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OTHER · Sharda Cropchem Espana S.L.

URI

BVL Zul.-Nr. 00B500-00

URI ist ein hochkonzentriertes, selektives Herbizid zur Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern in Wintergetreide (Winterweichweizen, Wintergerste und Winterroggen). Mit dem bewährten Wirkstoff 2,4-D (722,5 g/l) bietet das Pflanzenschutzmittel von Sharda Cropchem eine zuverlässige und wirtschaftliche Lösung für den Frühjahrseinsatz. Die flüssige Formulierung gewährleistet eine einfache Handhabung und schnelle Aufnahme durch die Schadpflanzen.

Das Wirkungsspektrum konzentriert sich auf wichtige breitblättrige Unkräuter im Getreidebau, insbesondere das Acker-Hellerkraut. Durch die systemische Verteilung im Saftstrom der Kultur und der Unkräuter erfasst das Mittel auch tiefer wurzelnde Schaderreger nachhaltig. Es eignet sich hervorragend zur Bereinigung von Unkrautwellen nach dem Winter, sobald das vegetative Wachstum der Kulturen im Frühjahr einsetzt.

Als bewährter Standard im Segment der Wuchsstoffherbizide zeichnet sich URI durch eine schnelle visuelle Wirkung aus. Bereits kurz nach der Anwendung zeigen empfindliche Unkräuter typische Deformationen und sterben in der Folge rasch ab, was die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe im Getreidebestand effektiv unterbindet.

Wirkstoffe

2,4-D
722.5 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff 2,4-D gehört zur chemischen Gruppe der Phenoxycarbonsäuren und ist im HRAC-System in die Gruppe 4 (synthetische Auxine) eingestuft. Er imitiert das pflanzeneigene Wuchshormon Indol-3-essigsäure (Auxin). Nach der Aufnahme über die Blätter und in geringem Maße über die Wurzeln wird der Wirkstoff systemisch in der gesamten Pflanze verteilt und reichert sich besonders in den meristematischen Geweben (Wachstumszonen) an. Dies führt zu einer unkontrollierten Überstimulation des Zellwachstums und der Zellteilung. Die betroffenen Unkräuter zeigen charakteristische Wuchsanomalien wie Epinasie (Verkrümmung von Stängeln und Blättern), Rissbildungen und schließlich das Absterben des gesamten Leitungssystems. Da einkeimblättrige Kulturen wie Getreide den Wirkstoff rasch metabolisieren und abbauen können, besteht eine hervorragende Selektivität für die zugelassenen Kulturen innerhalb des empfohlenen Anwendungsfensters.

Resistenzmanagement

Zur Vermeidung von Resistenzbildungen bei Unkräutern gegen synthetische Auxine (HRAC-Gruppe 4) sollte URI stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Dies umfasst den regelmäßigen Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (z. B. ALS-Inhibitoren oder Photosynthese-Inhibitoren) in der Fruchtfolge sowie mechanische Unkrautbekämpfungsmaßnahmen. Da Resistenzen gegen Wuchsstoffe im Getreidebau im Vergleich zu anderen Wirkstoffklassen relativ selten sind, eignet sich das Produkt hervorragend als Baustein im Antiresistenzmanagement, um die Wirksamkeit gefährdeterer Wirkstoffgruppen langfristig zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

URI ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) mischbar. Bei Mischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere Sulfonylharnstoffen, sollte vorab die Verträglichkeit geprüft werden, da es in Einzelfällen zu antagonistischen Effekten oder einer verringerten Kulturverträglichkeit kommen kann. Die Anwendung sollte in ausreichend Wasser bei wüchsigem Wetter und Temperaturen über 10 °C erfolgen, um eine optimale Aufnahme zu gewährleisten. Frost oder extreme Trockenheit direkt nach der Behandlung sind zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit URI sind die gesetzlich vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (PSA) wie Schutzhandschuhe und Schutzkleidung strikt einzuhalten, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Das Produkt ist als gewässergefährdend eingestuft; daher müssen die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) und Saumstrukturen exakt beachtet werden. Für Honigbienen ist das Mittel bei sachgerechter Anwendung in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen oder Unkräutern im Unterwuchs vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteAcker-Hellerkraut21–321.25 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Hellerkraut21–321.25 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Hellerkraut21–321.25 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von URI im Frühjahr?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im Frühjahr ab dem Beginn der Bestockung bis zum Erscheinen des zweiten Knotens der Kultur (BBCH 21–32). Die Unkräuter sollten sich im aktiven Wachstum befinden und die Temperaturen tagsüber stabil über 10 °C liegen, da Wuchsstoffe bei warmer, wüchsiger Witterung am schnellsten aufgenommen und transportiert werden.

Warum ist die Einhaltung des BBCH-Stadiums 32 als Obergrenze so wichtig?

Nach dem BBCH-Stadium 32 (Zweiknotenstadium des Getreides) beginnt die Phase der Ährenanlage im Halm. Eine spätere Anwendung von Wuchsstoffen wie 2,4-D kann zu schweren physiologischen Schäden an der Kultur führen, wie z. B. deformierten Ähren, unvollständigem Ährenschieben oder Ertragsverlusten.

Kann URI bei Nachtfrostgefahr eingesetzt werden?

Nein, von einer Anwendung bei drohendem Nachtfrost oder unmittelbar nach Frostperioden wird dringend abgeraten. Frost hemmt den Stoffwechsel der Kultur, was zu einer verlangsamten Entgiftung des Wirkstoffs in der Pflanze und somit zu erheblichen Kulturschäden (Phytotoxizität) führen kann. Zudem ist die Wirkung auf die Unkräuter unter kalten Bedingungen stark reduziert.

Wie wirkt sich Regen kurz nach der Spritzung auf die Effizienz aus?

URI benötigt eine regenfreie Zeit von mindestens 2 bis 4 Stunden nach der Applikation, damit der Wirkstoff vollständig von den Blättern der Unkräuter aufgenommen werden kann. Niederschläge kurz nach der Behandlung waschen den Wirkstoff ab und mindern die biologische Wirksamkeit erheblich.

Welche Rolle spielt das Acker-Hellerkraut als Zielorganismus in der Fruchtfolge?

Das Acker-Hellerkraut (Thlaspi arvense) ist ein Kreuzblütler und dient oft als Zwischenwirt für wichtige Raps-Krankheiten wie Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae) oder Verticillium-Welke. Die konsequente Bekämpfung im Wintergetreide mit URI reduziert das Infektionspotenzial in rapsbetonten Fruchtfolgen nachhaltig.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Kreuzblütler im Getreide?

Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur (z. B. Winterweichweizen) und filtern Sie nach dem Schaderreger 'Acker-Hellerkraut' oder der übergeordneten Unkrautgruppe, um alle aktuell in Deutschland zugelassenen Alternativen und Tankmischpartner anzuzeigen.