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Schädling

Erdbeermilbe

Phytonemus pallidus
TARSPA

Die Erdbeermilbe (Phytonemus pallidus, EPPO-Code: TARSPA) ist ein winziger, aber ökonomisch hochgradig relevanter Schaderreger im professionellen Beerenobstbau. Sie gehört zur Familie der Fadenfußmilben (Tarsonemidae) und befällt vor allem Erdbeeren (Fragaria x ananassa), kann aber auch im Zierpflanzenbau unter Glas erhebliche Schäden verursachen. Da die Tiere mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind, wird ein Befall oft erst spät bemerkt, was zu massiven Ertragseinbußen führen kann.

Die wirtschaftliche Bedeutung dieses Schaderregers hat in den letzten Jahren durch den intensiven, mehrjährigen Anbau und den geschützten Anbau in Folientunneln stark zugenommen. Die Milben saugen an den noch unentfalteten, jungen Herzblättern der Kultur. Dies führt zu Verkrüppelungen, Kümmerwuchs und im schlimmsten Fall zum Absterben der gesamten Herzregion, wodurch die Ertragsfähigkeit der betroffenen Kulturen drastisch sinkt.

Typ
Schädling
EPPO-Code
TARSPA
Wirte
1 Kultur
Generationen
4–7 überlappende Generationen pro Saison
Verbreitung
Die Erdbeermilbe ist weltweit in den gemäßigten Klimazonen verbreitet und stellt insbesondere in Europa im intensiven Freiland- und Tunnelanbau von Erdbeeren einen der wirtschaftlich schädlichsten tierischen Schaderreger dar.
Erstbeschreibung
Banks, 1899

Biologie / Lebenszyklus

Die Überwinterung der begatteten Weibchen erfolgt in den geschützten Herzblättern oder Nebenblättern an der Basis der Erdbeerpflanze. Sobald die Temperaturen im Frühjahr (ab ca. 10 °C, meist im BBCH-Stadium 13 bis 15) steigen, beginnen die Weibchen mit der Eiablage an den jungen, noch gefalteten Blättern. Die Entwicklung vom Ei über die Larve und das Ruhestadium bis zur adulten Milbe verläuft bei warmen, feuchten Bedingungen im Inneren der Blattrosetten extrem schnell und dauert oft nur 10 bis 14 Tage. Aufgrund dieser kurzen Entwicklungszeit entstehen im Laufe einer Vegetationsperiode mehrere, stark überlappende Generationen, deren Populationsdichte im Spätsommer nach der Ernte ihren Höhepunkt erreicht.

Bonitur

Ein systematisches Monitoring ist für die rechtzeitige Befallsfeststellung unerlässlich, da die Schädlinge extrem lichtscheu sind und sich tief im Inneren der Kultur verstecken. Du solltest ab dem Austrieb im Frühjahr (BBCH 10–15) regelmäßig Stichproben nehmen, indem du die jüngsten, noch gefalteten Herzblätter pflückst und diese unter einer Binokularlupe (mindestens 20-fache Vergrößerung) auf Eier, Larven und adulte Milben untersuchst. Eine Schadensschwelle ist im Erwerbsanbau sehr niedrig angesetzt: Sobald bei der Kontrolle vor der Blüte (BBCH 55–59) auf mehr als 5 bis 10 % der kontrollierten Blätter lebende Stadien der Erdbeermilbe nachgewiesen werden, ist eine gezielte Behandlung dringend zu empfehlen, um Ertragsschäden zu verhindern.

Symptome

Die Symptome eines Befalls zeigen sich primär an den jüngsten Blättern im Pflanzenzentrum. Befallene Herzblätter bleiben klein, sind stark gekräuselt, runzelig und weisen oft eine charakteristische gelbgrüne bis bräunliche Verfärbung auf. Die Blattränder rollen sich typischerweise nach oben ein, und die Blattstiele bleiben extrem kurz, was der Kultur ein gestauchtes, nestartiges Aussehen verleiht. Bei starkem Befall vertrocknen die Blütenknospen bereits vor dem Aufblühen, und die Früchte bleiben klein, hart, verbräunt und sind für den Markt völlig unbrauchbar.

Integriertes Management

Ein erfolgreiches Management basiert auf einer integrierten Strategie, die mit der Verwendung von zertifiziertem, milbenfreiem Pflanzgut beginnt. Kulturelle Maßnahmen wie das konsequente Mähen und Entfernen des Laubs direkt nach der Ernte reduzieren das Überwinterungspotenzial erheblich. Biologisch hat sich der frühzeitige, präventive Einsatz von Raubmilben (insbesondere *Neoseiulus californicus* oder *Phytoseiulus persimilis*) im Frühjahr hervorragend bewährt. Wenn chemische Pflanzenschutzmittel erforderlich sind, müssen diese mit hohem Wasseraufwand (mindestens 1000 l/ha) und hohem Druck appliziert werden, damit die Spritzbrühe tief in das Pflanzenherz eindringt. Um Resistenzen vorzubeugen, ist ein striktes Wirkstoffmanagement gemäß den IRAC-Richtlinien einzuhalten, indem du Akarizide aus unterschiedlichen Wirkstoffklassen im Wechsel einsetzt.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie kann ich im Hub gezielt nach zugelassenen Pflanzenschutzmitteln gegen die Erdbeermilbe suchen?

Nutze die Such- und Filterfunktion in unserem Hub, indem du nach dem Schaderreger „Erdbeermilbe“ oder direkt nach dem wissenschaftlichen Namen *Phytonemus pallidus* filterst. Achte darauf, deine spezifische Kultur und das Anbausystem (Freiland oder Gewächshaus) auszuwählen, um nur die aktuell in deinem Land zugelassenen Pflanzenschutzmittel mit den entsprechenden Anwendungen und Wartezeiten angezeigt zu bekommen.

Warum wirken herkömmliche Kontakt-Akarizide oft unzureichend gegen die Erdbeermilbe?

Die Erdbeermilbe lebt extrem versteckt in den eng gefalteten Herzblättern der Kultur, wo sie vor direktem Kontakt mit Spritzbrühen geschützt ist. Reine Kontaktmittel erreichen die Schädlinge dort kaum. Für eine erfolgreiche Behandlung musst du systemische oder translaminare Pflanzenschutzmittel wählen und auf eine extrem hohe Wassermenge (oft 1000–1200 l/ha) achten, um eine vollständige Benetzung des Pflanzenherzens zu erzwingen.

Welchen Einfluss hat das Mähen des Erdbeerlaubs nach der Ernte auf die Milbenpopulation?

Das Mähen direkt nach der Ernte ist eine hochwirksame mechanische Maßnahme. Dadurch entziehst du den Milben die Nahrungsgrundlage und das schützende Mikroklima im Laub. Wenn du das Schnittgut zügig aus der Anlage entfernst und vernichtest, reduzierst du den Populationsdruck für das Folgejahr drastisch. Kombiniere dies idealerweise mit einer anschließenden Raubmilben-Freilassung auf dem Neuaustrieb.

Wie unterscheide ich Schäden der Erdbeermilbe von einem Nährstoffmangel oder Herbizidschäden?

Während Nährstoffmangel (wie Bormangel) oft gleichmäßig über das Feld verteilt auftritt und Herbizidschäden meist scharf abgegrenzte Muster zeigen, tritt der Befall durch die Erdbeermilbe typischerweise nesterweise auf. Zudem sind bei Milbenbefall die Herzblätter extrem gestaucht und brüchig, während die älteren Blätter völlig normal aussehen. Eine Absicherung ist jedoch nur durch den direkten Nachweis der Milben unter der Lupe möglich.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Raubmilben im Freiland?

Der optimale Ausbringungszeitpunkt für Raubmilben (z. B. *Neoseiulus californicus*) liegt im frühen Frühjahr, sobald die Temperaturen konstant über 10 °C steigen (ca. BBCH 13 bis 15). Zu diesem Zeitpunkt beginnen die überwinterten Erdbeermilben aktiv zu werden, und die Raubmilben finden sofort Nahrung, um eine stabile Population aufzubauen, bevor sich der Schaderreger explosionsartig vermehren kann.

Welche Rolle spielt die Luftfeuchtigkeit bei der Vermehrung von Phytonemus pallidus?

Die Erdbeermilbe ist extrem empfindlich gegenüber Trockenheit. Sie benötigt eine relative Luftfeuchtigkeit von über 70 bis 80 % im Mikroklima der Pflanze, um sich optimal zu entwickeln. Genau deshalb zieht sie sich in die feuchten, gefalteten Herzblätter zurück. In geschützten Anbausystemen wie Folientunneln findet sie diese Bedingungen fast durchgehend vor, weshalb dort das Risiko für einen massiven Befall deutlich höher ist als im gut belüfteten Freiland.