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Krauser Ampfer

Rumex cristatus
RUMCT

Rumex cristatus (EPPO-Code: RUMCT), im deutschen Sprachraum als Griechischer Ampfer bekannt, ist eine ausdauernde, tiefwurzelnde Unkrautart aus der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). Ursprünglich im östlichen Mittelmeerraum beheimatet, breitet sich diese invasive Art zunehmend in Mitteleuropa aus. Sie besiedelt bevorzugt nährstoffreiche, gestörte Standorte, Wegränder, Ruderalflächen sowie intensiv genutztes Grünland und mehrjährige Ackerkulturen.

Die wirtschaftliche Relevanz von Rumex cristatus ergibt sich aus seiner enormen Konkurrenzkraft gegenüber etablierten Kulturen. Durch die Ausbildung einer kräftigen Pfahlwurzel und einer dichten Blattrosette im Anfangsstadium kann das Unkraut wertvolle Futtergräser im Grünland verdrängen und den Ertrag sowie die Qualität des Ernteguts erheblich mindern. Zudem erschweren die hohe Samenproduktion und die Langlebigkeit der Samen im Boden eine nachhaltige Regulierung im landwirtschaftlichen Betrieb.

Typ
Kultur
EPPO-Code
RUMCT
Wirte
0 Kulturen
Verbreitung
Ursprünglich im südosteuropäischen Raum verbreitet, dehnt sich das Areal von Rumex cristatus zunehmend nach Nord- und Westeuropa aus, wo das Unkraut insbesondere auf stickstoffreichen Standorten erhebliche Ertragsverluste im Grünland verursacht.

Biologie / Lebenszyklus

Als mehrjährige Pflanze überwintert Rumex cristatus mithilfe seiner robusten Pfahlwurzel, die als Speicherorgan dient. Der Austrieb erfolgt sehr früh im Frühjahr, gefolgt von einer raschen vegetativen Entwicklung der Blattrosette. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August, in der große Mengen an wind- und wasserdispergierten Samen gebildet werden. Diese Samen weisen eine ausgeprägte Keimruhe auf und können im Boden über Jahrzehnte hinweg keimfähig bleiben, was zu einer kontinuierlichen Wiederverseuchung der Flächen führt.

Bonitur

Die Überwachung von Rumex cristatus sollte idealerweise im zeitigen Frühjahr bei Vegetationsbeginn (entspricht BBCH-Stadium 10–19 der Hauptkulturen wie Grünland oder Wintergetreide) erfolgen, wenn die Rosetten gut sichtbar sind. Eine systematische Bonitur der Flächen ist entscheidend, um den Besatzgrad zu ermitteln; als wirtschaftliche Schadschwelle im Grünland gilt ein Richtwert von mehr als 0,5 bis 1 Pflanze pro Quadratmeter. Spätere Kontrollen vor der Mahd oder Ernte (BBCH-Stadium 50–60 der Kultur) dienen dazu, das Aussamen der Pflanzen durch gezielte Schnittmaßnahmen oder selektive Behandlungen zu verhindern.

Integriertes Management

Ein integriertes Management kombiniert mechanische, kulturtechnische und chemische Maßnahmen. Im Grünland sind eine dichte Grasnarbe und eine angepasste Düngung die besten präventiven Maßnahmen, um das Auflaufen von Ampfersamen zu verhindern. Mechanisch kann die Pfahlwurzel durch tiefes Ausstechen (mindestens 10–15 cm unter dem Vegetationspunkt) reguliert werden. Chemische Behandlungen mit selektiven Pflanzenschutzmitteln sollten bevorzugt im Rosettenstadium im Frühjahr oder im Herbst durchgeführt werden. Zur Vermeidung von Wirkstoffresistenzen ist ein konsequentes HRAC-Wirkstoffklassenmanagement einzuhalten, indem Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkmechanismen (z. B. Wuchsstoffe und ALS-Hemmer) alternierend oder in Kombination eingesetzt werden.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich Rumex cristatus im Feld von anderen Ampferarten wie Rumex crispus?

Rumex cristatus zeichnet sich durch deutlich größere, am Rand stark gewellte Blätter und eine imposante Wuchshöhe von bis zu 200 cm aus. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal im reifen Zustand sind die herzförmigen, gezähnten Valven (Fruchtklappen), die im Gegensatz zu den meist ganzrandigen Valven von Rumex crispus deutliche, zahnartige Ausläufer an den Rändern aufweisen.

Warum ist die chemische Regulierung von Rumex cristatus im Herbst oft erfolgreicher als im Sommer?

Im Herbst transportiert die Pflanze Assimilate aktiv in die Pfahlwurzel, um Reservestoffe für den Winter einzulagern. Systemische Pflanzenschutzmittel, die zu diesem Zeitpunkt appliziert werden, werden besonders effizient bis in die Wurzelspitzen transportiert, was zu einer nachhaltigeren Abtötung des gesamten Wurzelsystems führt.

Welche Rolle spielt die Schnitthäufigkeit bei der mechanischen Regulierung dieses Unkrauts?

Ein regelmäßiger Schnitt verhindert primär die Samenbildung, kann die etablierte Pfahlwurzel allein jedoch kaum schwächen. Um die Pflanze effektiv zu schwächen, muss der Schnitt erfolgen, bevor das Unkraut neue Reservestoffe in die Wurzel einlagern kann – idealerweise kurz vor dem Schossen (BBCH-Stadium 30–39 des Unkrauts).

Wie kann ich im Agronomy-Hub gezielt nach zugelassenen Pflanzenschutzmitteln gegen Ampferarten suchen?

Nutzen Sie die Filterfunktion im Hub und suchen Sie nach der Indikation „Zweikeimblättrige Unkräuter“ oder speziell „Ampfer-Arten“ in Ihrer jeweiligen Kultur. Achten Sie darauf, die Zulassungssituation für Ihr spezifisches BBCH-Anwendungsfenster und die regionalen Gewässerauflagen zu prüfen.

Welche HRAC-Klassen sind bei der chemischen Regulierung von Rumex cristatus von Bedeutung?

Hauptsächlich kommen synthetische Auxine (HRAC-Gruppe 4) wie Fluroxypyr oder Triclopyr sowie ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2) wie Amidosulfuron zum Einsatz. Ein Wechsel oder die Kombination dieser Wirkstoffklassen ist essenziell, um einer Selektion resistenter Biotypen vorzubeugen.

Kann Rumex cristatus über Wirtschaftsdünger auf neue Flächen verschleppt werden?

Ja, die Samen des Griechischen Ampfers besitzen eine extrem widerstandsfähige Samenschale und können die Passage durch den Verdauungstrakt von Nutztieren sowie die Lagerung in Gülle oder Mist unbeschadet überstehen. Eine Heißrottung des Komposts oder eine anaerobe Vergärung in Biogasanlagen reduziert die Keimfähigkeit der Samen hingegen signifikant.