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OTHER · Nufarm Deutschland GmbH

Zerko

BVL Zul.-Nr. 033775-60

Zerko ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel auf Basis von dreibasischem Kupfersulfat, das speziell für den Einsatz im Weinbau (Vitis vinifera) zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Verteilung auf den Blättern und Gescheinen aus. Es bietet Weinbaubetrieben eine verlässliche und bewährte Option im Rahmen des integrierten sowie des ökologischen Pflanzenschutzes, um die Vitalität der Reben und die Qualität der Trauben zu sichern.

Durch die feine Partikelstruktur des Wirkstoffs haftet Zerko besonders gut auf der Pflanzenoberfläche und bietet eine hohe Regenbeständigkeit. Dies ist in Phasen mit hohem Infektionsdruck und wechselhafter Witterung von entscheidender Bedeutung, da der Schutzfilm auch bei Niederschlägen stabil bleibt und somit einen kontinuierlichen Schutz vor der Keimung der Zoosporen bietet.

Wirkstoffe

Kupfersulfat, dreibasisch
345 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff dreibasisches Kupfersulfat gehört zur FRAC-Gruppe M01 (anorganische Multisite-Fungizide). Die Wirkung von Kupfer beruht auf der unspezifischen Freisetzung von Kupfer-Ionen (Cu2+), die von den Pilzsporen aufgenommen werden. Diese Ionen akkumulieren in den Zellen des Schaderregers und stören dort zahlreiche enzymatische Prozesse, zerstören die Zellmembranen und blockieren den Energiestoffwechsel. Da es sich um einen reinen Kontaktwirkstoff mit Multisite-Aktivität handelt, wirkt Zerko rein protektiv. Es muss vor dem eigentlichen Infektionsereignis appliziert werden, um das Auskeimen der Sporen und das Eindringen des Pilzmyzels in das Pflanzengewebe der Kultur effektiv zu verhindern. Eine kurative Wirkung besitzt das Mittel nicht.

Resistenzmanagement

Aufgrund des Multisite-Wirkungsmechanismus (FRAC M01) ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Plasmopara viticola gegen Zerko als äußerst gering einzustufen. Das Produkt eignet sich daher hervorragend als Baustein im Antiresistenzmanagement. Es sollte im Wechsel mit organischen Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen eingesetzt werden, um deren Wirksamkeit langfristig zu sichern und den Selektionsdruck auf diese spezifischen Wirkstoffe zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Zerko ist im Allgemeinen gut mit gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern mischbar. Bei Tankmischungen ist jedoch stets auf den pH-Wert der Spritzbrühe zu achten; extrem saure Mischungspartner können die Löslichkeit von Kupfer erhöhen, was das Risiko von Phytotoxizität an den Reben steigern kann. Vor der großflächigen Anwendung wird eine Mischungsprobe sowie ein Verträglichkeitstest an einigen Reben empfohlen. Die Anwendung sollte vorzugsweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden auf abgetrockneten Beständen erfolgen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Zerko ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Da Kupferverbindungen als gewässergefährdend eingestuft sind, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt eingehalten werden. Der Einsatz von abdriftmindernder Technik wird dringend empfohlen. Für Honigbienen ist das Mittel bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)2 LITER_PER_HECTARE21T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit Zerko gegen Falschen Mehltau?

Die erste Anwendung sollte vorbeugend (protektiv) vor den ersten erwarteten Infektionsbedingungen erfolgen. Dies ist meist der Fall, wenn die Temperaturen und Niederschläge Primärinfektionen durch bodenbürtige Oosporen begünstigen, häufig ab der Gescheinsentwicklung.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Zerko?

Zerko benötigt eine schnelle Antrocknung auf der Blattoberfläche, um seine regenstabilen Hafteigenschaften voll zu entfalten. Vermeiden Sie Applikationen bei extremen Temperaturen über 25 °C oder starker Sonneneinstrahlung, da dies das Risiko von phytotoxischen Reaktionen (Kupferschäden) an jungen Blättern erhöhen kann.

Kann Zerko auch im ökologischen Weinbau eingesetzt werden?

Ja, Kupferpräparate wie Zerko sind im ökologischen Landbau nach EU-Öko-Verordnung zugelassen. Es müssen jedoch die länderspezifischen Höchstmengen für den Reinkupfereinsatz pro Hektar und Jahr strikt beachtet und dokumentiert werden.

Warum ist der pH-Wert des Spritzwassers bei der Anwendung von Zerko so wichtig?

Ein zu niedriger pH-Wert (sauer) im Tank führt dazu, dass vermehrt freie Kupfer-Ionen in Lösung gehen. Dies kann zu akuter Phytotoxizität (Blattverbrennungen) an der Kultur führen. Der pH-Wert der Spritzbrühe sollte idealerweise im neutralen bis leicht basischen Bereich liegen.

Wie lässt sich Zerko am besten in eine Spritzfolge integrieren?

Zerko sollte strategisch vor allem in der Phase nach der Blüte oder zur Abschlussbehandlung eingesetzt werden, um die Gescheine und das späte Laubblattwerk zu schützen. Durch den Wechsel mit systemischen oder teilsystemischen Fungiziden wird ein lückenloser Schutz aufgebaut und die Resistenzvermeidung optimiert.

Was muss bezüglich der Wartezeit vor der Ernte beachtet werden?

Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit von 21 Tagen muss zwingend eingehalten werden. Dies stellt sicher, dass eventuelle Kupferrückstände auf den Trauben bis zur Lese unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen und die anschließende Gärung im Keller nicht beeinträchtigt wird.