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Sonstige · Sharda Cropchem Espana S.L.

URI

BVL Zul.-Nr. 00B500-00

URI ist ein hochkonzentriertes, selektives Herbizid zur Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern, insbesondere dem Acker-Hellerkraut, in wichtigen Wintergetreidekulturen wie Wintergerste, Winterweichweizen und Winterroggen. Mit dem bewährten Wirkstoff 2,4-D (722,5 g/l) bietet das Pflanzenschutzmittel eine zuverlässige und schnelle Wirkung im Nachauflauf im Frühjahr. Die flüssige Formulierung sorgt für eine hervorragende Benetzung der Blattoberflächen und eine rasche Aufnahme durch die Schadpflanzen.

Als systemisches Herbizid ist URI ein wichtiger Baustein in der Unkrautbekämpfung im Getreidebau, um Ertragsverluste und Ernteerschwernisse durch konkurrenzstarke Schaderreger effektiv zu verhindern. Die Anwendung erfolgt flexibel ab dem Bestockungsstadium bis zum Beginn des Schossens (BBCH 21–32) mit einer zugelassenen Aufwandmenge von 1,25 l/ha.

Wirkstoffe

2,4-D
722.5 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff 2,4-D gehört zur HRAC-Gruppe 4 (synthetische Auxine). Er imitiert das natürliche Pflanzenhormon Auxin (Indol-3-essigsäure) und stört das hormonelle Gleichgewicht der empfindlichen zweikeimblättrigen Unkräuter nachhaltig. Nach der Aufnahme über die Blätter und teilweise über die Wurzeln wird der Wirkstoff systemisch in der gesamten Pflanze verteilt und akkumuliert in den meristematischen Geweben. Dies führt zu einem unkontrollierten, asymmetrischen Wachstum (Epinastie), gefolgt von einer Störung des Stoffwechsels, dem Zusammenbruch des Leitgewebes und schließlich zum Absterben des Schaderregers. Da einkeimblättrige Kulturen wie Wintergerste, Winterweizen und Winterroggen den Wirkstoff schnell metabolisieren und abbauen können, weisen sie eine hervorragende Selektivität auf.

Resistenzmanagement

Da 2,4-D zur HRAC-Gruppe 4 gehört, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei sachgerechter Anwendung als gering bis mäßig einzustufen. Um die langfristige Wirksamkeit zu sichern, solltest du URI stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Dies umfasst den Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen in der Fruchtfolge sowie mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung. Vermeide wiederholte Solobehandlungen mit synthetischen Auxinen auf derselben Fläche.

Mischbarkeit & Tankmischung

URI zeigt sich im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Fungiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Stickstoffdüngern (AHL), die für den Einsatz im Frühjahr in Getreide registriert sind. Bei Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe (Kübeltest) durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme Temperaturen oder intensive Sonneneinstrahlung während der Applikation, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit URI ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, unerlässlich. Da keine spezifische Bienen-Einstufung vorliegt, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die Abendstunden. Um Einträge in Oberflächengewässer und Nichtzielbiotope zu vermeiden, sind die allgemeinen Abstandsauflagen und abdriftmindernde Düsen zu nutzen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteAcker-Hellerkraut21–321.25 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Hellerkraut21–321.25 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Hellerkraut21–321.25 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit URI im Frühjahr?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im Frühjahr bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen stabil über 10 °C, wenn das Acker-Hellerkraut aktiv wächst. Achte darauf, dass sich deine Kulturen im BBCH-Stadium 21 bis 32 befinden (Bestockung bis Beginn des Schossens).

Kannst du URI auch bei drohendem Nachtfrost anwenden?

Nein, du solltest URI nicht anwenden, wenn Frostgefahr besteht oder unmittelbar nach Frostperioden. Niedrige Temperaturen verlangsamen den Stoffwechsel der Kultur, was das Risiko von phytotoxischen Schäden erhöht und gleichzeitig die herbizide Wirkung auf den Schaderreger stark herabsetzt.

Wie finde ich auf der Plattform weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen das Acker-Hellerkraut?

Du kannst in unserer Datenbank gezielt nach dem Schaderreger „Acker-Hellerkraut“ filtern und diesen mit deinen angebauten Kulturen kombinieren. Das System zeigt dir dann alle aktuell in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Aufwandmengen und spezifischen Anwendungsbestimmungen an.

Warum ist die Einhaltung der BBCH-Stadien (21–32) bei diesem Pflanzenschutzmittel so wichtig?

Vor dem BBCH-Stadium 21 ist das Getreide noch nicht ausreichend widerstandsfähig. Ab dem BBCH-Stadium 32 beginnt die sensible Phase der Ährenentwicklung; eine spätere Anwendung von Wuchsstoffen wie 2,4-D kann zu schweren Deformationen der Ähren und damit zu erheblichen Ertragseinbußen führen.

Wie viel regenfreie Zeit benötigt URI nach der Ausbringung?

URI benötigt eine gewisse Zeit, um vollständig in das Blattgewebe des Schaderregers einzudringen. Du solltest die Behandlung so planen, dass nach der Applikation mindestens 2 bis 4 Stunden Niederschlagsfreiheit gewährleistet sind, um ein Abwaschen des Wirkstoffs zu verhindern.