Vinteger
Vinteger von Biofa GmbH ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel, das speziell für den Weinbau zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) entwickelt wurde. Basierend auf dem bewährten Wirkstoff Kaliumphosphonat (634 g/l) bietet diese flüssige Formulierung eine hervorragende Kombination aus direktem Schutz der Kultur und der Aktivierung pflanzeneigener Abwehrmechanismen.
Als moderner Baustein im integrierten Weinbau zeichnet sich Vinteger durch seine schnelle Aufnahme und exzellente Verteilung in der Kultur aus. Es schützt nicht nur die direkt behandelten Pflanzenteile, sondern durch seine voll-systemische Mobilität (sowohl akropetal als auch basipetal) auch den empfindlichen Neuzuwachs der Reben während der kritischen Wachstumsphasen vor und während der Blüte.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Kaliumphosphonat besitzt einen dualen Wirkungsmechanismus, der in die FRAC-Gruppe P07 (Induktoren der pflanzlichen Selbstverteidigung) eingeordnet wird. Einerseits wirkt er direkt fungizid, indem er das Myzelwachstum und die Sporenbildung des Oomyceten Plasmopara viticola hemmt. Andererseits fungiert er als Elizitor, der die natürlichen Abwehrkräfte der Kultur stimuliert. Dies führt zu einer verstärkten Produktion von Phytoalexinen und einer strukturellen Festigung der Zellwände, wodurch das Eindringen des Schaderregers erschwert wird. Durch die voll-systemische Verteilung im Saftstrom der Rebe wird ein langanhaltender Schutz gewährleistet, der besonders in Phasen des intensiven Triebwachstums von unschätzbarem Wert ist. Da der Wirkstoff sowohl nach oben in die Triebspitzen als auch nach unten transportiert wird, schließt er Schutzlücken, die bei rein kontaktwirksamen Präparaten entstehen können.
Resistenzmanagement
Aufgrund des dualen und komplexen Wirkungsmechanismus von Kaliumphosphonat (FRAC-Gruppe P07) ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Plasmopara viticola als äußerst gering einzustufen. Dennoch sollte Vinteger im Rahmen eines vorausschauenden Antiresistenzmanagements stets im Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen eingesetzt werden. Die Kombination oder der Blockeinsatz mit Kontaktfungiziden stabilisiert die Wirkung und schont gleichzeitig andere sensible Wirkstoffgruppen vor Selektionsdruck.
Mischbarkeit & Tankmischung
Vinteger ist im Allgemeinen gut mit gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern mischbar. Bei Mischungen mit stark sauren Produkten oder bestimmten Kupferformulierungen ist jedoch Vorsicht geboten, da sich der pH-Wert der Spritzbrühe verändern und die Pflanzenverträglichkeit beeinflusst werden kann. Es wird empfohlen, vor der großflächigen Anwendung eine Mischprobe in einem kleineren Gefäß durchzuführen. Für eine optimale Benetzung und Haftung auf den Blättern der Kultur sollte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge geachtet werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Vinteger sind die standardmäßigen persönlichen Schutzmaßnahmen (wie Schutzhandschuhe und Schutzanzug während der Ausbringung und des Ansetzens der Spritzbrühe) strikt einzuhalten. Das Produkt ist als bienenungefährlich (B4) eingestuft, was eine flexible Anwendung auch während des Bienenflugs ermöglicht. Dennoch müssen zum Schutz von Gewässerorganismen und der angrenzenden Flora die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen und Abdriftminderungsklassen eingehalten werden, um einen Eintrag in Oberflächengewässer zu verhindern.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | 16–69 | 2.7 LITER_PER_HECTARE | 14T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von Vinteger im Weinberg?
Die erste Behandlung sollte vorbeugend ab dem BBCH-Stadium 16 (6. Laubblatt entfaltet) erfolgen, bevor erste Infektionen durch den Falschen Mehltau sichtbar werden. Da Vinteger systemisch wirkt, entfaltet es seine beste Schutzwirkung, wenn es präventiv in die aktive Wachstumsphase der Kultur hinein appliziert wird.
Warum ist die voll-systemische Eigenschaft von Kaliumphosphonat im Frühjahr so wichtig?
In den BBCH-Stadien des schnellen Triebwachstums bilden Reben täglich neue Blattmasse. Kontaktfungizide schützen diesen Neuzuwachs nicht. Vinteger wird dank seiner hohen Mobilität in der Kultur akropetal transportiert und schützt somit auch neu treibende Blätter und Gescheine aktiv vor dem Eindringen von Plasmopara viticola.
Kann Vinteger im ökologischen Weinbau eingesetzt werden?
Kaliumphosphonat ist in der EU als Wirkstoff zugelassen. Ob Vinteger im ökologischen Landbau eingesetzt werden darf, hängt von den spezifischen Richtlinien der jeweiligen Bio-Anbauverbände (z. B. Bioland, Demeter, Naturland) und den aktuellen nationalen Zulassungsbestimmungen ab. Bitte prüfen Sie vor der Anwendung die aktuelle Betriebsmittelliste für den ökologischen Landbau in Deutschland.
Wie beeinflusst Vinteger die Kupfermenge im Pflanzenschutzprogramm?
Durch den strategischen Einsatz von Vinteger kann in kupferbasierten Spritzprogrammen die reine Kupferaufwandmenge pro Hektar und Jahr reduziert werden, ohne dass es zu Einbußen bei der Wirksamkeit gegen den Falschen Mehltau kommt. Dies schont den Boden und hilft, gesetzliche oder verbandsinterne Kupfer-Obergrenzen einzuhalten.
Gibt es Einschränkungen bei der Mischbarkeit mit kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln?
Obwohl Vinteger häufig mit Kupferpräparaten kombiniert wird, kann es bei extrem niedrigen pH-Werten der Spritzbrühe zu Ausfällungen oder Phytotoxizität an den Blättern kommen. Verwenden Sie vorzugsweise neutral bis leicht basisch formulierte Kupferprodukte und führen Sie vorab einen Becherversuch durch.
Wie verhält sich die Wartezeit von Vinteger im Vergleich zu klassischen organischen Fungiziden?
Mit einer Wartezeit von 14 Tagen bietet Vinteger eine hohe Flexibilität im späten Anwendungsfenster bis zum Ende der Blüte (BBCH 69). Dies ermöglicht eine nahtlose Integration in die Abschlussbehandlungen der sensiblen Blütephase, ohne den späteren Erntezeitpunkt oder die Gärung im Keller negativ zu beeinflussen.