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Kultur

Chicoree

Cichorium sp.
CICSS

Die Gattung Cichorium sp. (EPPO-Code: CICSS) umfasst ökonomisch bedeutende Kulturen wie den Chicorée, die Wurzelzichorie und verschiedene Salattypen wie Radicchio und Zuckerhut. Im professionellen Anbau steht meist die zweiphasige Produktion im Vordergrund: Zunächst erfolgt der Freilandanbau zur Erzeugung einer kräftigen, reservestoffreichen Rübe, gefolgt von einer lichtlosen Treibphase zur Gewinnung der knackigen Knospen. Diese anspruchsvolle Kulturführung verlangt präzise pflanzenbauliche Maßnahmen, um eine gleichmäßige Rübenphysiologie und hohe Qualitäten für den Markt zu sichern.

Da die Keimlinge und jungen Kulturen in der Anfangsphase nur eine geringe Konkurrenzkraft aufweisen, sind ein optimal hergerichtetes Saatbett und eine sorgfältige Unkrautregulierung entscheidend. Zudem stellt die Steuerung der Nährstoff- und Wasserzufuhr im Feld die Weichen für eine erfolgreiche spätere Treibung. Fehler in dieser Phase, wie eine Überdüngung mit Stickstoff, rächen sich schnell durch physiologische Störungen oder eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Fäulniserregern im Lager.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Mitte Mai bis Anfang Juni
Erntefenster
Oktober bis November
Reihenabstand
30–45 cm
Typischer Ertrag
35–45 t/ha
Wärmesumme (GDD)
1600 °C
Boden-pH
6,0–7,2

Bodenmanagement

Für den erfolgreichen Anbau von Chicorée ist ein tiefgründiger, steinfreier und gut strukturierter Boden ohne Verdichtungen unerlässlich, um eine gerade Wurzelentwicklung ohne Beinigkeit zu garantieren. Eine ausgewogene Humusversorgung und ein stabiles Bodengefüge fördern das gleichmäßige Wachstum der Rüben. Bei der Stickstoffdüngung musst du äußerst zurückhaltend agieren, da ein Überangebot zu weichem Gewebe, verminderter Lagerfähigkeit und schlechter Treibleistung führt. Eine gezielte Grunddüngung mit Kalium und Magnesium stärkt die Zellwände und verbessert die Frosthärte der Wurzeln vor der Ernte. Nach der Ernte der Rüben im Spätherbst ist eine schonende Bodenbearbeitung zur Schonung der Bodenstruktur und zur Vorbereitung der Folgekultur ratsam.

Schaderreger-Management

Der Schutz der Kultur beginnt mit einer weiten Fruchtfolge von mindestens vier Jahren, um bodenbürtige Schaderreger wie Sclerotinia und Phytophthora effektiv zu reduzieren. Da die Jugendentwicklung sehr langsam verläuft, ist eine konsequente Unkrautregulierung im frühen BBCH-Stadium entscheidend, wobei mechanische Verfahren und zugelassene Herbizide kombiniert werden sollten. Gegen Pilzkrankheiten wie Sclerotinia sclerotiorum und Botrytis cinerea helfen vorbeugende Hygienemaßnahmen bei der Ernte und eine sorgfältige Sortierung verletzter Rüben vor der Einlagerung. Bei feucht-warmer Witterung im Spätsommer solltest du auf Symptome von Blattkrankheiten achten und gegebenenfalls zugelassene Pflanzenschutzmittel einsetzen. Während der anschließenden Treibphase im Dunkeln ist eine präzise Klimaführung der beste Schutz gegen Fäulniserreger.

Sorten

Zoom

Früh bis mittelfrüh

Hoher Anteil an erstklassigen Treibknospen bei früher Ernte.

Anfällig für: Sclerotinia, Phytophthora

Sehr bewährte Standardsorte für die frühe Treibphase. Liefert feste, geschlossene Knospen.

Vintor

Spät

Sehr stabile Erträge auch nach monatelanger Kühlhauslagerung.

Resistent gegen: Schossen

Anfällig für: Sclerotinia

Hervorragend geeignet für die späte Treibphase nach langer Lagerung der Rüben. Sehr schossfest im Feld.

Alliance

Mittelfrüh bis mittelspät

Konstant hohe Erträge mit sehr geringem Sortierabfall.

Anfällig für: Phytophthora

Sehr gleichmäßiger Wuchs im Feld und hohe Homogenität bei der Treibung. Gute Haltbarkeit nach der Ernte.

Focus

Früh

Sichere Erträge im frühen Segment mit hoher Knospenqualität.

Resistent gegen: Physiologischer Knospenbrand

Anfällig für: Botrytis

Schnell wachsende Sorte für den frühen Einschlag. Zeigt eine gute Toleranz gegenüber physiologischen Störungen.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie erkennst du den optimalen Erntezeitpunkt der Rüben für die spätere Treibung?

Der optimale Zeitpunkt liegt vor den ersten starken Frösten, meist ab Mitte Oktober. Du solltest die physiologische Reife prüfen: Die äußeren Blätter beginnen sich leicht gelb zu färben, und der Rübenkopf hat einen Durchmesser von etwa 3 bis 5 cm erreicht. Erntest du zu früh, sind die Rüben noch nicht ausreichend ausgereift, was die Treibleistung mindert; erntest du zu spät, steigt das Risiko von Frostschäden und Fäulnis im Lager.

Wie kannst du das Risiko von Sclerotinia-Fäule während der Rübenlagerung minimieren?

Achte bei der Ernte auf eine extrem schonende Rodung, um mechanische Beschädigungen zu vermeiden, da Schaderreger wie Sclerotinia bevorzugt über Wunden eindringen. Sortiere beschädigte oder kranke Rüben sofort konsequent aus. Lagere die Rüben anschließend zügig bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt (-1 °C bis 0 °C) und hoher Luftfeuchtigkeit, um das Pilzwachstum im Kühlraum effektiv zu verlangsamen.

Warum musst du bei der Stickstoffdüngung dieser Kultur besonders vorsichtig sein?

Ein Überangebot an Stickstoff führt im Feld zu einem üppigen Blattwachstum auf Kosten der Rübenqualität. Die Rüben werden schwammig, enthalten zu wenig Reservestoffe (Inulin) und neigen beim späteren Treiben zu physiologischem Knospenbrand (Innenbrand). Begrenze die N-Düngung daher basierend auf einer vorherigen Nmin-Bodenanalyse auf ein Minimum.

Wie bekämpfst du die Gemeine Quecke (Elymus repens) wirksam in der Kultur?

Da die Gemeine Quecke (AGRRE) ein ausdauerndes Ungras ist, solltest du sie bereits in der Vorsaatphase mechanisch durch intensive Bodenbearbeitung oder durch gezielte Herbizidanwendungen auf der Stoppel der Vorfrucht schwächen. In der stehenden Kultur stehen dir selektive Gräserherbizide (Graminizide) zur Verfügung, die du im Nachauflauf einsetzen kannst, sobald die Quecke ausreichend Blattmasse gebildet hat.

Welche Rolle spielen die BBCH-Stadien bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln?

Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln ist in Deutschland streng an bestimmte BBCH-Stadien gebunden. Beispielsweise dürfen viele Herbizide nur im frühen Nachauflauf (BBCH 12 bis 14) ausgebracht werden, um Kulturschäden zu vermeiden. Überprüfe vor jeder Behandlung die genaue Gebrauchsanleitung und die BVL-Zulassung, um die Wartezeiten einzuhalten und die Kultur nicht zu schädigen.

Wie findest du im Hub registrierte Pflanzenschutzmittel gegen Phytophthora-Arten?

Nutze die Suchfunktion im Hub und filtere nach dem Schaderreger Phytophthora oder der Kultur Chicorée. Dir werden dann alle aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer spezifischen Aufwandmengen, Anwendungsbestimmungen und einzuhaltenden Wartezeiten übersichtlich angezeigt.