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OTHER · Cheminova Deutschland GmbH

Xerxes

BVL Zul.-Nr. 025631-61

Xerxes ist ein hochwirksames Insektizid von Cheminova Deutschland GmbH, das speziell für den Schutz von landwirtschaftlichen Kulturen wie Raps und Getreide entwickelt wurde. Als modernes Pflanzenschutzmittel basiert es auf dem Wirkstoff gamma-Cyhalothrin, einem hochentwickelten Pyrethroid der neuesten Generation. Es zeichnet sich durch eine schnelle Initialwirkung (Knock-down-Effekt) sowie eine ausgeprägte Dauerwirkung gegen ein breites Spektrum von Schaderregern aus.

Das Einsatzspektrum umfasst sowohl saugende als auch beißende Insekten. Besonders im Rapsanbau bietet Xerxes einen zuverlässigen Schutz gegen die Kohlschotenmücke sowie verschiedene Blattlausarten, die als Vektoren für Virosen eine erhebliche wirtschaftliche Bedrohung darstellen. Durch die optimierte Formulierung haftet der Wirkstoff hervorragend auf der Blattoberfläche und ist bereits kurz nach der Anwendung regenstabil.

Dank seiner niedrigen Aufwandmengen pro Hektar und der flexiblen Handhabung hat sich Xerxes als fester Baustein in integrierten Pflanzenschutzsystemen etabliert. Es unterstützt Landwirte dabei, Ertrag und Qualität der Ernte auch bei hohem Schädlingsdruck effektiv abzusichern.

Wirkstoffe

gamma-Cyhalothrin
60 g/L

Wirkungsweise

Der Wirkstoff gamma-Cyhalothrin gehört zur chemischen Klasse der Pyrethroide und ist in die IRAC-Gruppe 3A (Modulatoren des spannungsabhängigen Natriumkanals) eingestuft. Der Wirkstoff dringt primär über Kontakt und Fraß in den Schaderreger ein. Im Nervensystem der Insekten blockiert er das Schließen der Natriumkanäle in den Membranen der Nervenzellen, was zu einer dauerhaften Reizübertragung führt. Dies löst bei den Zielschädlingen unkontrollierte Nervenimpulse, gefolgt von Krämpfen, Koordinationsverlust und einer schnellen Paralyse aus. Dieser sogenannte Knock-down-Effekt führt innerhalb kürzester Zeit zum Absterben der Schaderreger, wodurch ein sofortiger Fraßstopp erzielt wird.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung vorzubeugen, sollte Xerxes strikt im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements (IRM) eingesetzt werden. Da gamma-Cyhalothrin der IRAC-Gruppe 3A angehört, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Insektiziden anderer Wirkungsklassen zwingend erforderlich. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison darf nicht überschritten werden, und Behandlungen sollten stets auf Basis von Schadschwellenentscheidungen durchgeführt werden, um den Selektionsdruck auf die Schaderregerpopulationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Xerxes ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und flüssigen Blattdüngern, die in den zugelassenen Kulturen eingesetzt werden. Bei Mischungen mit borhaltigen Düngemitteln oder sauren Formulierungen sollte jedoch vorab eine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchgeführt werden. Für eine optimale Benetzung und Haftung empfiehlt sich die Verwendung von ausreichend Wasser (mindestens 200 l/ha) und die Vermeidung von Applikationen bei extremer Hitze oder intensiver Sonneneinstrahlung, um die Wirkstoffstabilität nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als Pyrethroid ist Xerxes als giftig für aquatische Organismen eingestuft, weshalb strenge Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und der Einsatz abdriftmindernder Technik (z. B. 90 % Abdriftminderung) zwingend einzuhalten sind. Zum Schutz von Nichtziel-Arthropoden und nützlichen Insekten sind die spezifischen Anwendungsbestimmungen zu beachten. Bezüglich des Bienenschutzes ist das Pflanzenschutzmittel je nach Zulassungsstatus und Mischungspartnern sorgfältig einzusetzen; Anwendungen in der Blüte oder auf von Bienen beflogenen Kulturen sollten nur unter Einhaltung der gesetzlichen B-Auflagen erfolgen. Beim Ansetzen der Spritzbrühe und während der Ausbringung ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RapsBlattläuse80 MILLILITER_PER_HECTARE28T
RapsKohlschotenmücke0.08 LITER_PER_HECTARE28T
RapsBeißende Insekten80 MILLILITER_PER_HECTARE28T
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Beißende Insekten, Saugende Insekten80 MILLILITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Xerxes gegen die Kohlschotenmücke im Raps?

Die Behandlung sollte sich streng nach dem Auftreten des Schaderregers und dem Erreichen der wirtschaftlichen Schadschwelle richten. Typischerweise liegt dieser Zeitraum in der späten Knospenphase bis zur Vollblüte (BBCH-Stadium 57–65). Da die Kohlschotenmücke oft die Bohrlöcher des Kohlschotenrüsslers zur Eiablage nutzt, ist eine kombinierte Überwachung beider Schädlinge mittels Gelbschalen ratsam.

Wie beeinflussen extreme Temperaturen die Wirkung von Xerxes?

Pyrethroide wie gamma-Cyhalothrin weisen eine negative Temperaturabhängigkeit auf. Das bedeutet, dass ihre Wirksamkeit bei sehr hohen Temperaturen (über 25 °C) nachlassen kann. Es wird daher dringend empfohlen, die Applikation in den kühleren Morgen- oder Abendstunden durchzuführen, um eine optimale biologische Leistung und eine längere Belagsstabilität zu gewährleisten.

Kann Xerxes zusammen mit flüssigen Bordüngern im Raps ausgebracht werden?

Ja, eine Tankmischung ist grundsätzlich möglich, erfordert jedoch Aufmerksamkeit. Da Bor den pH-Wert der Spritzbrühe stark in den alkalischen Bereich verschieben kann, was zu einem schnelleren Abbau des Wirkstoffs führt, sollte dem Tankwasser vor der Zugabe des Insektizids ein pH-Puffer oder ein geeigneter Konditionierer zugesetzt werden, um den pH-Wert im leicht sauren Bereich (pH 5,5–6,5) zu stabilisieren.

Welche Wartezeiten müssen bei der Anwendung von Xerxes eingehalten werden?

Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit (PHI) zwischen der letzten Anwendung und der Ernte liegt je nach Kultur und spezifischer Zulassung zwischen 28 und 35 Tagen. Diese Fristen sind zwingend einzuhalten, um sicherzustellen, dass eventuelle Rückstände im Erntegut die gesetzlichen Grenzwerte nicht überschreiten.

Wie verhält sich Xerxes bezüglich des Bienenschutzes (B-Auflagen)?

Im Solo-Einsatz ist das Produkt in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, was eine Anwendung auch in der Blüte ermöglicht. Achtung ist jedoch bei Tankmischungen geboten: Die Kombination mit bestimmten Fungiziden (z. B. Azol-Fungiziden) kann zu einer synergistischen Wirkungssteigerung führen, wodurch die Mischung als bienengefährlich eingestuft werden muss. Beachten Sie stets die aktuellen Mischungstabellen und BVL-Auflagen.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen saugende Insekten?

Nutzen Sie hierzu die Filterfunktion in unserer Datenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur (z. B. Winterraps) und filtern Sie in der Kategorie 'Schaderreger' nach 'Saugende Insekten' oder direkt nach 'Blattläuse'. Das System listet Ihnen alle aktuell in Deutschland (BVL) registrierten Alternativen inklusive Wirkstoffklassen auf.