ZG Raiffeisen Nico 60 OD
ZG Raiffeisen Nico 60 OD ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Schadgräsern und zweikeimblättrigen Unkräutern im Mais (Zea mays). Als moderne Öldispersion (OD) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Haftung und schnelle Wirkstoffaufnahme über die Blätter der Schaderreger aus.
Die Formulierung sorgt dafür, dass der Wirkstoff Nicosulfuron auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen zuverlässig in die Leitungsbahnen der Unkräuter eindringt. Das Produkt ist ein bewährter Baustein im modernen Maisanbau, um frühe Konkurrenz durch Hühnerhirse, Einjähriges Rispengras und wichtige zweikeimblättrige Arten effektiv auszuschalten und das Ertragspotenzial der Kultur abzusichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Nicosulfuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System in die Gruppe 2 (früher Gruppe B) eingestuft. Er wirkt als selektiver Inhibitor des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in den Pflanzen unerlässlich. Nach der Aufnahme über das Blattwerk wird der Wirkstoff rasch systemisch in der Pflanze transportiert und sammelt sich in den meristematischen Geweben an. Durch die Blockade der ALS-Synthese kommt das Zellwachstum der empfindlichen Schaderreger fast augenblicklich zum Stillstand. Erste Symptome wie Chlorosen an den jüngsten Blättern zeigen sich nach wenigen Tagen, gefolgt von einer vollständigen Nekrose und dem Absterben der Unkräuter innerhalb von zwei bis drei Wochen.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung bei Schadgräsern wie der Hühnerhirse vorzubeugen, solltest du ZG Raiffeisen Nico 60 OD stets im Rahmen eines integrierten Herbizidmanagements einsetzen. Vermeide den ausschließlichen, wiederholten Einsatz von ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2) auf derselben Fläche. Kombiniere das Mittel oder wechsle es in der Fruchtfolge mit Herbiziden ab, die über andere Wirkungsmechanismen verfügen, wie beispielsweise Wirkstoffe aus den HRAC-Gruppen 15 oder 27, um die Selektion resistenter Biotypen nachhaltig zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
ZG Raiffeisen Nico 60 OD lässt sich für ein breiteres Wirkungsspektrum hervorragend mit anderen zugelassenen Maisherbiziden mischen, insbesondere mit Partnern gegen schwer bekämpfbare zweikeimblättrige Unkräuter. Dank der integrierten Öldispersion-Formulierung (OD) ist der Zusatz eines separaten Netzmittels in der Regel nicht erforderlich. Achte bei Tankmischungen auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) und vermeide Anwendungen bei extremen Temperaturen oder starker Sonneneinstrahlung, um die Kulturverträglichkeit zu maximieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, konsequent zu tragen. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsstatus ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und Nützlingen grundsätzlich auf eine Anwendung in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten und die Behandlung bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Um Einträge in Oberflächengewässer und bodenlebende Organismen zu vermeiden, sind Abdriften auf angrenzende Nichtzielflächen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik zu minimieren.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Mais | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras, Hühnerhirse | 12–18 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von ZG Raiffeisen Nico 60 OD im Mais?
Der beste Behandlungszeitraum liegt im frühen Nachauflauf der Kultur, konkret zwischen den BBCH-Stadien 12 und 18 (2- bis 8-Blattstadium des Maises). Zu diesem Zeitpunkt sollten sich auch die Zielunkräuter und Schadgräser im aktiven Wachstum und idealerweise im Keimblatt- bis frühen Laubblattstadium befinden, da sie dann den Wirkstoff am empfindlichsten aufnehmen.
Wie wirkt sich die Witterung auf die Effizienz des Herbizids aus?
Warme, wüchsige Wetterbedingungen mit ausreichender Luftfeuchtigkeit beschleunigen die Wirkstoffaufnahme und den Transport in der Pflanze, was zu einem schnelleren Absterben der Unkräuter führt. Vermeide die Anwendung bei extremer Trockenheit, Frostgefahr oder Temperaturen über 25 °C, da die Kultur unter Stress stehen könnte und die Wachsschicht der Unkräuter die Aufnahme erschwert.
Benötigst du bei der Verwendung dieses Mittels einen zusätzlichen Haftvermittler?
Nein, dank der modernen Formulierung als Öldispersion (OD) enthält ZG Raiffeisen Nico 60 OD bereits eingebaute Hilfsstoffe, die die Benetzung der Blattoberfläche und das Eindringen des Wirkstoffs optimieren. Ein zusätzlicher Zusatz von Netzmitteln ist in der Regel weder notwendig noch empfohlen.
Kannst du ZG Raiffeisen Nico 60 OD mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) mischen?
Von einer direkten Mischung mit reiner Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) wird abgeraten, da dies das Risiko von phytotoxischen Blattschäden an der Kultur deutlich erhöht. Wenn eine Stickstoffergänzung notwendig ist, sollte diese zeitlich versetzt erfolgen oder nur in sehr geringen, stark wasserverdünnten Konzentrationen nach vorheriger Verträglichkeitsprüfung durchgeführt werden.
Was musst du beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz beachten?
Da Nicosulfuron im Boden abgebaut wird, ist der Nachbau von Wintergetreide im Herbst nach einer normalen Maisernte in der Regel problemlos möglich. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur oder extrem trockenen Sommermonaten empfiehlt sich vor der Einsaat empfindlicher Folgekulturen (wie Raps oder Rüben) eine tiefe Bodenbearbeitung, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.