Alle Mittel
Sonstige · QEMETICA Agricultural Solutions Spain

TOSCANA

BVL Zul.-Nr. 028873-00

TOSCANA ist ein hochkonzentriertes Herbizid zur gezielten Bekämpfung von breitblättrigen Unkräutern in wichtigen Wintergetreidekulturen wie Winterweichweizen und Wintergerste. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch seine hervorragende Löslichkeit und einfache Handhabung in der täglichen Praxis aus. Es bietet eine zuverlässige und wirtschaftliche Lösung, um ertragsmindernde Konkurrenz im frühen Wachstumsstadium der Kulturen auszuschalten.

Das Wirkungsspektrum von TOSCANA konzentriert sich auf wirtschaftlich bedeutsame zweikeimblättrige Schaderreger im Getreidebau, darunter insbesondere den Acker-Senf und die Purpurrote Taubnessel. Durch die frühe Ausschaltung dieser Unkräuter im Frühjahr wird den Kulturpflanzen der nötige Raum sowie ein optimaler Zugang zu Nährstoffen, Licht und Wasser gesichert, was die Bestandesetablierung und die Bestockung maßgeblich unterstützt.

Wirkstoffe

Tribenuron
750 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in TOSCANA enthaltene Wirkstoff Tribenuron gehört zur chemischen Klasse der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System in die Gruppe 2 (früher Gruppe B) eingestuft. Der Wirkmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in den Pflanzen unerlässlich. Nach der Aufnahme über das Blattwerk und in geringem Maße über die Wurzeln wird der Wirkstoff rasch in der Pflanze transportiert und akkumuliert in den meristematischen Geweben. Durch die Blockade der ALS-Synthese kommt die Zellteilung in den empfindlichen Schaderregern fast augenblicklich zum Stillstand. Sichtbare Symptome wie Chlorosen, Nekrosen und das Absterben der Unkräuter zeigen sich je nach Witterung nach einigen Tagen bis Wochen.

Resistenzmanagement

Um einer Selektion von resistenten Biotypen – insbesondere bei Unkrautarten mit bekannt hohem Risiko wie der Taubnessel – wirksam vorzubeugen, solltest du TOSCANA stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Dies bedeutet, dass du den Wirkstoff Tribenuron (HRAC-Gruppe 2) im Rahmen der Fruchtfolge oder innerhalb der Spritzfolge mit Herbiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie synthetischen Auxinen oder Photosynthesehemmern) abwechselst oder kombinierst. Zudem unterstützen mechanische Maßnahmen und eine abwechslungsreiche Fruchtfolge die langfristige Erhaltung der Wirkstoffwirksamkeit auf deinen Flächen.

Mischbarkeit & Tankmischung

TOSCANA zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit vielen gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden sowie flüssigen Blattdüngern. Bei der Herstellung von Tankmischungen empfiehlt es sich, das Granulat stets als erste Komponente im fast vollständig mit Wasser gefüllten Spritztank unter ständigem Rühren vollständig aufzulösen, bevor weitere Mischpartner hinzugefügt werden. Die Zugabe eines zugelassenen Netzmittels kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme insbesondere unter trockenen Witterungsbedingungen optimieren. Achte stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine gleichmäßige Benetzung der Zielflächen zu garantieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit TOSCANA ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, obligatorisch. Zum Schutz von Nichtzielorganismen und Gewässern sollte eine Abdrift auf angrenzende Flächen unbedingt vermieden werden; nutze hierzu stets abdriftmindernde Düsentechnik und halte dich an die guten fachlichen Praktiken. Da keine spezifische Bieneneinstufung im Zulassungstext vorgegeben ist, gilt die allgemeine Vorsichtsmaßnahme: Vermeide Anwendungen direkt in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, und verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteAcker-Senf, Purpurrote Taubnessel20–2920 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Senf, Purpurrote Taubnessel20–2920 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von TOSCANA im Getreide?

Der beste Behandlungszeitraum liegt in der Bestockungsphase deiner Kulturen (BBCH-Stadium 20 bis 29), wenn die Schaderreger aufgelaufen sind und sich im aktiven Wachstum befinden. Eine warme, wüchsige Witterung beschleunigt die Wirkstoffaufnahme und führt zu schnelleren Bekämpfungserfolgen auf dem Feld.

Wie verhält sich TOSCANA bei kühlen Temperaturen während der Spritzung?

Obwohl der Wirkstoff Tribenuron auch bei kühleren Temperaturen stabil bleibt, ist für eine optimale und schnelle Wirkung ein aktiver Pflanzenstoffwechsel der Unkräuter nötig. Bei starkem Frost oder extremen Trockenperioden solltest du die Behandlung verschieben, da die Schaderreger den Wirkstoff in diesen Stressphasen nur verlangsamt aufnehmen.

Kann ich TOSCANA mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) mischen?

Ja, eine Mischung mit AHL ist grundsätzlich möglich, erfordert jedoch besondere Vorsicht hinsichtlich der Kulturverträglichkeit. Um Verbrennungen an den Blättern der Kultur zu vermeiden, sollte die Getreideoberfläche beim Spritzen absolut trocken sein (kein Tau) und die Behandlung nicht bei praller Sonne durchgeführt werden.

Was musst du beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von TOSCANA beachten?

Der Wirkstoff Tribenuron wird im Boden relativ rasch durch mikrobiellen Abbau und Hydrolyse abgebaut. Nach einer normalen Ernte im Sommer bestehen für den herbstlichen Anbau von Folgekulturen in der Regel keine Einschränkungen. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur solltest du jedoch die spezifischen Vorgaben zur Bodenbearbeitung beachten.

Warum ist die Zugabe eines Netzmittels bei der Anwendung von TOSCANA ratsam?

Da die Blätter mancher Schaderreger (wie der Purpurroten Taubnessel) eine ausgeprägte Wachsschicht oder Behaarung besitzen, verbessert ein zugelassenes Netzmittel die Haftung der Spritzbrühe. Dies erleichtert das Eindringen des Wirkstoffs durch die Kutikula und sichert die Herbizidwirkung auch unter suboptimalen, trockenen Bedingungen ab.

Wie erkennst du, ob die Behandlung mit TOSCANA auf den Unkräutern wirkt?

Erste Symptome zeigen sich meist nach wenigen Tagen durch einen vollständigen Wachstumsstopp der Schaderreger. Die Herzblätter verfärben sich hellgrün bis gelblich (Chlorosen), gefolgt von rötlichen Verfärbungen an den Blatträndern und schließlich dem vollständigen Absterben (Nekrose) des Unkrauts innerhalb von zwei bis drei Wochen.