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Pilz

Gnomonia fructicola

Gnomoniopsis fructicola
GNOMFR

Gnomoniopsis fructicola (EPPO-Code: GNOMFR), in der Praxis oft noch unter dem älteren Namen Gnomonia fragariae bekannt, ist ein bedeutender pilzlicher Schaderreger an Erdbeeren (Fragaria x ananassa). Der Pilz verursacht sowohl markante Blattflecken als auch eine schwerwiegende Fruchtfäule (Gnomonia-Fruchtfäule) sowie Kelchblattbräune. In mitteleuropäischen Anbaugebieten hat sich dieser Erreger zu einer ernstzunehmenden Bedrohung im Erwerbsobstbau entwickelt, da er direkt die Vermarktungsfähigkeit der Früchte beeinträchtigt.

Die wirtschaftliche Relevanz ist hoch, da Infektionen oft erst spät in der Reifephase sichtbar werden und zu empfindlichen Ernteverlusten führen können. Neben der direkten Fruchtfäule schwächt der Befall der Blätter und Blütenstiele die Vitalität der Kultur nachhaltig. Dies führt zu Ertragseinbußen nicht nur im aktuellen Erntejahr, sondern beeinträchtigt auch die Anlage für die Folgesaison.

Der Schaderreger tritt weltweit in gemäßigten Klimazonen auf und ist insbesondere in feuchten Anbaujahren oder bei intensiver Beregnung im Freiland sowie im geschützten Anbau ein ertragsbestimmender Faktor.

Typ
Pilz
EPPO-Code
GNOMFR
Wirte
1 Kultur
Generationen
Mehrere Infektionszyklen pro Saison
Verbreitung
Der Schaderreger ist in fast allen europäischen Erdbeeranbaugebieten weit verbreitet und verursacht insbesondere in feuchtkühlen Regionen erhebliche ökonomische Schäden durch Qualitätsminderung und Ernteausfälle.

Biologie / Lebenszyklus

Der Pilz überwintert als Myzel oder Perithezien in infizierten Pflanzenresten, abgestorbenen Blättern und Ausläufern im Boden. Im Frühjahr, bei steigenden Temperaturen und anhaltender Feuchtigkeit, werden Ascosporen freigesetzt, die durch Wind und Regenspritzer auf die jungen Blätter und Blütenorgane der Kultur gelangen. Nach der Primärinfektion entwickelt der Schaderreger Konidien, die während der gesamten Vegetationsperiode für eine rasche, sekundäre Ausbreitung sorgen. Besonders warme, feuchte Bedingungen während der Blüte begünstigen die Infektion der Blütenorgane, wobei der Pilz oft latent in den heranwachsenden Früchten verbleibt, bis diese reifen.

Bonitur

Ein systematisches Monitoring sollte bereits ab dem Austrieb (BBCH 10–13) beginnen, wobei besonders auf erste nekrotische Flecken an den älteren Blättern zu achten ist. Die kritischste Phase für die Befallsüberwachung und Bonitur liegt zwischen dem Beginn der Blüte (BBCH 61) und dem Fruchtansatz (BBCH 71–75). Da der Schaderreger stark von Feuchtigkeit abhängt, ist die Nutzung von Wetterdaten und Prognosemodellen zur Blattnässedauer unerlässlich. Eine gezielte Kontrolle der Kelchblätter während der Fruchtentwicklung hilft, latente Infektionen frühzeitig vor der Haupternte zu erkennen.

Symptome

An den Blättern zeigen sich zunächst kleine, purpurfarbene bis braune Flecken, die sich V-förmig entlang der Blattadern ausbreiten und später vergrauen. Typisch ist auch eine deutliche Kelchblattbräune, bei der sich die Kelchblätter der grünen oder reifenden Früchte braun verfärben und vertrocknen. An den Früchten selbst verursacht der Pilz eine trockene, braune bis lederartige Fäule, die oft am Kelchansatz beginnt und die Frucht ungenießbar macht. Befallene Blütenstiele weisen braune Läsionen auf, was zum Absterben der gesamten Blütenknospe führen kann.

Integriertes Management

Die Regulierung erfordert eine integrierte Strategie. Kulturmaßnahmen stehen im Vordergrund: Verwende gesundes, zertifiziertes Pflanzgut, sorge für eine weite Pflanzweite und eine ausgewogene, nicht übermäßig stickstoffbetonte Düngung, um ein schnelles Abtrocknen der Kultur zu gewährleisten. Das konsequente Entfernen und Vernichten von Altlaub im Herbst oder Vorfrühling reduziert das Inokulum im Boden drastisch. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten gezielt und präventiv während der Hauptblütezeit eingesetzt werden. Um Resistenzen vorzubeugen, ist ein strikter Wirkstoffwechsel zwischen verschiedenen FRAC-Klassen (z. B. SDHI, Strobilurine und Multisite-Inhibitoren) zwingend einzuhalten.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidest du die Gnomonia-Fruchtfäule im Feld von der Grauschimmelfäule?

Im Gegensatz zur weichen Botrytis-Fäule mit ihrem typischen grauen, stäubenden Pilzrasen erkennst du bei Gnomoniopsis fructicola eine eher trockene, lederartige, braune Fäule. Zudem beginnt der Befall bei Gnomonia fast immer am Kelchansatz, begleitet von einer auffälligen, vorzeitigen Bräunung und Vertrocknung der Kelchblätter, während Botrytis oft an den Kontaktstellen zwischen den Früchten auftritt.

Wann solltest du eine chemische Behandlung gegen diesen Schaderreger einplanen?

Die wichtigste Phase für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln liegt in der Blütezeit (BBCH 61 bis 69). Da der Pilz die Blütenorgane infiziert und danach latent in der grünen Frucht verbleibt, sind spätere Behandlungen kurz vor der Ernte meist wirkungslos. Plane deine Anwendungen daher präventiv vor angekündigten Niederschlagsereignissen in der Blüte.

Wie findest du im Portal die passenden Pflanzenschutzmittel gegen Gnomoniopsis fructicola?

Nutze die Suchfunktion in unserem Hub und filtere nach der Kultur „Erdbeere“ sowie dem Schaderreger „Gnomoniopsis fructicola“ (oder dem Suchbegriff „Gnomonia-Blattfleckenkrankheit“). Achte bei der Auswahl der Pflanzenschutzmittel auf die spezifisch ausgewiesenen BBCH-Stadien, die zugelassene Aufwandmenge und die einzuhaltende Wartezeit für deine Region.

Wie kannst du die Strohmulchung optimal zur Regulierung dieses Pilzes nutzen?

Das Auslegen von Stroh (üblicherweise um BBCH 55–61) verhindert den direkten Bodenkontakt der Früchte und mindert das Aufspritzen von sporenhaltigem Regenwasser aus dem Boden in die Kultur. Bringe das Stroh jedoch erst aus, wenn der Boden gut abgetrocknet ist, da anhaltende Feuchtigkeit unter dem Stroh das Mikroklima verschlechtern und Infektionen fördern kann.

Warum musst du beim Resistenzmanagement gegen Gnomoniopsis besonders vorsichtig sein?

Da der Pilz während einer Saison mehrere Infektionszyklen durchläuft, ist das Risiko für eine Selektion resistenter Stämme hoch. Du musst unbedingt darauf achten, Wirkstoffe aus unterschiedlichen FRAC-Gruppen im Wechsel einzusetzen (z. B. keine aufeinanderfolgenden Anwendungen von SDHI-Fungiziden) und, wo zugelassen, Kontaktfungizide als Mischungspartner zu integrieren.

Wie verhinderst du den Befall im geschützten Anbau (Tunnel) am effektivsten?

Obwohl im Folientunnel kein direkter Regen fällt, kann eine hohe Luftfeuchtigkeit für Keimung und Infektion ausreichen. Steuere das Risiko durch konsequentes Klimamanagement: Lüfte die Tunnel aktiv, um die Blattnässedauer zu minimieren, und nutze eine tropfgenaue Bewässerung, damit du das Laubwerk nicht unnötig benetzt.