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OTHER · Sharda Cropchem Espana S.L.

WISH TOP

BVL Zul.-Nr. 00A174-00

WISH TOP ist ein hochselektives, systemisches Herbizid (Graminizid) zur gezielten Bekämpfung von einkeimblättrigen Unkräutern (Ungräsern) und der Gemeinen Quecke. Es ist für den Einsatz in wichtigen zweikeimblättrigen Kulturen wie Raps (Winterraps), Sonnenblumen und Sojabohnen zugelassen. Als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, dringt der Wirkstoff schnell in die Blätter der Schadgräser ein und verteilt sich systemisch in der gesamten Pflanze bis in die Wurzeln und Rhizome.

Das Pflanzenschutzmittel bietet Landwirten eine flexible und zuverlässige Lösung, um den Konkurrenzdruck durch Ungräser in der kritischen frühen Entwicklungsphase der Kulturen zu minimieren. Durch die schnelle Aufnahme ist das Produkt bereits kurze Zeit nach der Anwendung regenfest, was die Terminierung der Applikation auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen erleichtert.

Das Wirkungsspektrum umfasst sowohl einjährige einkeimblättrige Unkräuter wie Ackerfuchsschwanz, Windhalm und Ausfallgetreide als auch ausdauernde Problemgräser wie die Gemeine Quecke. Die Selektivität gegenüber den zugelassenen zweikeimblättrigen Kulturen ist hervorragend, sodass bei fachgerechter Anwendung keine Kulturschäden zu befürchten sind.

Wirkstoffe

Quizalofop-P-ethyl
120 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Quizalofop-P-ethyl gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate (FOPs) und ist im HRAC-System der Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) zugeordnet. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase), welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäuresynthese von einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine unempfindliche Form dieses Enzyms, was die hohe Selektivität des Mittels erklärt. Nach der systemischen Aufnahme über die grünen Pflanzenteile wird der Wirkstoff rasch in die aktiven Wachstumszonen (Meristeme) der Schadgräser transportiert. Dort führt die Blockade der Fettsäuresynthese zum Wachstumsstopp innerhalb weniger Tage. Die betroffenen Ungräser zeigen zunächst Verfärbungen an den jüngsten Blättern, gefolgt von Nekrosen, bis die gesamte Pflanze schließlich vollständig abstirbt.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei Schadgräsern, insbesondere bei weit verbreiteten Arten wie dem Ackerfuchsschwanz oder dem Weidelgras, wirksam vorzubeugen, muss WISH TOP in ein integriertes Herbizidmanagement eingebunden werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Herbiziden aus anderen HRAC-Wirkstoffklassen (wie beispielsweise Bodenherbiziden mit anderen Wirkmechanismen im Herbst oder Frühjahr). Zudem sollten pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge, eine angepasste Bodenbearbeitung und der Einsatz von Zwischenfrüchten genutzt werden, um den Selektionsdruck auf die ACCase-Hemmer zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

WISH TOP ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar, die in den zugelassenen Kulturen zum gleichen Zeitpunkt zum Einsatz kommen. Bei Mischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere gegen zweikeimblättrige Unkräuter, kann es jedoch zu antagonistischen Effekten kommen, welche die Gräserwirkung reduzieren. Es wird empfohlen, zwischen der Anwendung von WISH TOP und Breitblatt-Herbiziden einen zeitlichen Abstand von einigen Tagen einzuhalten. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme sollte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und feine bis mittlere Tropfenapplikation geachtet werden; der Zusatz von speziellen Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter extrem trockenen Bedingungen die Wirkung auf schwer bekämpfbare Schadgräser unterstützen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von WISH TOP sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Auflagen (persönliche Schutzausrüstung) zum Schutz des Anwenders strikt einzuhalten. Da der Wirkstoff Quizalofop-P-ethyl als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die spezifischen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) und Saumstrukturen gemäß den BVL-Zulassungsbestimmungen genau beachtet werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden, um Nichtzielorganismen zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–230.9 LITER_PER_HECTARE
SonnenblumeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–330.9 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsGemeine Quecke12–301.25 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–300.9 LITER_PER_HECTARE
SojabohneGemeine Quecke12–231.25 LITER_PER_HECTARE
SonnenblumeGemeine Quecke12–331.25 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung von Ausfallgetreide in Winterraps?

Die Behandlung sollte idealerweise erfolgen, wenn das Ausfallgetreide das 2- bis 3-Blatt-Stadium erreicht hat und aktiv wächst. Zu diesem Zeitpunkt ist die Blattfläche groß genug für eine optimale Wirkstoffaufnahme, und die Konkurrenz für den jungen Raps wird frühzeitig ausgeschaltet.

Wie wirkt sich kühle Witterung auf die Effektivität von WISH TOP aus?

Da WISH TOP ein systemisches Herbizid ist, hängt die Wirkung vom aktiven Stoffwechsel der Schadgräser ab. Bei kühlen Temperaturen (unter 8–10 °C) verlangsamt sich das Wachstum der Gräser, wodurch der Wirkungseintritt verzögert wird. Die Endwirkung bleibt jedoch bei ausreichender Feuchtigkeit und später einsetzenden wärmeren Phasen voll erhalten.

Kann WISH TOP auch gegen die Gemeine Quecke eingesetzt werden und was ist dabei zu beachten?

Ja, WISH TOP ist hervorragend gegen die Gemeine Quecke wirksam. Für eine erfolgreiche Bekämpfung muss die Quecke jedoch genügend Blattmasse gebildet haben (ca. 15–20 cm Wuchshöhe), damit ausreichend Wirkstoff in das unterirdische Rhizomsystem transportiert werden kann, um einen Wiederaustrieb nachhaltig zu verhindern.

Warum sollte man WISH TOP nicht direkt mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter mischen?

Tankmischungen mit Wuchsstoff-Herbiziden oder bestimmten anderen Breitblatt-Herbiziden können zu einem Antagonismus führen. Dies bedeutet, dass die Aufnahme und der Transport von Quizalofop-P-ethyl im Gras gestört werden, was die Gräserwirkung deutlich abschwächt. Ein zeitlicher Abstand von 3 bis 5 Tagen zwischen den Behandlungen wird dringend empfohlen.

Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für den Bekämpfungserfolg?

Da WISH TOP primär über das Blatt aufgenommen wird, ist die Bodenfeuchtigkeit für die direkte Aufnahme zweitrangig. Allerdings begünstigt eine gute Bodenfeuchtigkeit das aktive Wachstum der Schadgräser, was wiederum die Wirkstoffaufnahme und den systemischen Transport innerhalb der Pflanze optimiert und somit zu einem schnelleren Absterben führt.

Wie verhält sich das Produkt bezüglich der Wartezeit (PHI) in den zugelassenen Kulturen?

Die Wartezeit ist durch die zugelassenen BBCH-Anwendungsfenster (bis BBCH 33) und die Vegetationsdauer der Kulturen (Raps, Sonnenblumen, Sojabohnen) abgedeckt. Eine spezifische Wartezeit in Tagen ist in der Regel durch die späte Ernte im Verhältnis zum frühen Anwendungszeitpunkt im Frühjahr oder Herbst abgegolten.