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Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Visovia

BVL Zul.-Nr. 035938-60

Visovia ist ein hochwirksames, flüssiges Herbizid von Bayer CropScience, das speziell für den anspruchsvollen Einsatz im Getreidebau entwickelt wurde. Es kombiniert zwei bewährte sulfonylharnstoffbasierte Wirkstoffe mit einem hocheffizienten Safener, um ein breites Spektrum an einjährigen einkeimblättrigen (Gräser) und zweikeimblättrigen Unkräutern im Nachauflauf zu bekämpfen. Die Formulierung ist optimal auf die Anforderungen moderner landwirtschaftlicher Betriebe abgestimmt und bietet eine hervorragende Verteilung sowie Haftung auf den Zielflächen.

Das Anwendungsspektrum umfasst wichtige Wintergetreidekulturen wie Winterweichweizen, Winterroggen und Wintertriticale. Visovia zeichnet sich durch seine herausragende Wirkung gegen schwer bekämpfbare Schadgräser wie den Acker-Fuchsschwanz, den Gemeinen Windhalm, Weidelgras-Arten und die Taube Trespe aus. Gleichzeitig erfasst das Pflanzenschutzmittel zuverlässig wichtige zweikeimblättrige Schaderreger wie Kamille-Arten und die Vogel-Sternmiere, was es zu einer flexiblen Komplettlösung für die Unkrautkontrolle im Frühjahr macht.

Wirkstoffe

Iodosulfuron
2 g/L · Wirkstoff
Mefenpyr
30 g/L · Safener
Mesosulfuron
10 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Aktivität von Visovia basiert auf den beiden herbiziden Wirkstoffen Iodosulfuron und Mesosulfuron. Beide gehören zur chemischen Klasse der Sulfonylharnstoffe und sind systemische Herbizide, die der HRAC-Gruppe 2 (ehemals Gruppe B) zugeordnet werden. Sie wirken als Inhibitoren des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin. Durch die Blockade dieses Stoffwechselwegs wird die Zellteilung in den Meristemen der Unkräuter und Schadgräser sofort gestoppt, was zu einem raschen Wachstumsstillstand und dem allmählichen Absterben der Schaderreger führt. Um die Kulturverträglichkeit in Winterweizen, Roggen und Triticale zu gewährleisten, enthält Visovia den Safener Mefenpyr-diethyl. Dieser Wirkstoff besitzt selbst keine herbizide Wirkung, sondern stimuliert in den Kulturpflanzen gezielt den Abbau der Herbizidwirkstoffe über das pflanzeneigene Entgiftungssystem (Cytochrom-P450-Monoxygenasen und Glutathion-S-Transferasen). Da dieser Entgiftungsmechanismus in den Zielunkräutern und Schadgräsern nicht in gleichem Maße aktiviert wird, bleibt die herbizide Wirkung gegen die Schaderreger voll erhalten, während deine Kulturen optimal geschützt sind.

Resistenzmanagement

Da beide herbiziden Wirkstoffe in Visovia zur HRAC-Gruppe 2 (ALS-Inhibitoren) gehören, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich, um die langfristige Wirksamkeit zu sichern. Du solltest dieses Pflanzenschutzmittel daher im Rahmen einer vorausschauenden Fruchtfolgeplanung einsetzen und den wiederholten, alleinigen Einsatz von ALS-Hemmern auf derselben Fläche vermeiden. Kombiniere oder rotiere Visovia idealerweise mit Herbiziden aus anderen Wirkstoffklassen, wie beispielsweise Bodenherbiziden mit den HRAC-Gruppen 15 oder 5 im Herbst, oder Blattherbiziden der HRAC-Gruppe 4 im Frühjahr, um die Selektion resistenter Biotypen von Acker-Fuchsschwanz oder Windhalm effektiv zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Visovia lässt sich in der Praxis gut mit vielen gängigen Fungiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) mischen, sofern die Mischungspartner für den jeweiligen Anwendungszeitpunkt zugelassen sind. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets auf die richtige Reihenfolge beim Befüllen der Spritze achten und das Herbizid als erste Komponente im wassergefüllten Tank vollständig auflösen. Die Zugabe eines geeigneten, vom Hersteller empfohlenen Netzmittels oder Additivs kann die Benetzung der Blattoberflächen und die Wirkstoffaufnahme insbesondere unter trockenen Witterungsbedingungen erheblich verbessern. Vermeide Mischungen bei extremen Temperaturen oder wenn die Kulturen unter Stress (z. B. durch Frost, Trockenheit oder Staunässe) stehen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Visovia steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt im Vordergrund. Trage bei der Handhabung des Konzentrats und während der Applikation stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen, Schutzanzug und Augenschutz. Da keine spezifische Bienengefährdungsklassifizierung vorliegt, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in den Abendstunden durchführen. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik und die Einhaltung der guten fachlichen Praxis konsequent zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–301.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenTaube Trespe11–251.2 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Kamille-Arten, Vogel-Sternmiere13–321 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenGemeiner Windhalm11–250.6 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleGemeiner Windhalm11–250.6 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenGemeiner Windhalm13–320.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenTaube Trespe13–301.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Weidelgras-Arten11–251.2 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Kamille-Arten, Vogel-Sternmiere11–251 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleGemeiner Windhalm13–320.5 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenGemeiner Windhalm13–320.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenFlug-Hafer, Weidelgras-Arten13–301.2 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Fuchsschwanz, Kamille-Arten, Vogel-Sternmiere11–251 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Fuchsschwanz, Kamille-Arten, Vogel-Sternmiere13–321 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenGemeiner Windhalm11–250.6 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Visovia im Frühjahr?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im zeitigen Frühjahr, sobald das aktive Wachstum der Schadgräser und Unkräuter einsetzt und die Temperaturen tagsüber stabil über 5 °C liegen. Achte darauf, dass die Zielpflanzen ausreichend Blattfläche für die Wirkstoffaufnahme gebildet haben, sich aber noch in einer aktiven Wachstumsphase befinden, da dies die systemische Verteilung im Unkraut maximiert.

Warum ist der enthaltene Safener Mefenpyr für meine Kulturen so wichtig?

Mefenpyr schützt Winterweichweizen, Winterroggen und Wintertriticale vor phytotoxischen Schäden, indem es den Abbau der herbiziden Wirkstoffe Iodosulfuron und Mesosulfuron in der Kulturpflanze beschleunigt. In den Schadgräsern und Unkräutern findet dieser Abbau nicht statt, sodass diese selektiv bekämpft werden, während deine Kultur unbeschadet weiterwächst.

Kann ich Visovia auch bei Nachtfrostgefahr anwenden?

Du solltest Visovia nicht anwenden, wenn unmittelbar nach der Spritzung starker Nachtfrost (unter -3 °C) angekündigt ist oder die Kulturen durch extreme Temperaturschwankungen gestresst sind. Ein leichter, strahlungsbedingter Nachtfrost ist meist unbedenklich, solange die Pflanzen tagsüber bei milden Temperaturen aktiv assimilieren können.

Wie verhalte ich mich, wenn nach der Anwendung Regen droht?

Die Wirkstoffe in Visovia werden relativ schnell über das Blattwerk aufgenommen. Als Faustregel gilt, dass das Pflanzenschutzmittel nach etwa 2 bis 3 Stunden regenfest ist. Setzt vor Ablauf dieser Zeit starker Niederschlag ein, kann dies die herbizide Wirkung durch Abwaschung der Wirkstoffe beeinträchtigen.

Welche Rolle spielen Trespen-Arten bei der Dosierung von Visovia?

Trespen-Arten, wie die Taube Trespe, gehören zu den schwerer bekämpfbaren Schadgräsern. Für eine sichere Wirkung gegen Trespen solltest du die Anwendung im frühen Nachauflauf der Gräser durchführen und die Aufwandmenge im oberen registrierten Bereich wählen, um eine ausreichende Wirkstoffkonzentration in den Pflanzen zu gewährleisten.

Wie kann ich im Agronomy-Hub nach alternativen Produkten zur Resistenzvermeidung suchen?

Nutze im Hub die Filterfunktion für Wirkstoffklassen (HRAC-Gruppen). Suche gezielt nach Herbiziden, die nicht der Gruppe 2 (ALS-Hemmer) angehören – beispielsweise Produkte aus den Gruppen 15 oder 4 –, um diese in deine Fruchtfolge oder Spritzfolge zu integrieren und so das Risiko von Resistenzen zu minimieren.