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TENSIRA

BVL Zul.-Nr. 00B091-00

TENSIRA ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur selektiven Bekämpfung von breitblättrigen Unkräutern in Getreide, Mais und auf Grünland. Als bewährtes Pflanzenschutzmittel basiert es auf dem Wirkstoff Fluroxypyr, der als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert ist. Diese Formulierung gewährleistet eine schnelle Aufnahme über das Blatt und eine hervorragende systemische Verteilung in der gesamten Pflanze bis in die Wurzeln.

Das Wirkungsspektrum von TENSIRA konzentriert sich insbesondere auf schwer bekämpfbare, tiefwurzelnde Unkräuter. Zu den Hauptschaderregern gehören hartnäckige Arten wie der Stumpfblättrige und Krause Ampfer sowie die weit verbreitete Vogel-Sternmiere. Durch seine selektiven Eigenschaften schont das Pflanzenschutzmittel die Gräser der Kulturen und eignet sich daher ideal für den professionellen Einsatz im Ackerbau und auf Grünlandflächen.

Wirkstoffe

Fluroxypyr
288 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Fluroxypyr gehört zur chemischen Gruppe der synthetischen Auxine (Wuchsstoffe) und ist in die HRAC-Gruppe 4 eingestuft. Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff rasch in der Pflanze akropetal und basipetal transportiert. Er imitiert das natürliche Pflanzenhormon Indol-3-essigsäure (Auxin), was zu einer unkontrollierten Zellteilung und einem gestörten Streckungswachstum in den empfindlichen zweikeimblättrigen Unkräutern führt. Typische Symptome nach der Behandlung sind charakteristische Verkrümmungen (Epinastien) an Stängeln und Blättern, gefolgt von Chlorosen und einem vollständigen Absterben des Schaderregers innerhalb weniger Wochen. Da der Wirkstoff vor allem über das aktive Wachstum wirkt, ist eine Anwendung bei wüchsiger Witterung besonders effektiv.

Resistenzmanagement

Zur Vermeidung von Resistenzbildungen gegenüber synthetischen Auxinen (HRAC-Gruppe 4) sollte TENSIRA stets in ein integriertes Unkrautmanagement eingebunden werden. Dies umfasst den Fruchtfolgewechsel sowie den alternierenden Einsatz von Herbiziden mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (wie ALS-Inhibitoren). Um den Selektionsdruck auf Schaderreger wie die Vogel-Sternmiere zu minimieren, empfiehlt sich zudem die Kombination oder der sequentielle Einsatz mit Partnerherbiziden aus anderen HRAC-Klassen.

Mischbarkeit & Tankmischung

TENSIRA zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Getreide- und Maisherbiziden sowie Fungiziden aus. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung der Unkrautblätter zu garantieren. Die Zugabe von Additiven oder Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, kann jedoch unter extrem trockenen Bedingungen die Wirkstoffaufnahme auf verholzten oder stark behaarten Blättern unterstützen. Vor dem Ansetzen größerer Mengen wird stets ein physischer Mischbarkeitstest im kleinen Maßstab empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit TENSIRA ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug, zwingend erforderlich. Da der Wirkstoff Fluroxypyr als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) strikt eingehalten werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei vorschriftsmäßiger Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Eintrag in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Wiesen, WeidenStumpfblättriger Ampfer, Krauser Ampfer2 LITER_PER_HECTARE7T
Wiesen, WeidenVogel-Sternmiere13–990.75 LITER_PER_HECTARE7T
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–390.75 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–391 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–311 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–161 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–390.75 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–310.75 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–391 LITER_PER_HECTARE
WinterhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–311 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–311 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Ampferbekämpfung mit TENSIRA auf dem Grünland?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im Frühjahr oder Spätsommer, wenn der Ampfer eine gut entwickelte Blattrosette (ca. 15–25 cm Durchmesser) ausgebildet hat, aber noch vor dem Schossen des Blütenstängels steht. In dieser Phase ist der Saftstrom in die Wurzeln besonders aktiv, was den Transport des systemischen Wirkstoffs maximiert.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von TENSIRA?

Da Fluroxypyr ein Wuchsstoffherbizid ist, wird die beste Wirkung bei wüchsiger Witterung mit Temperaturen zwischen 10 °C und 25 °C erzielt. Bei Frostgefahr, extremer Trockenheit oder stark geschwächten Unkrautbeständen sollte die Behandlung verschoben werden, da der verlangsamte Stoffwechsel der Pflanzen die Wirkstoffaufnahme beeinträchtigt.

Kann TENSIRA auch in frisch eingesäten Kulturen angewendet werden?

Eine Anwendung sollte erst erfolgen, wenn die Kultur das im Zulassungsbereich definierte Mindest-BBCH-Stadium erreicht hat (in der Regel ab dem 2-Blatt-Stadium, BBCH 12). Zu frühe Behandlungen können bei empfindlichen Jungpflanzen zu vorübergehenden Wachstumshemmungen führen.

Was muss bezüglich der Nachbaufristen nach dem Einsatz von TENSIRA beachtet werden?

Fluroxypyr wird im Boden relativ rasch durch Mikroorganismen abgebaut. Nach einer normalen Anwendung im Getreide oder Mais können im Rahmen der üblichen Fruchtfolge im folgenden Herbst oder Frühjahr alle gängigen Kulturen nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur wird eine tiefe Bodenbearbeitung empfohlen.

Warum ist die systemische Wirkung von TENSIRA bei der Bekämpfung von ausdauernden Unkräutern so wichtig?

Ausdauernde Unkräuter wie der Stumpfblättrige Ampfer besitzen ein enormes Regenerationsvermögen aus der Pfahlwurzel. Reine Kontaktmittel schädigen nur die Blätter, woraufhin die Pflanze schnell wieder austreibt. Die systemische Wirkung von TENSIRA sorgt dafür, dass der Wirkstoff bis in die Vegetationspunkte der Wurzel transportiert wird, um die Pflanze dauerhaft abzutöten.

Wie verhält sich TENSIRA bezüglich der Regenfestigkeit nach der Applikation?

Dank der modernen EC-Formulierung wird der Wirkstoff schnell von der Wachsschicht der Blätter aufgenommen. TENSIRA ist in der Regel bereits 1 bis 2 Stunden nach der Anwendung regenfest, sodass ein späterer Niederschlag die herbizide Wirkung nicht mehr beeinträchtigt.