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TRILORA 100 SC

BVL Zul.-Nr. 00B289-60

TRILORA 100 SC ist ein selektives Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern im Mais (Zea mays). Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, lässt sich das Pflanzenschutzmittel leicht dosieren und zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus. Das Produkt ist speziell für den Nachauflauf-Einsatz konzipiert und bietet eine flexible Lösung zur Unkrautkontrolle in der kritischen frühen Entwicklungsphase der Kultur.

Durch die Kombination aus Blatt- und Bodenwirkung erfasst das Pflanzenschutzmittel bereits aufgelaufene Schaderreger und bietet gleichzeitig eine gewisse Depotwirkung gegen nachkeimende Unkräuter. Dies macht TRILORA 100 SC zu einem verlässlichen Baustein in modernen Herbizidstrategien im Maisanbau, insbesondere in Regionen mit hohem Druck durch schwer bekämpfbare Laubunkräuter.

Wirkstoffe

Mesotrione
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Mesotrione gehört zur chemischen Gruppe der Triketone (HRAC-Gruppe 27, ehemals F2). Er wirkt als selektiver Inhibitor des Enzyms HPPD (p-Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase). Durch diese Blockade wird die Biosynthese von Plastochinon und in der Folge von Carotinoiden gestört. Da Carotinoide das Chlorophyll vor photodynamischer Zerstörung schützen, führt der Mangel an diesen Pigmenten zu einer schnellen Zerstörung des Chlorophylls durch Sonnenlicht. Die betroffenen Schaderreger zeigen charakteristische Ausbleichungserscheinungen (Bleaching) an den Vegetationspunkten und Blättern, gefolgt von einer vollständigen Nekrose und dem Absterben der Unkräuter innerhalb von ein bis zwei Wochen. Die Aufnahme erfolgt sowohl über die Blätter als auch über die Wurzeln, wodurch eine schnelle systemische Verteilung in der Pflanze gewährleistet ist.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen vorzubeugen, sollte TRILORA 100 SC stets im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements eingesetzt werden. Dies beinhaltet den jährlichen Wechsel von Herbiziden mit unterschiedlichen Wirkmechanismen (z. B. Kombination oder Rotation mit ALS-Inhibitoren oder Photosynthese-Inhibitoren). Zudem sollte die maximale Aufwandmenge nicht reduziert werden, um die Selektion teilresistenter Biotypen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

TRILORA 100 SC ist im Allgemeinen gut mischbar mit anderen gängigen Maisherbiziden, insbesondere zur Erweiterung des Wirkungsspektrums gegen Ungräser. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung zu achten. Mischungen mit blattaktiven Partnern sollten bevorzugt in den kühleren Morgen- oder Abendstunden ausgebracht werden, um die Kulturverträglichkeit zu maximieren. Vor dem Ansetzen größerer Mengen wird ein physikalischer Mischtest empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die in der Zulassung definierten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–181 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit TRILORA 100 SC?

Der optimale Anwendungszeitraum liegt im frühen Nachauflauf des Maises im BBCH-Stadium 12 bis 18. Die Unkräuter sollten sich im aktiven Wachstum befinden und idealerweise das 2- bis 4-Blatt-Stadium noch nicht überschritten haben, um die maximale Blattwirkung des Wirkstoffs Mesotrione zu nutzen.

Wie schnell sind die ersten Symptome an den Unkräutern sichtbar?

Erste Symptome in Form von charakteristischen weißen Verfärbungen (Bleaching) an den Triebspitzen der Unkräuter zeigen sich meist schon 3 bis 5 Tage nach der Behandlung. Das vollständige Absterben der Schaderreger erfolgt je nach Witterung innerhalb von 10 bis 14 Tagen.

Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirksamkeit?

Da Mesotrione sowohl über das Blatt als auch über die Wurzeln aufgenommen wird, begünstigt eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit die langanhaltende Bodenwirkung gegen nachkeimende Unkräuter. Bei extremer Trockenheit dominiert die reine Blattwirkung, weshalb eine gute Benetzung der Unkrautblätter dann besonders wichtig ist.

Gibt es Einschränkungen für den Nachbau von Folgekulturen?

Nach dem regulären Einsatz von TRILORA 100 SC im Mais können im folgenden Herbst in der Regel Wintergetreide und im darauffolgenden Frühjahr fast alle üblichen Kulturen nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur wird eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) empfohlen, bevor empfindliche Kulturen wie Rüben oder Gemüse eingesät werden.

Kann TRILORA 100 SC bei extremen Temperaturen appliziert werden?

Nein, von einer Anwendung bei Temperaturen über 25 °C oder unter starker Sonneneinstrahlung wird abgeraten, da dies das Risiko von vorübergehenden Kulturaufhellungen (Phytotox) im Mais erhöht. Ideal sind milde, wolkige Tage oder die Ausbringung in den Abendstunden.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für den Maisanbau?

Nutzen Sie hierzu die Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie unter 'Kulturen' den Eintrag 'Mais' (ZEAMX) und filtern Sie nach der gewünschten Schaderreger-Gruppe, um eine vollständige Übersicht aller in Deutschland zugelassenen Alternativen und Kombinationspartner zu erhalten.