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OTHER · Valto B.V.

V5

BVL Zul.-Nr. 00A826-00

V5 von Valto B.V. ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur biologischen Kontrolle des Pepino-Mosaikvirus (PepMV) im professionellen Tomatenanbau unter Glas. Als innovatives biotechnologisches Produkt basiert es auf einem milden, nicht-pathogenen Isolat des Pepino-Mosaikvirus (Isolat VC1). Diese flüssige Formulierung dient der gezielten präventiven Immunisierung von Tomatenkulturen, um Ertrags- und Qualitätsverluste durch aggressive Wildstämme des Virus effektiv zu verhindern.

Das Produkt wird im Wege der sogenannten Kreuzprotektion (Präimmunisierung) eingesetzt. Da das Pepino-Mosaikvirus im intensiven Gewächshausanbau extrem leicht mechanisch übertragen wird und schwere Fruchtsymptome wie Marmorierung, Fleckigkeit und Nekrosen verursachen kann, bietet V5 eine proaktive Schutzstrategie. Es besetzt die ökologische Nische in der Kultur, bevor pathogene Feldstämme die Pflanzen infizieren und schädigen können.

Die Anwendung konzentriert sich primär auf junge Kulturen in den frühen BBCH-Stadien, um einen lückenlosen Schutz von Beginn an zu gewährleisten. Durch die Etablierung des milden Isolats in der Kultur wird das Risiko von Ernteausfällen minimiert, während die Fruchtqualität für den Frischmarkt gesichert bleibt.

Wirkstoffe

Mild Pepino Mosaic Virus Isolat VC1
0.025 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkungsweise von V5 basiert auf dem biologischen Prinzip der Kreuzprotektion (Präimmunisierung). Nach der Applikation besiedelt das milde Pepino-Mosaikvirus-Isolat VC1 die Pflanzenzellen der Kultur. Durch diese kontrollierte Erstinfektion wird der pflanzeneigene Abwehrmechanismus – insbesondere das RNA-Silencing (RNA-Interferenz) – spezifisch aktiviert. Sobald das milde Isolat im Pflanzengewebe etabliert ist, blockiert es die Replikationswege für nachfolgende Infektionen durch aggressive, ertragsmindernde Wildstämme des Pepino-Mosaikvirus. Die Kultur ist somit gegen den Schaderreger geschützt. Da es sich um einen rein biologischen Schutzmechanismus handelt, erfolgt keine Einstufung in klassische chemische HRAC-, IRAC- oder FRAC-Gruppen; das Wirkprinzip ist rein virologisch-präventiv.

Resistenzmanagement

Da es sich bei V5 um ein biologisches Impfverfahren mittels eines milden Virusisolats handelt, unterscheidet sich das Resistenzmanagement grundlegend von dem chemischer Pflanzenschutzmittel. Eine klassische Resistenzbildung des Schaderregers gegen den Wirkstoff ist nicht zu erwarten. Um den Erfolg der Präimmunisierung zu sichern, müssen jedoch strenge Hygienemaßnahmen im Gewächshaus eingehalten werden. Es ist entscheidend, dass der gesamte Bestand gleichmäßig und frühzeitig behandelt wird, um zu verhindern, dass sich aggressive Wildstämme in noch ungeschützten Pflanzenteilen oder Einzelpflanzen etablieren können.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Anwendung von V5 ist die biologische Aktivität des milden Virusisolats zwingend zu erhalten. Das Produkt darf unter keinen Umständen mit Desinfektionsmitteln, viruziden Substanzen, Kupferpräparaten oder starken Säuren und Basen in der Spritzbrühe gemischt werden, da diese das Viruspartikel sofort inaktivieren würden. Die Verwendung von sauberem, chlorfreiem Wasser ist für die Spritzbrühe obligatorisch. Generell wird empfohlen, V5 als Solobehandlung auszubringen, um eine optimale Benetzung und Vitalität des Impfstammes zu gewährleisten. Zwischen der Anwendung von V5 und eventuellen Behandlungen mit systemischen Fungiziden oder Pflanzenstärkungsmitteln sollte ein ausreichender zeitlicher Abstand eingehalten werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als biologisches Pflanzenschutzmittel auf Basis eines pflanzenspezifischen Virus weist V5 ein äußerst günstiges Umwelt- und Toxizitätsprofil auf. Es besteht kein Risiko für Anwender, Verbraucher oder Nützlinge wie Hummeln, die im Gewächshaus zur Bestäubung eingesetzt werden. Dennoch sind beim Umgang mit dem Konzentrat die standardmäßigen persönlichen Schutzausrüstungen zu tragen, um direkten Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Da das Virus streng wirtsspezifisch für bestimmte Solanaceen ist, besteht keine Gefahr für aquatische Organismen, Vögel oder Bodenlebewesen, weshalb keine strengen Gewässerabstandsauflagen erforderlich sind.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
TomatePepino Mosaik Virus13–5170 LITER_PER_HECTARE
TomatePepino Mosaik Virus13–610.8 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von V5 im Tomatenanbau?

Die Anwendung sollte so früh wie möglich erfolgen, idealerweise an jungen, aktiv wachsenden Kulturen ab dem Dreiblattstadium (BBCH 13) bis spätestens zum Beginn der Blüte (BBCH 61). Wichtig ist, dass die Kulturen zum Zeitpunkt der Applikation noch völlig frei von Wildstämmen des Pepino-Mosaikvirus sind, da das Produkt rein präventiv wirkt.

Wie wird überprüft, ob die Impfung mit V5 erfolgreich war?

Etwa zwei bis drei Wochen nach der Applikation sollte der Erfolg der Präimmunisierung kontrolliert werden. Dies geschieht in der Regel durch molekularbiologische Tests (wie ELISA oder RT-PCR) an repräsentativen Blattproben im Labor, um das Vorhandensein des milden Isolats VC1 im Pflanzensaft nachzuweisen.

Können nach der Behandlung mit V5 Symptome an den Tomatenkulturen auftreten?

Da es sich um ein mildes Isolat handelt, sind die Symptome minimal. Gelegentlich kann es kurz nach der Infektion zu einer leichten, vorübergehenden Aufhellung der jüngsten Blätter oder einer minimalen Wuchshemmung kommen. Diese Symptome verwachsen sich jedoch schnell und haben keinen negativen Einfluss auf den späteren Ertrag oder die Fruchtqualität.

Was muss bei der Reinigung der Spritzgeräte vor der Anwendung beachtet werden?

Vor der Anwendung müssen alle Spritzgeräte extrem gründlich gereinigt und gespült werden. Jegliche Rückstände von Desinfektionsmitteln, Fungiziden oder kupferhaltigen Produkten müssen vollständig entfernt werden, da diese die lebenden Viren im Produkt inaktivieren und die Behandlung unwirksam machen würden.

Wie verträgt sich die Anwendung von V5 mit dem Einsatz von Nützlingen im Gewächshaus?

V5 ist vollkommen kompatibel mit dem Einsatz von Nützlingen wie Raubmilben, Schlupfwespen oder Hummeln zur Bestäubung. Da das Virus ausschließlich Pflanzenzellen infiziert, hat es keinerlei Nebenwirkungen auf die Fauna im Gewächshaus und kann nahtlos in integrierte Pflanzenschutzsysteme (IPM) integriert werden.

Wie muss V5 gelagert werden, um die Wirksamkeit des Virusisolats zu erhalten?

Da V5 lebende Viruspartikel enthält, ist die Einhaltung der Kühlkette entscheidend. Das Produkt muss bis zur Verwendung im Kühlschrank bei Temperaturen zwischen 2 °C und 6 °C gelagert werden. Es darf keinesfalls eingefroren oder direkter Sonneneinstrahlung und Hitze ausgesetzt werden, da dies die Infektiosität des Isolats drastisch reduziert.