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Vintec

BVL Zul.-Nr. 008562-00

Vintec ist ein innovatives biologisches Pflanzenschutzmittel, das speziell für den Schutz von Weinreben gegen die gefürchteten Erreger des Esca-Komplexes entwickelt wurde. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, basiert dieses moderne Präparat auf den lebenden Sporen des nützlichen Pilzstammes Trichoderma atroviride Stamm SC1. Es besetzt eine Schlüsselrolle im modernen, nachhaltigen Weinbau, da es eine biologische Barriere gegen Holzkrankheiten (Grapevine Trunk Diseases, GTDs) bildet.

Die Anwendung konzentriert sich primär auf den Schutz von frischen Schnittwunden nach dem Rebschnitt. Da diese Wunden die Haupteintrittspforten für die Sporen der Esca-Erreger wie Phaeomoniella chlamydospora und Togninia minima darstellen, ist eine frühzeitige und lückenlose Besiedlung durch den Nutzpilz entscheidend. Vintec zeichnet sich durch eine hervorragende Kolonisierungsfähigkeit des Holzgewebes aus, selbst bei niedrigen Temperaturen, wie sie im Spätwinter und frühen Frühjahr herrschen.

Durch den Einsatz dieses biologischen Fungizids können Winzer die Langlebigkeit ihrer Rebanlagen sichern und schleichenden Ertragsausfällen durch das Absterben einzelner Stöcke effektiv vorbeugen. Es fügt sich nahtlos in integrierte sowie ökologische Bewirtschaftungskonzepte ein.

Wirkstoffe

Trichoderma atroviride Stamm SC1
150 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkmechanismus von Vintec basiert auf der biologischen Aktivität von Trichoderma atroviride Stamm SC1. Nach der Applikation auf die Schnittwunden keimen die Sporen des Nutzpilzes und besiedeln aktiv die Gefäße und das umliegende Holzgewebe der Weinrebe. Dieser Prozess schafft eine physische und physiologische Barriere. Durch Nahrungskonkurrenz und die Besetzung des Lebensraums (kompetitive Exklusion) wird den pathogenen Esca-Erregern die Lebensgrundlage entzogen, sodass diese nicht in die Wunde eindringen und das Holz infizieren können. Darüber hinaus zeichnet sich der Stamm SC1 durch Mykoparasitismus aus; er ist in der Lage, die Zellwände konkurrierender Pilze enzymatisch anzugreifen und abzubauen. Da es sich um einen biologischen Antagonisten handelt, ist der Wirkstoff nicht in die klassischen chemischen FRAC-Gruppen eingestuft, sondern agiert als lebender Organismus mit einem multi-site-ähnlichen, präventiven Schutzkonzept, das auch die pflanzeneigene Abwehr anregen kann.

Resistenzmanagement

Da es sich bei Trichoderma atroviride Stamm SC1 um einen lebenden biologischen Antagonisten mit einem komplexen, physikalisch-biologischen Wirkungsmechanismus handelt, besteht kein Risiko für eine Resistenzentwicklung seitens der Schaderreger. Ein klassisches Resistenzmanagement im Sinne einer Wirkstoffrotation (wie bei chemisch-synthetischen Fungiziden) ist daher nicht erforderlich. Vintec eignet sich hervorragend als Baustein in Antiresistenzstrategien, um den Selektionsdruck auf gefährdete chemische Wirkstoffklassen im Weinberg zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Mischbarkeit von Vintec ist besondere Vorsicht geboten, da es sich um ein biologisches Produkt mit lebenden Pilzsporen handelt. Die gleichzeitige Anwendung oder Tankmischung mit chemisch-synthetischen Fungiziden, insbesondere solchen mit systemischer oder stark kurativer Wirkung gegen Schlauchpilze, kann die Vitalität und Keimfähigkeit der Trichoderma-Sporen stark beeinträchtigen. Zwischen einer Behandlung mit Vintec und nachfolgenden Fungizidspritzungen sollte ein ausreichender zeitlicher Abstand eingehalten werden. Zudem ist auf saubere Spritzgeräte ohne chemische Rückstände sowie auf eine ausreichende Wassertemperatur bei der Applikation zu achten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als biologisches Pflanzenschutzmittel weist Vintec ein äußerst günstiges Ökotoxizitätsprofil auf. Es schont Nützlinge wie Raubmilben, Bienen und andere Bestäuber und ist im Regelfall als nicht bienengefährlich eingestuft. Dennoch sind beim Ansetzen der Spritzbrühe und bei der Applikation die standardmäßigen persönlichen Schutzausrüstungen (wie Schutzhandschuhe und Atemschutzmaske gegen Staubbildung beim Einfüllen des Granulats) zu tragen, um Sensibilisierungen zu vermeiden. Gewässerabstände und Anwendungsbestimmungen zum Schutz von Oberflächengewässern sind gemäß den nationalen Zulassungsauflagen stets einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeEsca-Erreger der Weinrebe (Togninia minima), Esca-Erreger der Weinrebe (Phaeomoniella chlamydospora)0–990.2 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Vintec im Weinberg?

Die Behandlung sollte so schnell wie möglich nach dem Rebschnitt erfolgen, idealerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Zu diesem Zeitpunkt sind die Schnittwunden noch frisch und empfänglich für die Besiedlung durch Trichoderma atroviride. Da der Nutzpilz Feuchtigkeit und moderate Temperaturen zur Keimung benötigt, sollte die Applikation an frostfreien Tagen bei feuchter Witterung, jedoch nicht unmittelbar vor starkem Regen (Gefahr des Abwaschens), durchgeführt werden.

Kann Vintec auch bei niedrigen Temperaturen im Spätwinter appliziert werden?

Ja, der in Vintec enthaltene Stamm SC1 von Trichoderma atroviride wurde speziell aufgrund seiner hohen Aktivität bei niedrigen Temperaturen selektiert. Die Sporen können bereits ab Temperaturen von ca. 10 °C aktiv keimen und das Holz besiedeln. Wichtig ist, dass während der Applikation und in den darauffolgenden Stunden kein Frost herrscht, damit der Schutzfilm auf den Schnittwunden gut antrocknen und die Kolonisierung beginnen kann.

Wie lange schützt eine Behandlung mit Vintec die Schnittwunden der Rebe?

Einmal etabliert, wächst das Myzel von Trichoderma atroviride in die oberen Holzschichten der Schnittwunde ein und bietet dort einen langanhaltenden Schutz über mehrere Wochen bis Monate. Da die natürliche Empfindlichkeit der Schnittwunden gegenüber Esca-Erregern mit der Zeit durch die natürliche Wundheilung der Rebe abnimmt, deckt Vintec die kritische Phase direkt nach dem Schnitt lückenlos ab.

Welche Anforderungen an die Spritztechnik müssen bei der Ausbringung beachtet werden?

Da es sich um ein biologisches Präparat handelt, müssen die Spritzgeräte vor der Anwendung gründlich von allen Rückständen chemischer Fungizide gereinigt werden. Es wird empfohlen, Vintec mit ausreichend Wasser auszubringen, um eine vollständige Benetzung der Schnittwunden zu gewährleisten. Spezielle Wundbehandlungsdüsen oder eine gezielte Bandspritzung auf die Schnittzonen erhöhen die Anlagerungseffizienz erheblich.

Gibt es Einschränkungen bei der Wartezeit bis zur Ernte?

Da Vintec sehr früh in der Saison (während der Vegetationsruhe bzw. direkt nach dem Winterschnitt im BBCH-Bereich vor dem Austrieb) angewendet wird und auf den verholzten Teilen verbleibt, ist die Wartezeit (PHI) in der Praxis nicht relevant bzw. durch die Zulassungsbehörde (BVL) als "nicht erforderlich" eingestuft. Es besteht kein Risiko von Rückständen im Erntegut oder im Wein.

Wie lagert man Vintec am besten, um die Vitalität der Sporen zu erhalten?

Als biologisches Produkt mit lebenden Sporen ist Vintec temperaturempfindlich. Für eine optimale Haltbarkeit sollte das Produkt kühl gelagert werden. Bei einer Lagerung im Kühlschrank (ca. 4 °C) oder Gefrierschrank bleibt die Vitalität der Sporen über einen langen Zeitraum vollständig erhalten. Vermeiden Sie unbedingt eine dauerhafte Lagerung bei Temperaturen über 20 °C oder direkte Sonneneinstrahlung auf die Verpackung.