Alle Kulturen
Kultur

Krause Winterendivie

Cichorium endivia var. crispum
CICEC

Die krausblättrige Endivie (Cichorium endivia var. crispum, EPPO-Code: CICEC), im Erwerbsanbau meist als Frisee-Salatendivie bezeichnet, ist eine bedeutende spät herbstliche und winterliche Salat-Kultur aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie zeichnet sich durch stark geschlitzte, krause Blätter und einen herben, durch den Bitterstoff Intybin hervorgerufenen Geschmack aus. Im professionellen Gemüsebau wird diese Kultur vor allem für den Frischmarkt sowie für die Bereitstellung von Rohware für verzehrfertige Convenience-Salatmischungen (Fresh-Cut) geschätzt.

Der Anbau erfordert aufgrund der feinen Blattstruktur und der Neigung zu Fäulnis bei feucht-kalter Witterung ein hohes Maß an pflanzenbaulichem Fingerspitzengefühl. Die Kultur verträgt leichte Fröste, weshalb sie eine wichtige Rolle bei der Verlängerung der Freilandsaison im mitteleuropäischen Raum spielt. Für eine optimale Qualitätsausbildung ist eine gleichmäßige Wasserversorgung und eine gezielte Nährstoffführung unerlässlich.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Juni bis August
Erntefenster
September bis Dezember
Reihenabstand
30–35 cm
Typischer Ertrag
25–35 t/ha
Wärmesumme (GDD)
1100–1350 °C
Boden-pH
6,0–7,2

Bodenmanagement

Die Kultur bevorzugt tiefgründige, humose und gut strukturierte Böden mit einer gleichmäßigen Wasserführung, um Trockenstress und die damit verbundene physiologische Störung des Randbrennens zu vermeiden. Schwere, zu Staunässe neigende Böden sind ungeeignet, da sie das Risiko für bodenbürtige Schaderreger drastisch erhöhen. Vor dem Auspflanzen solltest du ein feinkrümeliges Saatbett herstellen, um ein schnelles Anwachsen der Jungpflanzen zu gewährleisten. Eine ausgewogene Stickstoffdüngung ist entscheidend, da ein Übermaß an Stickstoff das Gewebe weich und anfällig für Fäulnis macht. Eine gezielte Zufuhr von Calcium über den Boden oder als Blattdüngung stabilisiert die Zellwände und mindert das Risiko von Innenbrandsymptomen.

Schaderreger-Management

Der Pflanzenschutz bei der krausen Endivie konzentriert sich stark auf die Vermeidung von Pilzkrankheiten, allen voran Grauschimmel (Botrytis cinerea), der besonders in feuchten Herbstmonaten die erntereifen Köpfe schädigt. Durch weite Pflanzabstände und eine gezielte Tröpfchenbewässerung statt Überkopfberegnung kannst du das Laub trocken halten und Infektionen vorbeugen. Gegen tierische Schaderreger wie Blattläuse und die Salatwurzellaus solltest du regelmäßige Bestandskontrollen durchführen und bei Bedarf nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel einsetzen. Auch Schnecken stellen in feuchten Jahren eine erhebliche Gefahr für die Marktqualität dar, weshalb ein frühzeitiges Schneckenmanagement an den Feldrändern ratsam ist. Beim Einsatz von Fungiziden und Insektiziden musst du stets die gesetzlichen Wartezeiten und die spezifischen BBCH-Stadien beachten.

Sorten

Wallonne

Mittelfrüh bis spät

Sehr ertragreich mit schweren Köpfen bei gleichmäßiger Wasserversorgung.

Resistent gegen: Schoßen

Anfällig für: Botrytis cinerea, Randbrennen

Sehr bewährte, stark gekrauste Sorte für den Herbst- und frühen Winteranbau. Zeichnet sich durch ein großes, selbstbleichendes Herz aus.

Myrna

Mittelfrüh

Konstant hohe Erträge im professionellen Herbstanbau.

Anfällig für: Botrytis cinerea

Feingekräuselte Sorte mit aufrechtem Wuchs, was den Erdkontakt minimiert und Fäulnis an der Unterseite reduziert.

Pancaliere

Spät

Sichert späte Ernten bis in den Winter hinein ab.

Resistent gegen: Frost

Anfällig für: Staunässe

Traditionelle, sehr frostharte Sorte mit langen, stark geschlitzten Blättern und gut gefülltem Herz.

Korbi

Früh bis mittelfrüh

Sehr gleichmäßiger Wuchs, was die maschinelle Ernte erleichtert.

Resistent gegen: Schoßen

Anfällig für: Trockenstress

Moderne Züchtung mit sehr aufrechtem Wuchs und hoher Feldhaltbarkeit. Ideal für den frühen Herbstanbau.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Alle Anwendungen ansehen

Häufige Fragen

Wie kann ich das Risiko von Botrytis cinerea bei feuchter Herbstwitterung minimieren?

Achte auf eine weite Pflanzung (mindestens 30x30 cm) und vermeide Staunässe im Boden. Bewässere die Kultur vorzugsweise in den frühen Morgenstunden, damit die Blätter rasch abtrocknen können. Ein aufrechter Wuchs der gewählten Sorte reduziert zudem den direkten Bodenkontakt der unteren Blätter und senkt so das Infektionsrisiko drastisch.

Was ist die Hauptursache für das gefürchtete Randbrennen und wie beuge ich vor?

Randbrennen ist eine physiologische Störung, die durch einen lokalen Calciummangel in den Blatträndern entsteht. Dies wird meist durch unregelmäßige Wasserversorgung oder zu hohe Luftfeuchtigkeit (mangelnde Transpiration) ausgelöst. Du kannst vorbeugen, indem du für eine gleichmäßige Bodenfeuchte sorgst und bei Bedarf gezielte Blattapplikationen mit calciumhaltigen Düngern durchführst.

Wie finde ich im Portal zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Schaderreger bei Endivien?

Nutze die Suchfunktion im Pflanzenschutz-Hub und filtere nach der Kultur 'Endivien' (oder der spezifischen Zulassungsgruppe) sowie dem gewünschten Schaderreger wie Botrytis cinerea. Achte dabei stets auf die aktuellen Zulassungsbestimmungen, die maximalen Anwendungen pro Saison und die einzuhaltenden Wartezeiten vor der Ernte.

Muss ich Frisee-Endivien vor der Ernte noch manuell zusammenbinden, um sie zu bleichen?

Moderne Sorten für den Erwerbsanbau besitzen meist eine hervorragende Selbstbleichung im Inneren des Kopfes, sodass ein manuelles Zusammenbinden nicht mehr zwingend erforderlich ist. Falls du dennoch bleichen möchtest, tue dies nur bei absolut trockener Witterung wenige Tage vor der Ernte, da Feuchtigkeit unter dem Band sofort zu Fäulnis führt.

Ab welchem BBCH-Stadium ist eine Behandlung gegen die Salatwurzellaus sinnvoll?

Eine Kontrolle auf Befall sollte bereits ab der Etablierungsphase nach dem Pflanzen (BBCH 12 bis 19) erfolgen. Da die Läuse an den Wurzeln saugen und schwer erreichbar sind, ist eine vorbeugende Bodenbehandlung oder eine gezielte systemische Anwendung in frühen BBCH-Stadien (vor BBCH 39) am effektivsten, bevor sich die Rosette schließt.

Wie beeinflussen niedrige Temperaturen im späten BBCH-Stadium 49 die Haltbarkeit nach der Ernte?

Leichte Fröste vor der Ernte schaden der Kultur kaum und können sogar das Aroma verbessern. Wenn die Köpfe jedoch im erntereifen Zustand (BBCH 49) starkem Frost ausgesetzt waren, leidet die Zellstruktur. Ernte solche Bestände erst nach dem vollständigen Auftauen und vermarkte sie zügig, da die Lagerfähigkeit und die Eignung für Fresh-Cut-Mischungen stark herabgesetzt sind.