen daher vor der Behandlung die offizielle Sortenliste des Herstellers oder der landwirtschaftlichen Beratung auf Chlortoluron-Toleranz prüfen.

Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirksamkeit von Toluron 700 SC?

Da Chlortoluron ein bodenwirksamer Wirkstoff ist, der über die Wurzeln der Schaderreger aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Anwendungszeitpunkt oder kurz danach entscheidend. Auf ausgetrockneten Böden oder bei langanhaltender Trockenheit kann die Herbizidwirkung unzureichend sein.

Kann Toluron 700 SC auch auf klumpigen oder strohreichen Äckern eingesetzt werden?

Für eine optimale Bodenwirkung ist ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett ohne grobe Klumpen und mit möglichst geringen Strohauflagen erforderlich. Grobe Klumpen und dicke Strohschichten verhindern, dass der Spritzfilm den Boden gleichmäßig erreicht, was zu Wirkungslücken bei nachkeimenden Unkräutern führt.

Wie verhält sich die Anwendung von Toluron 700 SC bei drohendem Nachtfrost?

Eine Anwendung sollte nicht bei Frost oder unmittelbar vor Frostperioden durchgeführt werden. Wenn die Kultur durch Frost gestresst ist, kann der physiologische Abbau des Wirkstoffs in der Kultur gehemmt werden, was das Risiko von Kulturschäden deutlich erhöht.

Wie wird die Wartezeit (PHI) für Toluron 700 SC in Wintergerste und Winterweizen geregelt?

Die Wartezeit ist für dieses Pflanzenschutzmittel durch die Zulassungsbedingungen abgedeckt (Wartezeitcode 'F'). Da die Anwendung ausschließlich im Herbst in den frühen BBCH-Stadien (10 bis 29) erfolgt, vergeht bis zur Ernte im Folgejahr genügend Zeit, sodass keine Rückstände in den Körnern zu befürchten sind.

Wie lässt sich Toluron 700 SC optimal in eine Strategie gegen resistente Ungräser integrieren?

Um die Selektion resistenter Biotypen von Acker-Fuchsschwanz zu verhindern, sollte Toluron 700 SC (HRAC-Gruppe 5) im Tankmix oder in Spritzfolgen mit Wirkstoffen anderer Wirkmechanismen kombiniert werden, beispielsweise mit Bodenherbiziden aus der HRAC-Gruppe 15 (wie Flufenacet). Dies sichert einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg.