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Sonstiger Schaderreger

Peronospora

Peronospora
1PEROG

Die Gattung Peronospora (EPPO-Code: 1PEROG) umfasst eine Vielzahl hochspezialisierter, obligat biotropher Oomyceten, die als Erreger des Falschen Mehltaus an zahlreichen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen erhebliche Schäden verursachen. Ein besonders relevanter Wirt im mitteleuropäischen Raum ist der Schlafmohn (Papaver somniferum), bei dem der Schaderreger sowohl systemische als auch lokale Infektionen hervorruft. Die wirtschaftliche Bedeutung ist enorm, da ein starker Befall zu massiven Ertragseinbußen und einer verminderten Qualität des Ernteguts führt.

Der Schaderreger tritt weltweit in allen gemäßigten Anbauregionen auf, in denen feucht-kühle Witterungsbedingungen die Infektion begünstigen. Da Oomyceten auf freies Wasser zur Keimung angewiesen sind, stellen anhaltende Blattnässe und hohe relative Luftfeuchtigkeit die Hauptrisikofaktoren dar. Die Bekämpfung erfordert ein vorausschauendes, integriertes Management, da einmal etablierte systemische Infektionen im Feld kaum noch heilbar sind.

Typ
Sonstiger Schaderreger
EPPO-Code
1PEROG
Wirte
1 Kultur
Generationen
Polyzyklisch (mehrere Generationen pro Saison)
Verbreitung
Weltweit in allen gemäßigten Klimazonen verbreitet, wobei in feuchten Anbaujahren in Mitteleuropa Ertragsverluste von bis zu 50 % oder sogar Totalausfälle im Mohnanbau auftreten können.
Erstbeschreibung
Corda, 1837

Biologie / Lebenszyklus

Der Lebenszyklus von Peronospora beginnt im Frühjahr mit der Keimung von Oosporen (Dauersporen), die im Boden oder in Pflanzenresten überwintert haben, oder durch den Austrieb aus systemisch infiziertem Saatgut. Diese Primärinfektion führt oft zu verkümmerten, chlorotischen Keimlingen, auf deren Blattunterseiten sich bei feucht-warmer Witterung ein grauvioletter Sporenträgerrasen bildet. Die dort massenhaft produzierten, wind- und regenverbreiteten Sporangien initiieren die sekundären Infektionszyklen auf benachbarten Kulturen. Im Laufe der Vegetation dringen die Hyphen tief in das Gewebe ein und bilden schließlich gegen Ende der Saison erneut widerstandsfähige Oosporen in den absterbenden Pflanzenteilen, um den Winter zu überdauern.

Bonitur

Das Monitoring sollte bereits früh in der Saison ab dem Auflaufen der Kultur (BBCH 10–12) beginnen, um systemisch infizierte Primärherde rechtzeitig zu erkennen und zu entfernen. Besonders kritisch ist die Phase des schnellen Längenwachstums bis kurz vor der Blüte (BBCH 30 bis 59), da hier bei anhaltender Blattnässe von mehr als 4–6 Stunden und Temperaturen zwischen 10 und 20 °C ein extrem hohes Infektionsrisiko besteht. Da es für Falschen Mehltau im Mohnanbau keine starren Schadschwellen gibt, dient die regelmäßige visuelle Kontrolle von Blattober- und -unterseiten in feuchten Senken oder dichten Beständen als wichtigste Entscheidungshilfe für den gezielten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Symptome

Typisch für den Befall sind auf der Blattoberseite sichtbare, unregelmäßige, hellgreen bis gelbliche Aufhellungen (Chlorosen), die oft durch die Blattadern begrenzt werden. Auf den entsprechenden Blattunterseiten bildet sich, besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit, ein charakteristischer, grauer bis violett-brauner, samtiger Belag aus Sporangienträgern. Bei einer systemischen Infektion zeigen die Kulturen einen gestauchten Wuchs, deformierte, nach unten gewölbte Blätter und eine vorzeitige Vergilbung, die schließlich zum Absterben ganzer Pflanzenteile führt.

Integriertes Management

Ein erfolgreiches integriertes Management basiert auf einer weiten Fruchtfolge (mindestens 3–4 Jahre Anbaupause für anfällige Kulturen) und der konsequenten Verwendung von zertifiziertem, gesundem Saatgut. Ackerbauliche Maßnahmen wie eine moderate Stickstoffdüngung zur Vermeidung zu dichter Bestände und die Wahl gut durchlüfteter Standorte reduzieren die Blattnassdauer entscheidend. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten primär präventiv vor Infektionsbedingungen eingesetzt werden; dabei ist zur Vermeidung von Resistenzen ein strikter Wirkstoffwechsel zwischen verschiedenen FRAC-Klassen (z. B. Carbonsäureamide, Phenylamide und multisite-wirksame Kontaktfungizide) zwingend einzuhalten.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie kann ich im Hub gezielt nach zugelassenen Pflanzenschutzmitteln gegen Peronospora suchen?

Nutze die Filtersuche im Pflanzenschutz-Hub und filtere nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Schlafmohn) und dem Schaderreger "Peronospora". Achte darauf, die Zulassungssituation für dein jeweiliges Land zu prüfen, da die Indikationen für Nischenkulturen wie Mohn häufig über Sonderzulassungen geregelt sind.

Warum ist die Bekämpfung von Peronospora im Mohn so stark von der BBCH-Phase abhängig?

Weil der Erreger ab der Knospenbildung (BBCH 51) und während der Blüte (BBCH 60–69) die Kapseln direkt infizieren kann, was zu deformierten Kapseln ohne Samenansatz führt. Behandlungen nach der Blüte (ab BBCH 71) sind oft nicht mehr wirtschaftlich oder aufgrund gesetzlicher Wartezeiten nicht mehr zulässig.

Welche Rolle spielt das Saatgut bei der Übertragung und wie schütze ich mich davor?

Das Myzel des Erregers kann im Inneren des Samens oder als Oosporen auf der Samenschale überdauern. Verwende daher ausschließlich zertifiziertes, gesundes Saatgut und verzichte auf Nachbau von Flächen, auf denen im Vorjahr Falscher Mehltau aufgetreten ist.

Wie unterscheide ich Falschen Mehltau (Peronospora) im Feld praktisch von Echtem Mehltau?

Achte auf die Lage des Pilzrasens: Falscher Mehltau bildet seinen grauvioletten Sporenrasen fast ausschließlich auf der Blattunterseite aus, während die Blattoberseite gelbliche Flecken zeigt. Echter Mehltau hingegen erzeugt einen weißen, mehligen Belag, der meist gut abwischbar auf der Blattoberseite liegt.

Wie integriere ich das FRAC-Konzept konkret in meine Spritzfolge gegen diesen Schaderreger?

Wechsle bei aufeinanderfolgenden Behandlungen konsequent zwischen Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen (z. B. CAA-Fungizide nicht direkt nacheinander anwenden). Kombiniere systemische oder lokosystemische Wirkstoffe nach Möglichkeit mit einem Kontaktfungizid (Multisite-Inhibitor), um das Risiko einer Resistenzselektion zu minimieren.

Welche Witterungsdaten sind für die Prognosemodelle von Peronospora am wichtigsten?

Konzentriere dich auf die Kombination aus Blattnassdauer (mindestens 4–6 Stunden) und der Temperatur während dieser Nässeperiode (optimal sind 10–15 °C in der Nacht). Wenn diese Bedingungen mit einer hohen relativen Luftfeuchtigkeit am Folgetag zusammentreffen, solltest du deine Bestände umgehend kontrollieren.