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Pilz

Leptosphaerulina australis

Leptosphaerulina australis
LPHLAU

Leptosphaerulina australis (EPPO-Code: LPHLAU) ist ein ascomycetischer Pilz, der als Erreger von Blattflecken und Blattsterben an verschiedenen Gräsern auftritt. Obwohl dieser Schaderreger häufig als Schwächeparasit eingestuft wird, kann er unter warmen, feuchten Bedingungen oder bei physiologisch gestressten Kulturen erhebliche optische und qualitative Schäden verursachen. Besonders betroffen sind intensiv gepflegte Rasenflächen wie Golf- und Sportplätze sowie die professionelle Rollrasenproduktion.

Die wirtschaftliche Relevanz des Pilzes hat in den letzten Jahren aufgrund veränderter klimatischer Bedingungen mit längeren Hitze- und Trockenperioden zugenommen. Ein starker Befall führt zu einer verminderten Vitalität der Gräser, einer verringerten Scherfestigkeit der Grasnarbe und einer unansehnlichen, strohigen Verfärbung der betroffenen Flächen. Der Schaderreger ist weltweit verbreitet und tritt in den gemäßigten Klimazonen Mitteleuropas vor allem in den Sommermonaten schadwirksam in Erscheinung.

Typ
Pilz
EPPO-Code
LPHLAU
Wirte
0 Kulturen
Generationen
Mehrere überlappende Generationen pro Saison
Verbreitung
Weltweit in gemäßigten und subtropischen Klimazonen verbreitet; in Mitteleuropa tritt der Pilz vor allem in heißen, feuchten Sommern auf intensiv gepflegten Sport- und Zierrasenflächen schadwirksam auf.
Erstbeschreibung
Saccardo, 1883 (Italien)

Biologie / Lebenszyklus

Der Schaderreger überdauert als Myzel oder in Form von Pseudothezien (Fruchtkörpern) auf abgestorbenem Pflanzenmaterial im Filz des Rasens. Unter feucht-warmen Bedingungen im späten Frühjahr und Sommer werden Ascosporen freigesetzt, die durch Wind, Beregnung oder mechanische Pflegegeräte verbreitet werden und die Blätter der Kulturen infizieren. Die Infektion erfolgt meist über natürliche Öffnungen oder mechanische Schnittwunden nach dem Mähen. Innerhalb weniger Tage entwickeln sich neue Läsionen, in denen sich rasch wieder infektiöse Sporen bilden, was zu mehreren Infektionszyklen innerhalb einer Vegetationsperiode führt.

Bonitur

Das Monitoring konzentriert sich auf die warmen Sommermonate (Juni bis August), wenn die Temperaturen über 20 °C steigen und langanhaltende Blattnässe vorliegt. Da es sich bei Rasengräsern um Dauerkulturen handelt, ist eine Orientierung an klassischen BBCH-Stadien weniger praktikabel; stattdessen erfolgt die Bonitur ab dem Ergrünen im Frühjahr (BBCH 21–29, Bestockung) bis in den späten Herbst. Eine regelmäßige visuelle Kontrolle der Grasnarbe auf erste punktförmige, wässrige Läsionen ist entscheidend. Schadschwellen sind im professionellen Rasenbereich meist ästhetisch oder funktional definiert; bei ersten Anzeichen von flächigem Vergilben unter feuchten Bedingungen sollte die Beregnung angepasst und mechanischer Stress minimiert werden.

Symptome

Die Symptome äußern sich zunächst als kleine, wassergesättigte, blassgrüne bis gelbliche Flecken auf den Blättern der Gräser. Diese Flecken dehnen sich rasch aus, nehmen eine strohgelbe bis hellbraune Färbung an und sind oft von einem rötlich-braunen bis dunkelbraunen Rand umgeben. Typischerweise sterben die Blattspitzen von oben nach unten ab, was der Rasenfläche ein insgesamt vertrocknetes, strohiges Aussehen verleiht. Bei genauer Betrachtung sind im abgestorbenen Gewebe winzige, schwarze, punktförmige Fruchtkörper (Pseudothezien) des Pilzes zu erkennen, die ein wichtiges diagnostisches Merkmal zur Abgrenzung von reinem Trockenstress darstellen.

Integriertes Management

Die Bekämpfung von Leptosphaerulina australis basiert auf einem integrierten Ansatz, bei dem kulturtechnische Maßnahmen im Vordergrund stehen. Dazu gehören eine ausgewogene Stickstoff- und Kaliumdüngung zur Vermeidung von weichem Gewebe, die Reduzierung von Rasenfilz durch regelmäßiges Vertikutieren sowie ein angepasstes Bewässerungsmanagement (durchdringend in den frühen Morgenstunden). Schnitthöhen sollten nicht zu tief gewählt werden, um die Kulturen nicht zusätzlich zu stressen. Biologische Präparate auf Basis von nützlichen Bodenbakterien (z. B. Bacillus amyloliquefaciens) können die Widerstandskraft stärken. Chemische Pflanzenschutzmittel (Fungizide) sollten nur bei akutem Befallsdruck auf wertvollen Sport- oder Golfplatzflächen eingesetzt werden, wobei auf einen Wirkstoffwechsel gemäß den FRAC-Richtlinien zu achten ist.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich ein Befall durch Leptosphaerulina australis von gewöhnlichem Trockenstress?

Während Trockenstress meist großflächig auftritt und die Blätter gleichmäßig welken lässt, zeigt ein Befall durch diesen Schaderreger charakteristische, scharf abgegrenzte Blattflecken mit einem dunklen Rand. Zudem sind bei genauerem Hinsehen mit einer Lupe winzige, schwarze Fruchtkörper (Pseudothezien) im abgestorbenen Gewebe sichtbar, die bei reinem Wassermangel vollständig fehlen.

Welche Rolle spielt die Schnitthöhe der Kulturen bei der Ausbreitung des Pilzes?

Ein zu tiefer Schnitt (Tiefschnitt) stresst die Kulturen erheblich und schafft über die frischen Schnittwunden ideale Eintrittspforten für die Sporen. Es wird empfohlen, die Schnitthöhe bei akutem Befallsrisiko leicht anzuheben (z. B. auf 4–5 cm bei Gebrauchsrasen) und stets scharfe Mähmesser zu verwenden, um saubere Schnitte zu gewährleisten und Ausfransungen zu verhindern.

Wie kann ich im agronomy.farmable.tech Hub nach zugelassenen Pflanzenschutzmitteln gegen diesen Schaderreger suchen?

Nutzen Sie die Suchfunktion im Hub und filtern Sie nach der Kultur "Rasen" oder "Ziergräser" sowie dem Schaderreger-Typ "Pilzkrankheiten". Da spezifische Indikationen für Leptosphaerulina selten explizit ausgewiesen sind, sollten Sie nach Pflanzenschutzmitteln suchen, die allgemein gegen Blattfleckenpilze (wie Drechslera- oder Ascochyta-Arten) an Gräsern für die jeweilige Anwendung zugelassen sind.

Warum begünstigt eine abendliche Beregnung das Auftreten von Leptosphaerulina australis?

Der Pilz benötigt für die Keimung seiner Sporen und die anschließende Infektion der Kulturen eine kontinuierliche Blattnässe von mehreren Stunden. Eine Beregnung am späten Abend hält die Blätter die gesamte Nacht über feucht, während eine morgendliche Bewässerung ein schnelles Abtrocknen der Grasnarbe durch die Tagessonne ermöglicht und somit das Infektionsfenster drastisch verkürzt.

Welche Stickstoffform sollte bei akutem Befallsdruck bevorzugt werden?

Vermeiden Sie schnell verfügbare, ammonium- oder harnstoffbetonte Dünger, da diese zu einem weichen, mastigen Gewebewachstum führen, das extrem anfällig für den Schaderreger ist. Setzen Sie stattdessen auf langsam fließende Langzeitdünger mit einem ausgewogenen Stickstoff-Kalium-Verhältnis (z. B. im Verhältnis 1:1,5 oder 1:2), um die Zellwände der Gräser mechanisch zu stärken.

Gibt es Gräserarten, die eine besondere Anfälligkeit für diesen Schaderreger zeigen?

Ja, insbesondere Poa pratensis (Wiesenrispe) und Lolium perenne (Deutsches Weidelgras) zeigen unter sommerlichen Stressbedingungen eine erhöhte Anfälligkeit für Blattflecken. Bei der Neuanlage oder Nachsaat von Sport- und Zierrasen sollte daher gezielt auf zertifizierte, krankheitsresistente Sortenmischungen (z. B. nach RSM-Rasen) zurückgegriffen werden.