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XILIVERT

BVL Zul.-Nr. 008838-61

XILIVERT ist ein hochmodernes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) im Weinbau. Als flüssig formuliertes Produkt auf Basis des bewährten Wirkstoffs Kaliumphosphonat zeichnet es sich durch eine hervorragende systemische Verteilung in der Kultur aus. Es bietet Weinbauern eine zuverlässige und flexible Lösung, um die Vitalität und Ertragsfähigkeit der Reben in kritischen Infektionsphasen nachhaltig zu sichern.

Die spezielle Formulierung ermöglicht eine rasche Aufnahme über das Laub und einen hocheffizienten Transport sowohl akropetal als auch basipetal innerhalb der Kultur. Dadurch werden auch neu zuwachsende Pflanzenteile kontinuierlich geschützt. Dies macht XILIVERT zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen, integrierten Weinbau, insbesondere in Phasen des intensiven Triebwachstums.

Wirkstoffe

Kaliumphosphonat (Kaliumphosphit)
726 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Kaliumphosphonat (zugeordnet der FRAC-Gruppe P07) besitzt einen einzigartigen, dualen Wirkungsmechanismus. Einerseits wirkt er direkt fungizid, indem er das Myzelwachstum und die Sporenbildung des oomycetischen Schaderregers Plasmopara viticola stört und hemmt. Andererseits fungiert er als pflanzlicher Abwehrstimulator (Elizitor), der die natürlichen, pflanzeneigenen Abwehrmechanismen der Weinrebe aktiviert. Dies führt zu einer verstärkten Produktion von Phytoalexinen und einer strukturellen Festigung der pflanzlichen Zellwände (induzierte systemische Resistenz, SAR). Durch diese ausgeprägte systemische Aktivität wird die Kultur von innen heraus gestärkt. Da der Wirkstoff aktiv in alle Pflanzenteile transportiert wird, bietet er auch einen zuverlässigen Schutz für den Neuzuwachs, der zum Zeitpunkt der eigentlichen Behandlung noch nicht voll entwickelt war.

Resistenzmanagement

Aufgrund des dualen Wirkungsmechanismus und der Einstufung in die FRAC-Gruppe P07 gilt das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Kaliumphosphonat als äußerst gering. Um diese günstige Ausgangslage langfristig zu sichern, solltest du XILIVERT dennoch stets in ein vorausschauendes Antiresistenzmanagement einbinden. Dies gelingt am besten durch den blockweisen Einsatz oder den regelmäßigen Wechsel mit Kontaktfungiziden oder systemischen Wirkstoffen aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Angriffspunkten.

Mischbarkeit & Tankmischung

XILIVERT ist im Allgemeinen gut mit gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern mischbar. Bei geplanten Mischungen mit kupferhaltigen Produkten ist jedoch Vorsicht geboten, da es unter sauren Bedingungen zu einer erhöhten Freisetzung von freien Kupferionen und in der Folge zu Phytotoxizität an den Blättern kommen kann. Achte stets auf den pH-Wert der Spritzbrühe, der im neutralen bis leicht sauren Bereich liegen sollte. Vor dem Ansetzen größerer Mischungen wird dringend empfohlen, eine physikalische Mischprobe in einem kleineren Gefäß durchzuführen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit XILIVERT steht der Schutz des Anwenders im Vordergrund. Trage während des Ansetzens der Spritzbrühe und der Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz). Da keine spezifische Bienengefährdungsstufe im Datenblatt hinterlegt ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in den Abendstunden durchführen. Achte zudem darauf, Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)15–991 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit XILIVERT?

Der optimale Behandlungsstart liegt im Frühjahr ab dem BBCH-Stadium 15 (5. Laubblatt entfaltet). Da XILIVERT seine Wirkung am besten vorbeugend entfaltet, solltest du die Anwendung vor den ersten vorhergesagten Infektionsbedingungen (warmes, feuchtes Wetter) einplanen, um die Reben frühzeitig zu immunisieren.

Kann ich XILIVERT auch bei spätem Befall kurz vor der Ernte einsetzen?

Ja, das Produkt ist flexibel bis zum BBCH-Stadium 99 zugelassen. Du musst jedoch die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit von 14 Tagen strikt einhalten. Ein später Einsatz kann helfen, das Laub gesund zu erhalten und so die Holzreife für das Folgejahr zu sichern.

Warum ist die systemische Wirkung von Kaliumphosphonat im Weinbau so vorteilhaft?

Reben wachsen in der Hauptvegetationsperiode extrem schnell. Dank der voll-systemischen Eigenschaften von XILIVERT verteilt sich der Wirkstoff auch in den neu wachsenden Trieben und Blättern, die zum Zeitpunkt der Spritzung noch gar nicht vorhanden waren. Das schließt Schutzlücken im Vergleich zu reinen Kontaktmitteln.

Wie beeinflusst der pH-Wert des Wassers die Anwendung von XILIVERT?

Kaliumphosphonat kann den pH-Wert der Spritzbrühe beeinflussen. Ein extrem niedriger oder sehr hoher pH-Wert kann die Aufnahme des Wirkstoffs beeinträchtigen oder bei Mischungen (insbesondere mit Kupfer) zu Verbrennungen führen. Verwende weiches bis mittelschweres Wasser und prüfe den pH-Wert der fertigen Mischung.

Wie integriere ich XILIVERT am besten in ein biologisches oder integriertes Spritzprogramm?

Im integrierten Weinbau eignet sich XILIVERT hervorragend als Kombinationspartner für Kontaktfungizide. Durch die Mischung oder den Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen schonst du die Reben, optimierst den Schutz und beugst der Entstehung von Resistenzen bei anderen, gefährdeteren Wirkstoffgruppen vor.