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Sonstiger Schaderreger

Phytophthora erythroseptica

Phytophthora erythroseptica
PHYTER

Phytophthora erythroseptica (EPPO-Code: PHYTER) ist ein bodenbürtiger Oomycete (Eipilz), der vor allem als Erreger der Rotfäule an Kartoffeln sowie als Wurzelfäule-Erreger an verschiedenen anderen Kulturen wie Tomaten, Himbeeren und bestimmten Cichorium-Arten (z. B. Chicorée) bekannt ist. Der Schaderreger verursacht erhebliche wirtschaftliche Schäden, insbesondere durch Nassfäulen im Lager und Ertragsverluste direkt auf dem Feld.

Die Infektion geht meist vom Boden aus und wird durch wassergesättigte Bedingungen stark begünstigt. Da der Erreger extrem langlebige Dauersporen (Oosporen) bildet, kann er über viele Jahre im Boden überdauern, was die Fruchtfolgegestaltung vor große Herausforderungen stellt. Ein Befall mindert nicht nur die Marktware durch Fäulnis, sondern führt oft zum Totalausfall betroffener Partien im Lager.

Typ
Sonstiger Schaderreger
EPPO-Code
PHYTER
Wirte
1 Kultur
Generationen
Mehrere ungeschlechtliche Zyklen pro Saison bei feucht-warmen Bedingungen
Verbreitung
Der Schaderreger ist weltweit in fast allen wichtigen Kartoffel- und Gemüseanbauregionen verbreitet, wobei feuchte, kühle bis mäßig warme Klimazonen mit schweren Böden besonders hohe wirtschaftliche Schäden verzeichnen.
Erstbeschreibung
Pethybridge, 1913 (Irland)

Biologie / Lebenszyklus

Der Lebenszyklus von Phytophthora erythroseptica beginnt mit dem Keimen der im Boden oder in infizierten Knollen überwinternden Oosporen. Bei wassergesättigten Bodenverhältnissen bilden sich Sporangien, die bewegliche Zoosporen freisetzen; diese schwimmen im Bodenwasser aktiv zu den Wurzeln, Stolonen oder Knollenaugen der Wirtskulturen. Nach der Erstinfektion breitet sich das Myzel im Gewebe aus und führt zu einer schnellen Zerstörung der Zellstrukturen. Während der Vegetationsperiode kann es bei anhaltender Feuchtigkeit zu sekundären Infektionen kommen. Zum Ende der Saison bildet der Erreger im infizierten Gewebe erneut dickwandige Oosporen, die nach dem Zerfall des Pflanzengewebes in den Boden gelangen und dort jahrelang infektiös bleiben.

Bonitur

Ein gezieltes Monitoring beginnt bereits bei der Pflanzgutkontrolle vor dem Legen bzw. Pflanzen. Auf dem Feld solltest du ab dem BBCH-Stadium 40 (Beginn der Knollenentwicklung bzw. Wurzelverdickung) besonders in Senken, Fahrgassen und auf schweren, schlecht entwässernden Böden nach ersten Welkesymptomen Ausschau halten. Da der Schaderreger stark von Staunässe profitiert, ist eine regelmäßige Kontrolle nach Starkregenereignissen oder intensiver Beregnung unerlässlich. Schadschwellen im klassischen Sinn existieren nicht; das Auftreten einzelner infizierter Kulturen im Feld erfordert sofortige Rode- und Lagervorkehrungen, um eine Ausbreitung im Erntegut zu verhindern.

Symptome

Das markanteste Symptom zeigt sich an den infizierten Knollen oder Wurzeln: Nach dem Anschneiden verfärbt sich das betroffene Gewebe unter Sauerstoffeinfluss innerhalb von 15 bis 30 Minuten charakteristisch lachsrosa, bevor es sich später bräunlich bis schwarz verfärbt. Das befallene Gewebe ist gummiartig, verströmt einen säuerlichen, hefeartigen Geruch und sondert bei Druck eine wässrige Flüssigkeit ab. Oberirdisch zeigen die Kulturen oft eine plötzliche Welke, die an den Blatträndern beginnt, sowie eine Gelbfärbung und Wachstumsstauchung, da das zerstörte Wurzelsystem die Wasseraufnahme blockiert.

Integriertes Management

Die Bekämpfung von Phytophthora erythroseptica erfordert ein konsequentes, integriertes Management, da chemische Maßnahmen allein oft unzureichend sind. Kulturtechnisch stehen die Vermeidung von Staunässe durch Drainage, die Förderung einer lockeren Bodenstruktur und eine weite Fruchtfolge im Vordergrund. Verwende ausschließlich zertifiziertes, gesundes Pflanzgut und vermeide Überberegnung ab dem Knollenansatz. Chemische Pflanzenschutzmittel (z. B. Fungizide aus der Wirkstoffgruppe der Phenylamide oder Carbonsäureamide) können im Rahmen einer gezielten Behandlung eingesetzt werden, wobei zur Vermeidung von Resistenzen ein strikter Wirkstoffwechsel gemäß den FRAC-Richtlinien eingehalten werden muss. Biologische Präparate auf Basis von antagonistischen Bodenbakterien oder -pilzen können die Befallsstärke in unbelasteten Böden mindern, ersetzen jedoch nicht die kulturtechnische Hygiene.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheide ich die Rotfäule im Feld von der Kraut- und Knollenfäule?

Während die Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) meist von den Blättern ausgeht und braune, harte Flecken auf der Knolle verursacht, beginnt die Rotfäule (Phytophthora erythroseptica) an den Wurzeln oder Stolonen. Das Gewebe bei Rotfäule bleibt gummiartig weich und zeigt nach dem Anschneiden die typische lachsrosa Verfärbung an der Luft, die bei der Kraut- und Knollenfäule völlig fehlt.

Welche Rolle spielt die Bodentemperatur bei der Infektion durch diesen Schaderreger?

Die optimale Bodentemperatur für Infektionen liegt zwischen 15 °C und 25 °C. In Kombination mit wassergesättigten Böden (z. B. nach Starkregen im Sommer) führt dies zu einer explosionsartigen Freisetzung von Zoosporen, die sich im Bodenwasser aktiv zu den Wurzeln deiner Kulturen bewegen.

Kann ich infizierte Knollen oder Wurzeln nach der Ernte noch für die Lagerung aussortieren?

Das ist extrem riskant. Da sich die Infektion im frühen Stadium oft noch nicht äußerlich zeigt (latenter Befall), wandern infizierte Knollen unbemerkt ins Lager. Unter den feucht-warmen Bedingungen im Lagerhaufen breitet sich die Fäulnis rasch auf gesunde Nachbarknollen aus. Betroffene Schläge solltest du daher separat ernten und direkt vermarkten.

Wie finde ich im agronomy.farmable.tech Hub die passenden Pflanzenschutzmittel gegen diesen Erreger?

Nutze im Hub die Filterfunktion für Schaderreger und suche gezielt nach dem EPPO-Code "PHYTER" oder dem wissenschaftlichen Namen "Phytophthora erythroseptica". Dort werden dir alle aktuell in deinem Land für die jeweilige Kultur zugelassenen Pflanzenschutzmittel mit den entsprechenden Anwendungsbestimmungen und Wartezeiten angezeigt.

Gibt es bekannte Resistenzen des Erregers gegen bestimmte Fungizidgruppen?

Ja, in vielen Anbauregionen wurden bereits Resistenzen von Phytophthora erythroseptica gegenüber Phenylamiden (wie z. B. Metalaxyl/Mefenoxam) nachgewiesen. Achte bei der chemischen Behandlung unbedingt auf einen Wirkstoffwechsel (FRAC-Klassifizierung beachten) und kombiniere systemische Mittel mit Kontaktfungiziden, um den Selektionsdruck zu minimieren.

Warum hilft eine weite Fruchtfolge nur bedingt gegen die Rotfäule?

Der Erreger bildet dickwandige Dauersporen (Oosporen), die extrem widerstandsfähig gegenüber Umwelteinflüssen sind. Diese Oosporen können ohne Wirtskultur problemlos 7 Jahre oder länger im Boden überdauern. Eine weite Fruchtfolge ist zwar wichtig, um das Inokulum zu reduzieren, schließt einen Befall bei ungünstigen Bodenverhältnissen aber nicht völlig aus.