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Schädling

Geometridae

Geometridae
1GEOMF

Die Familie der Spanner (Geometridae, EPPO-Code: 1GEOMF) gehört zu den wirtschaftlich bedeutendsten Schaderregern im europäischen Obstbau. Besonders in Kern- und Steinobstkulturen wie Apfel (Malus domestica), Birne (Pyrus communis) und verschiedenen Prunus-Arten können die Larven dieser Schmetterlingsfamilie im Frühjahr erhebliche Schäden verursachen. Die Raupen fallen durch ihre charakteristische, schleifenförmige Fortbewegung auf, die auf das Fehlen der mittleren Bauchbeinpaare zurückzuführen ist.

Die wirtschaftliche Relevanz ergibt sich vor allem aus dem zeitigen Erscheinen der Larven im Frühjahr. Sie fressen an schwellenden Knospen, jungen Blättern, Blüten und frisch angesetzten Früchten. Bei starkem Befall kann es zu einem Kahlfraß kommen, der nicht nur den aktuellen Ertrag minimiert, sondern auch die Vitalität der Kulturen nachhaltig schwächt und den Knospenansatz für das Folgejahr beeinträchtigt.

Geometridae sind in ganz Europa weit verbreitet und besiedeln neben Erwerbsobstanlagen auch forstwirtschaftliche Bestände und Zierpflanzen. Da viele Arten polyphag sind, stellen angrenzende Laubwälder oder Hecken oft ein kontinuierliches Reservoir für den Zuflug dar, was eine regelmäßige Überwachung der Obstanlagen unerlässlich macht.

Typ
Schädling
EPPO-Code
1GEOMF
Wirte
7 Kulturen
Generationen
1 Generation pro Jahr
Verbreitung
Die Familie der Geometridae ist in den gemäßigten Klimazonen Europas und Asiens flächendeckend verbreitet. In feuchtkühlen Frühjahren kann es in den Hauptanbaugebieten für Kern- und Steinobst zu massiven Populationsausbrüchen mit erheblichen wirtschaftlichen Einbußen kommen.

Biologie / Lebenszyklus

Der Lebenszyklus vieler wirtschaftlich relevanter Spannerarten ist stark an den Jahresverlauf angepasst. Die adulten Falter schlüpfen im Spätherbst nach den ersten Frostnächten aus dem Boden, wobei die Weibchen oft flügelreduziert sind und am Stamm emporstechen, um ihre Eier in Rindenritzen und Knospennähe abzulegen. Die Überwinterung erfolgt im Eistadium. Pünktlich zum Knospenaufbruch der Kulturen im darauffolgenden Frühjahr schlüpfen die jungen Raupen und beginnen sofort mit dem Fraß an den jungen Pflanzenteilen. Nach Abschluss ihrer Entwicklung im Frühsommer lassen sich die Larven zu Boden fallen, um sich im Erdreich zu verpuppen, wo sie bis zum Herbst verbleiben.

Bonitur

Die gezielte Überwachung beginnt bereits im Herbst (ab BBCH 91 bis 97) durch das Anbringen von Leimringen an den Baumstämmen, um die flügellosen Weibchen beim Aufstieg zu erfassen und den potenziellen Befallsdruck für das Folgejahr abzuschätzen. Im Frühjahr, kritisch ab dem Knospenaufbruch (BBCH 51 bis 53) bis zur Blüte (BBCH 61 bis 69), erfolgt die visuelle Kontrolle der Knospen und jungen Blattschöpfe auf frisch geschlüpfte Raupen. Als Schadensschwelle im integrierten Anbau gilt beim Apfel beispielsweise ein Befall von mehr als 2 bis 5 Raupen pro 100 Blütenbüschel bei der visuellen Kontrolle vor der Blüte. Auch die Klopfprobe an repräsentativen Ästen liefert im Vorblütenbereich zuverlässige Daten für die Entscheidung über eine gezielte Behandlung.

Symptome

Erste Symptome zeigen sich im zeitigen Frühjahr an den schwellenden Knospen, die von den jungen Raupen ausgehöhlt werden. Später sind an den sich entfaltenden Blättern und Blütenbüscheln typische Loch- und Fensterfraßstellen erkennbar, die oft durch feine Gespinstfäden locker zusammengehalten werden. Bei starkem Auftreten kommt es zum Skelettier- oder Kahlfraß der gesamten Kultur. An den jungen Früchten verursachen die älteren Larven tiefe Fraßhöhlen (sogenannter „Löffelfraß“), die später als korkige, deformierte Narben auf der Fruchtschale sichtbar bleiben und die Ware unverkäuflich machen.

Integriertes Management

Ein integriertes Management setzt auf eine Kombination mechanischer, biologischer und chemischer Maßnahmen. Mechanisch ist das rechtzeitige Anbringen und Warten von Leimringen im September/Oktober hochwirksam, um die Eiablage im Kronenbereich zu verhindern. Zur biologischen Regulierung können nützlingsschonende Präparate auf Basis von Bacillus thuringiensis eingesetzt werden, die besonders gut gegen junge Larvenstadien bei Temperaturen über 15 °C wirken. Ist der Befallsdruck zu hoch, kommen selektive Pflanzenschutzmittel zum Einsatz, wobei Wirkstoffe aus verschiedenen IRAC-Klassen im Sinne des Resistenzmanagements im Wechsel angewendet werden sollten, um Selektionseffekte zu vermeiden. Zudem fördert die Schonung natürlicher Gegenspieler wie Schlupfwespen, Raubwanzen und Vögel die natürliche Regulation.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidest du Spannerraupen von anderen Schmetterlingsraupen im Feld?

Achte auf die Fortbewegung: Spannerraupen besitzen im Gegensatz zu den meisten anderen Schmetterlingslarven keine Bauchbeine im mittleren Körpersegment, sondern nur am Hinterende. Dadurch können sie sich nicht kriechend fortbewegen, sondern müssen ihren Körper schleifenförmig zusammenziehen und wieder strecken, was wie ein Abmessen der Unterlage wirkt.

Warum wirken Behandlungen mit Bacillus thuringiensis im zeitigen Frühjahr manchmal unzureichend?

Das biologische Pflanzenschutzmittel auf Basis von Bacillus thuringiensis muss von den Raupen aktiv über den Fraß aufgenommen werden. Da seine Wirkung stark temperaturabhängig ist (optimal ab ca. 15 °C) und die Raupen bei kühlen Frühjahrstemperaturen träge fressen, ist die Wirkung bei Spätfrösten oder anhaltender Kälte oft unzureichend. Warte daher für die Anwendung milde, sonnige Tage ab.

Wann genau musst du die Leimringe im Herbst anbringen, um den Aufstieg der Weibchen abzufangen?

Bringe die Leimringe unbedingt vor dem ersten Frost an, meist Ende September bis spätestens Mitte Oktober. Die flügellosen Weibchen beginnen ihren Aufstieg in die Baumkronen unmittelbar nach den ersten kalten Nächten im Herbst. Achte darauf, dass der Leimring eng am Stamm anliegt und keine Lücken entstehen, unter denen die Weibchen hindurchkriechen können.

Wie beeinflusst die Wahl des Pflanzenschutzmittels das Resistenzmanagement (IRAC) bei Spannern?

Um Resistenzen vorzubeugen, solltest du Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkmechanismen (IRAC-Klassen) abwechselnd einsetzen. Wenn du beispielsweise in einer Saison ein Spinosyn (IRAC-Gruppe 5) verwendest, wechsle bei einer eventuellen Folgebehandlung oder im nächsten Jahr auf ein Präparat aus einer anderen Gruppe, wie etwa einen Häutungsphysiologie-Hemmer (IRAC-Gruppe 18) oder ein biologisches Präparat, um selektiven Druck zu minimieren.

Wie findest du im Online-Portal schnell zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen diesen Schaderreger?

Nutze die Suchfunktion in unserem Hub und filtere gezielt nach deiner Kultur (z. B. Apfel oder Süßkirsche) und dem Schaderreger „Geometridae“ bzw. „Spanner“. Achte darauf, dass du die aktuelle Zulassungssituation und die spezifischen Anwendungsbestimmungen des BVL für dein Land berücksichtigst, da sich Zulassungen und Wartezeiten kurzfristig ändern können.

Welche Rolle spielen angrenzende Laubwälder für das Befallsrisiko in deinen Kulturen?

Da viele Spannerarten extrem polyphag sind und auch auf Eichen, Buchen und Hainbuchen leben, dienen angrenzende Waldränder oder Windschutzstreifen als natürliches Reservoir. Bei starkem Wind im Frühjahr können sich die jungen Raupen an feinen Spinnfäden kilometerweit driften lassen (sogenanntes „Ballooning“) und so direkt in deine Kulturen gelangen. Erhöhe in windzugewandten Randreihen das Monitoring.