ROMEO
ROMEO ist ein innovatives, biologisches Pflanzenschutzmittel zur Stärkung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte gegen ein breites Spektrum von Schaderregern. Das von Agrauxine entwickelte Produkt basiert auf dem Wirkstoff Cerevisane, einem hochreinen Extrakt aus den Zellwänden der Hefe Saccharomyces cerevisiae. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, lässt sich ROMEO hervorragend in moderne Pflanzenschutzsysteme integrieren und bietet eine rückstandsfreie Alternative oder Ergänzung zu klassischen chemisch-synthetischen Fungiziden.
Das Anwendungsspektrum erstreckt sich über zahlreiche Kulturen im Wein-, Gemüse-, Beerenobst- und Zierpflanzenbau sowie auf Rasenflächen. ROMEO schützt die Kulturen präventiv vor wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten wie Echten und Falschen Mehltaupilzen, Botrytis cinerea sowie verschiedenen bodenbürtigen und blattpathogenen Pilzen (darunter Rhizoctonia, Fusarium und Erreger von Rasenkrankheiten wie der Dollarflecken-Krankheit). Da es sich um ein biologisches Mittel handelt, eignet es sich ideal für rückstandsminimierte Anbaustrategien und den ökologischen Landbau.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Cerevisane fungiert als sogenannter Elicitor (Induktor der systemisch erworbenen Resistenz, SAR). Er besitzt selbst keine direkte toxische Wirkung auf die Schaderreger. Stattdessen simuliert Cerevisane durch die enthaltenen pflanzenspezifischen Signalmoleküle (wie Chitin- und Glucan-Strukturen der Hefezellwand) einen Scheininfekt. Die Kultur erkennt diese Moleküle über spezifische Rezeptoren und aktiviert innerhalb weniger Stunden ihre natürlichen Abwehrmechanismen. Diese physiologische Reaktion umfasst die Verstärkung der Zellwände durch Lignin- und Kalloseeinlagerungen, die Produktion von Phytoalexinen (pflanzeneigene Abwehrstoffe) sowie die Synthese von PR-Proteinen (pathogenesis-related proteins). Da dieser Wirkmechanismus multisite-ähnlich auf physiologischer Ebene der Kultur wirkt, ist Cerevisane im FRAC-Code unter der Gruppe F6 (Induktoren der Pflanzenverteidigung) klassifiziert.
Resistenzmanagement
Aufgrund des einzigartigen, indirekten Wirkungsmechanismus (FRAC-Gruppe F6) besteht für ROMEO kein bekanntes Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielpathogenen. Das Pflanzenschutzmittel eignet sich daher hervorragend als Partner im Antiresistenzmanagement. Durch den regelmäßigen Wechsel oder die Kombination von ROMEO mit klassischen, direkt wirkenden Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen kann der Selektionsdruck auf sensible Pilzpopulationen signifikant reduziert und die Lebensdauer bestehender chemischer Wirkstoffe verlängert werden.
Mischbarkeit & Tankmischung
ROMEO ist im Allgemeinen gut mit den gängigsten Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern mischbar. Da die Wirkung rein präventiv ist und die Aktivierung der pflanzeneigenen Abwehr etwa 24 bis 48 Stunden benötigt, muss die Anwendung unbedingt vor dem ersten Infektionsdruck erfolgen. Bei Tankmischungen sollte auf einen neutralen bis leicht sauren pH-Wert des Spritzwassers (pH 5,5 bis 7,0) geachtet werden, um die Stabilität des Wirkstoffs zu gewährleisten. Die Zugabe von Netzmitteln kann die Benetzung der Blattoberfläche optimieren, ist jedoch bei gut formulierten Mischpartnern meist nicht zwingend erforderlich.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Als biologisches Pflanzenschutzmittel auf Basis von Hefezellwänden zeichnet sich ROMEO durch ein äußerst günstiges Ökotoxizitäts- und Anwendersicherheitsprofil aus. Es ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft und schont wichtige Nützlinge sowie Bodenorganismen wie Regenwürmer. Gewässerabstandsauflagen sind im Vergleich zu chemisch-synthetischen Fungiziden minimal oder entfallen oft ganz, was die Flexibilität bei der Anwendung in sensiblen Gebieten oder Randstrukturen deutlich erhöht. Dennoch ist beim Ansetzen der Spritzbrühe die übliche persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um Staubbildung und Augenkontakt zu vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Zierpflanzen | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | 12–99 | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Moschus-Kürbis | Echte Mehltaupilze | 12–89 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Rucola-Arten | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae), Botrytis cinerea | 12–89 | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Garten-Kürbis | Echte Mehltaupilze | 12–89 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Spinat und verwandte Arten | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | — | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Erdbeere | Botrytis cinerea | 12–89 | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Zierpflanzen | Echte Mehltaupilze | 12–99 | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Kohlgemüse | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | — | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Rasen | Rhizoctonia spp., Curvularia spp., Blattfleckenkrankheit (Drechslera poae) | — | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Riesenkürbis | Echte Mehltaupilze | — | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Feldsalat | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae), Botrytis cinerea | 12–89 | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| frische Kräuter | Echte Mehltaupilze | — | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Flaschenkürbis | Echte Mehltaupilze | — | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Wurzel- und Knollengemüse | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | — | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Wassermelone | Echte Mehltaupilze | — | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Wassermelone | Echte Mehltaupilze | 12–89 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Moschus-Kürbis | Echte Mehltaupilze | 12–89 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| frische Kräuter | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | — | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Melone | Echte Mehltaupilze | — | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Garten-Kürbis | Echte Mehltaupilze | — | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Melone | Echte Mehltaupilze | 12–89 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Gurke | Echte Mehltaupilze | 12–89 | 0.25 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Gurke | Echte Mehltaupilze | — | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Pepino | Echte Mehltaupilze | — | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Patisson | Echte Mehltaupilze | — | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Zwiebelgemüse | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | — | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Zucchini | Echte Mehltaupilze | 12–89 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | 12–89 | 0.25 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Gurke | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | — | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Riesenkürbis | Echte Mehltaupilze | 12–89 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Weinrebe | Botrytis cinerea | 12–89 | 0.25 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Aubergine | Botrytis cinerea | 12–89 | 0.25 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Zierpflanzen | Botrytis cinerea | 12–99 | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| frische Kräuter | Botrytis cinerea | — | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Garten-Kürbis | Echte Mehltaupilze | 12–89 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Breitblättrige Endivie | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae), Botrytis cinerea | 12–89 | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Krause Winterendivie | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae), Botrytis cinerea | 12–89 | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Eissalat | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae), Botrytis cinerea | 12–89 | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Erdbeere | Botrytis cinerea | 12–89 | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Weinrebe | Echter Mehltau (Uncinula necator) | 12–89 | 0.25 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Salat-Arten | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | — | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Zierpflanzen | Botrytis cinerea | 12–99 | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Tomate | Botrytis cinerea | 12–89 | 0.25 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Zucchini | Echte Mehltaupilze | — | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Zierpflanzen | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | 12–99 | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Riesenkürbis | Echte Mehltaupilze | 12–89 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Patisson | Echte Mehltaupilze | 12–89 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Zierpflanzen | Echte Mehltaupilze | 12–99 | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Moschus-Kürbis | Echte Mehltaupilze | — | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Rasen | Rhizoctonia spp., Curvularia spp., Blattfleckenkrankheit (Drechslera poae) | — | 0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von ROMEO im Frühjahr?
Da ROMEO als Elicitor rein präventiv wirkt, muss die erste Behandlung vor dem eigentlichen Infektionsgeschehen erfolgen. Der optimale Startpunkt liegt meist ab dem BBCH-Stadium 12 (Entfaltung der ersten Laubblätter), sobald die Kultur genügend Blattfläche ausgebildet hat, um den Wirkstoff aufzunehmen und die systemische Abwehr zu aktivieren.
Wie lange hält die induzierte Abwehrwirkung nach einer Spritzung an?
Die durch ROMEO stimulierte systemische Resistenz hält in der Regel etwa 7 bis 10 Tage an. In Phasen starken Neuzuwachses oder bei anhaltend hohem Infektionsdruck sollte die Behandlung in diesem Intervall wiederholt werden, um auch neu gebildete Pflanzenteile kontinuierlich zu schützen.
Kann ROMEO auch bei bereits sichtbarem Befall (kurativ) eingesetzt werden?
Nein, ROMEO besitzt keine kurativen oder stoppenden Eigenschaften gegen bereits etablierte Pilzinfektionen. Bei akutem Befall muss zuerst ein kurativ wirksames, chemisch-synthetisches Fungizid eingesetzt werden, um den Befall zu stoppen, bevor ROMEO zur weiteren Gesunderhaltung eingesetzt werden kann.
Welche Rolle spielt die Temperatur bei der Anwendung von ROMEO?
Da die Aktivierung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte ein aktiver physiologischer Prozess der Kultur ist, ist eine ausreichende Stoffwechselaktivität erforderlich. Die Anwendung sollte daher bei Temperaturen stattfinden, bei denen die Kultur aktiv wächst (idealerweise zwischen 10 °C und 25 °C). Vermeiden Sie Spritzungen bei extremem Frost oder extremer Hitze/Trockenstress.
Warum beträgt die Wartezeit (PHI) bei ROMEO nur einen Tag?
Der Wirkstoff Cerevisane besteht aus natürlichen Bestandteilen der Bierhefe, die für Mensch und Umwelt ungiftig sind und schnell biologisch abgebaut werden. Daher ist das Rückstandsrisiko vernachlässigbar, was eine extrem kurze Wartezeit von nur einem Tag ermöglicht und maximale Flexibilität kurz vor der Ernte bietet.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene biologische Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?
Nutzen Sie die Filterfunktionen in unserer Datenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur und den Ziel-Schaderreger aus und filtern Sie anschließend nach der Wirkstoffklasse "Biologika" oder "Elicitoren", um alle in Deutschland (BVL) registrierten Alternativen anzuzeigen.