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Schädling

Geometridae

Geometridae
1GEOMF

Die Familie der Spanner (Geometridae, EPPO-Code: 1GEOMF) gehört zu den artenreichsten Schmetterlingsfamilien weltweit und umfasst bedeutende Schaderreger im europäischen Obst- und Zierpflanzenbau. Besonders im Kern- und Steinobst, wie Apfel (Malus domestica), Birne (Pyrus communis) und verschiedenen Prunus-Arten, verursachen die Larven im Frühjahr erhebliche Schäden. Die charakteristische Fortbewegung der Raupen durch das abwechselnde Anziehen und Strecken des Körpers gab dieser Familie ihren prägnanten deutschen Namen.

Wirtschaftlich relevant sind in Mitteleuropa vor allem Arten wie der Kleine Frostspanner (Operophtera brumata) und der Große Frostspanner (Erannis defoliaria). Ein starker Befall kann im Frühjahr zu einem vollständigen Kahlfraß der Knospen, Blätter und jungen Fruchtanlagen führen. Dies zieht erhebliche Ertragseinbußen nach sich und schwächt die betroffenen Kulturen nachhaltig gegenüber Sekundärschädlingen und physiologischem Stress.

Typ
Schädling
EPPO-Code
1GEOMF
Wirte
7 Kulturen
Generationen
Meist 1 Generation pro Jahr (bei den wirtschaftlich relevanten Obstbauschädlingen)
Verbreitung
Weltweit verbreitet, mit ausgeprägtem Schadpotenzial durch forst- und obstbaulich relevante Arten in den gemäßigten Klimazonen Eurasiens und Nordamerikas.
Erstbeschreibung
Leach, 1815

Biologie / Lebenszyklus

Der Lebenszyklus vieler wirtschaftlich relevanter Spannerarten ist durch eine ausgeprägte Anpassung an die kühlere Jahreszeit gekennzeichnet. Die adulten Falter schlüpfen im Spätherbst (Oktober bis Dezember) nach den ersten Frösten aus den im Boden liegenden Puppen. Da die Weibchen einiger Hauptschädlinge flugunfähig sind, kriechen sie am Stamm empor, um im Kronenbereich ihre Eier an Knospen und in Rindenritzen abzulegen. Die Larven schlüpfen im folgenden Frühjahr zeitgleich mit dem Knospenaufbruch (BBCH 07–53) der Kulturen. Nach einer intensiven Fraßphase im Frühsommer lassen sich die ausgewachsenen Raupen an Spinnfäden zu Boden sinken, um sich im Erdreich zu verpuppen und dort bis zum Herbst zu überdauern.

Bonitur

Die Überwachung beginnt bereits im Herbst (ab Oktober, BBCH 91–97) durch das Anbringen von Leimringen an den Baumstämmen, um die emporkriechenden, flugunfähigen Weibchen zu erfassen und abzufangen. Im Frühjahr, ab dem Stadium des Knospenaufbruchs (BBCH 51–53), erfolgt die visuelle Kontrolle der Knospen und jungen Blätter auf frisch geschlüpfte Raupen und erste Fraßspuren. Eine Klopfprobe (Astklopfmethode) im Vorblütenbereich (BBCH 55–59) liefert zuverlässige Daten zur Befallsdichte; als Schadensschwelle im integrierten Anbau gelten im Kernobst meist 3 bis 5 Raupen pro 100 Blütenbüschel.

Symptome

Die ersten Symptome zeigen sich im zeitigen Frühjahr an den schwellenden Knospen, die von den jungen Raupen ausgehöhlt werden. Später sind unregelmäßiger Loch- und Buchtenfraß an den Blättern sowie zusammengesponnene Triebspitzen sichtbar. Bei starkem Befall kommt es zum Kahlfraß ganzer Astpartien oder der gesamten Krone. An den jungen Früchten verursachen die Raupen tiefen, unregelmäßigen Fraß (sogenannter 'Löffelfraß'), der später zu typischen, korkigen Narben und Deformationen an den reifenden Früchten führt.

Integriertes Management

Ein integriertes Management setzt primär auf mechanische Barrieren wie das rechtzeitige Anbringen und die regelmäßige Wartung von Leimringen im September/Oktober, um die Eiablage im Kronenbereich zu verhindern. Zur biologischen Regulierung können nützlingsschonende Präparate auf Basis von Bacillus thuringiensis eingesetzt werden, die besonders gut gegen junge Larvenstadien wirken. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten nur bei Überschreitung der Schadensschwelle und bevorzugt vor der Blüte appliziert werden. Um Resistenzen vorzubeugen, ist ein Wirkstoffwechsel gemäß den IRAC-Richtlinien einzuhalten, wobei selektive, nützlingsschonende Insektizide den Vorzug erhalten sollten, um natürliche Gegenspieler wie Schlupfwespen und Vögel zu schonen.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidet man den Schaden von Spannern von dem anderer Wicklerraupen im Frühjahr?

Spannerraupen besitzen im Gegensatz zu den meisten anderen Schmetterlingsraupen nur zwei Paar Bauchbeine (inklusive Nachschieber) am Hinterleib, was zu ihrer charakteristischen, schleifenförmigen Fortbewegung führt. Wicklerraupen hingegen haben meist fünf Paar Bauchbeine und schlängeln sich bei Berührung hektisch rückwärts. Zudem spinnen Spannerraupen Blätter oft deutlich lockerer zusammen als Wickler.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Bacillus thuringiensis-Präparaten?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt im zeitigen Frühjahr bei Temperaturen von konstant über 15 °C, wenn sich die Larven im empfindlichen L1- bis L2-Stadium befinden (meist zwischen BBCH 53 und 59). Da es sich um ein Fraßgift handelt, müssen die Raupen aktiv fressen; bei kühler Witterung ist die Wirkung aufgrund reduzierter Fraßaktivität stark eingeschränkt.

Warum müssen Leimringe bereits im September oder Oktober angebracht werden?

Die adulten Falter des Kleinen und Großen Frostspanners schlüpfen nach den ersten kalten Herbstnächten, oft schon ab Mitte Oktober. Da die flugunfähigen Weibchen am Stamm emporwandern, müssen die Leimringe vor diesem Erstflug lückenlos und fest anliegend montiert sein, um den Aufstieg effektiv zu blockieren.

Wie finde ich im agronomy.farmable.tech Hub zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Spanner?

Navigieren Sie im Hub zum Bereich 'Pflanzenschutzmittel' und filtern Sie nach der Zielkultur (z. B. Apfel) und dem Schaderreger 'Geometridae' oder 'Frostspanner'. Achten Sie bei der Auswahl auf die spezifischen Zulassungsbestimmungen, die zugelassenen BBCH-Stadien sowie die einzuhaltenden Wartezeiten für Ihre Region.

Welche Rolle spielen natürliche Gegenspieler bei der Regulierung von Geometridae?

Natürliche Gegenspieler wie Schlupfwespen (z. B. der Gattung Ichneumonidae), Raupenfliegen, räuberische Laufkäfer sowie insektenfressende Vögel (insbesondere Meisen während der Brutzeit) leisten einen erheblichen Beitrag zur Populationsbegrenzung. Ein nützlingsschonender Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Frühjahr stützt diese biologische Regulation nachhaltig.

Können Spannerraupen auch nach der Blüte noch wirtschaftliche Schäden verursachen?

Ja, obwohl der Hauptfraß vor und während der Blüte stattfindet, fressen ältere Larvenstadien nach der Blüte (ab BBCH 69) an den jungen Fruchtanlagen. Dies führt zu tiefen Fraßstellen, die vernarben und die Früchte unverkäuflich machen. Eine Bekämpfung nach der Blüte ist jedoch aufgrund der fortgeschrittenen Larvenentwicklung und des dichten Blattwerks deutlich schwieriger und weniger effektiv.