Wasan
Wasan ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in Weizen (TRZSS). Mit dem bewährten Wirkstoff Bromuconazol bietet dieses flüssige Fungizid einen zuverlässigen Schutz vor ertragsmindernden Schaderregern. Es zeichnet sich durch seine systemischen Eigenschaften aus, die sowohl eine protektive als auch eine kurative Wirkung in der Kultur ermöglichen.
Das Anwendungsspektrum umfasst die wichtigsten pilzlichen Schaderreger im Weizenanbau. Hierzu zählen insbesondere die Septoria-Blattdürre (Septoria tritici), Gelb- und Braunrost sowie Echter Mehltau. Auch gegen die gefürchteten Fusarium-Arten, die nicht nur den Ertrag mindern, sondern auch Mykotoxine im Erntegut bilden können, zeigt Wasan eine hervorragende Wirkung bei gezieltem Einsatz während der Blüte.
Dank der flexiblen Anwendungsmöglichkeit vom Schossen bis zum Ende der Blüte (BBCH 30–69) lässt sich Wasan optimal in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Es sichert die Ertragsbildung und die Kornqualität ab, indem es die oberen Blattetagen und die Ähre in den kritischen Phasen der Ertragsanlage gesund hält.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Bromuconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3) und fungiert als Demethylierungs-Inhibitor (DMI) in der Sterol-Biosynthese der Pilze. Er hemmt spezifisch das Enzym C14-Demethylase, was die Synthese von Ergosterol – einem essenziellen Baustein der pilzlichen Zellmembran – blockiert. Ohne Ergosterol verliert die Zellmembran ihre strukturelle Integrität und Funktionalität, was letztlich zum Absterben des Pilzmyzels führt. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und akropetal, also mit dem Saftstrom nach oben, in der Kultur verteilt. Diese systemische Verteilung sorgt dafür, dass auch neu zuwachsende Pflanzenteile geschützt werden und bereits im Gewebe etablierte Infektionen (kurativer Effekt) effektiv gestoppt werden.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei Schaderregern wie Septoria tritici vorzubeugen, solltest du Wasan stets im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements einsetzen. Da Bromuconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, ist eine strikte Wirkstoffrotation mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. SDHI oder Kontaktfungizide) dringend zu empfehlen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen von Triazolen in derselben Saison und halte dich stets an die empfohlenen Aufwandmengen, um den selektiven Druck auf die Erregerpopulationen zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Wasan ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern, die im Getreidebau eingesetzt werden. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide Mischungen unter extremen Witterungsbedingungen wie starker Sonneneinstrahlung oder Frostgefahr, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Wasan ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bieneneinstufung in den Zulassungsdaten vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind, vermeiden und die Applikation bevorzugt in die späten Abendstunden verlegen. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind Abdriften auf angrenzende Flächen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik zu minimieren.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Weizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 30–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Fusarium-Arten mit Wasan?
Um Fusarium-Arten in Weizen effektiv zu bekämpfen, solltest du die Behandlung gezielt in der Phase der Blüte (BBCH 61 bis 65) durchführen. Infektionen finden meist bei feucht-warmer Witterung während der Blüte statt, weshalb eine protektive Applikation in diesem Zeitfenster den besten Schutz für die Ähre bietet.
Kann ich Wasan auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?
Ja, Wasan kann ab BBCH 30 eingesetzt werden. Da der Wirkstoff Bromuconazol jedoch systemisch aufgenommen und transportiert wird, ist eine aktive Stoffwechselaktivität der Kultur von Vorteil. Für eine optimale Wirkung und schnelle Aufnahme sollten die Temperaturen bei der Anwendung idealerweise über 8 bis 10 °C liegen.
Wie lange ist die Wartezeit von Wasan und was muss ich bei der Ernteplanung beachten?
Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit (PHI) für Wasan in Weizen beträgt 42 Tage. Das bedeutet, dass zwischen der letzten Anwendung des Pflanzenschutzmittels und dem geplanten Erntetermin mindestens dieser Zeitraum liegen muss, um Rückstände im Erntegut sicher auszuschließen.
Warum ist der Wirkstoff Bromuconazol besonders stark gegen Rostpilze?
Bromuconazol besitzt eine hervorragende kurative und protektive Wirkung gegen Rostpilze (Gelb- und Braunrost). Nach der Aufnahme stoppt der Wirkstoff die Sporenkeimung und das Wachstum des Pilzmyzels im Blattgewebe extrem schnell, wodurch bereits sichtbare Infektionsherde rasch ausgetrocknet werden.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere Produkte, die ich mit Wasan abwechseln kann?
Du kannst im Hub gezielt nach der Kultur Weizen filtern und nach Schaderregern wie der Septoria-Blattdürre suchen. Achte in den Produktdetails auf die Wirkstoffgruppe (FRAC-Klassifizierung) und wähle für eine Spritzfolge Produkte aus anderen Klassen, wie beispielsweise SDHI-Fungizide, um Resistenzen vorzubeugen.