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Kultur

Krauser Ampfer

Rumex crispus
RUMCR

Rumex crispus, in der landwirtschaftlichen Praxis bekannt als Krauser Ampfer (EPPO-Code: RUMCR), ist eine ausdauernde, tiefwurzelnde Kultur aus der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). Obwohl sie botanisch eine ausdauernde Kultur darstellt, wird sie im mitteleuropäischen Pflanzenbau primär als äußerst konkurrenzstarkes und problematisches Unkraut auf Grünlandflächen und Äckern eingestuft. Die Kultur zeichnet sich durch eine markante, fleischige Pfahlwurzel aus, die enorme Nährstoffreserven speichern kann und der Kultur ein außergewöhnliches Regenerationsvermögen verleiht.

Die Verbreitung erfolgt hocheffizient über die enorme Samenproduktion sowie über Wurzelreproduktion bei mechanischer Beschädigung. Da der Krause Ampfer bevorzugt auf nährstoffreichen, feuchten und verdichteten Böden gedeiht, gilt er in der agronomischen Praxis als Zeigerpflanze für strukturelle Bodenprobleme und Stickstoffüberschüsse. Eine erfolgreiche Regulierung erfordert daher eine präzise Abstimmung von mechanischen, kulturtechnischen und chemischen Maßnahmen.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März–September (Hauptkeimphase)
Erntefenster
Juli–Oktober (Samenreife)
Reihenabstand
nicht zutreffend (unreguliertes Auflaufen)
Typischer Ertrag
nicht zutreffend (Samenpotenzial: bis zu 40.000 Samen/Kultur)
Wärmesumme (GDD)
1400–1500
Boden-pH
5,5–7,5

Bodenmanagement

Die Regulierung des Krausen Ampfers beginnt beim Bodenmanagement, da die Kultur stark von Bodenverdichtungen und Staunässe profitiert. Du solltest primär darauf achten, Verdichtungen im Unterboden durch gezielte Tiefenlockerung aufzubrechen und die Bodenstruktur zu verbessern. Eine ausgewogene Düngung, die Stickstoffüberschüsse vermeidet, entzieht der Kultur die Wachstumsgrundlage. Im Grünland hilft eine dichte, konkurrenzstarke Grasnarbe, das Auflaufen der Lichtkeimer zu verhindern; lückige Bestände müssen daher umgehend nachgesät werden. Bei starkem Befall auf Ackerflächen kann eine gezielte Bodenbearbeitung mit dem Pflug oder flach schneidenden Grubberwerkzeugen im Sommer die Pfahlwurzeln an die Oberfläche befördern, wo sie vertrocknen.

Schaderreger-Management

Da Rumex crispus selbst meist als Schaderreger eingestuft wird, konzentriert sich das Management auf seine gezielte Dezimierung. Im Grünland ist die mechanische Einzelpflanzenbekämpfung vor der Samenreife die nachhaltigste Methode, wobei du die Pfahlwurzel mindestens 10–15 cm tief abschneiden musst. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten selektiv im Einzelpflanzenverfahren oder bei flächigem Auftreten im Streichverfahren appliziert werden, um die wertvollen Klee- und Kräuteranteile des Grünlands zu schonen. Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt im BBCH-Stadium 13 bis 39, da hier die Wirkstoffaufnahme und der Transport in die Wurzel am effizientesten sind. Achte bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln stets auf die zugelassenen Indikationen und die einzuhaltenden Wartezeiten.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidest du den Krausen Ampfer im Feld sicher vom Stumpfblättrigen Ampfer?

Achte auf die Blattränder und die Blattform: Der Krause Ampfer (Rumex crispus) hat deutlich gewellte, krause Blattränder und schmal-lanzenförmige Blätter, die sich zum Stiel hin verschmälern. Der Stumpfblättrige Ampfer (Rumex obtusifolius) hingegen besitzt deutlich breitere, am Grund herzförmige Blätter mit kaum gewelltem Rand. Auch die inneren Perigonblätter der Frucht sind beim Krausen Ampfer meist ganzrandig und tragen große Schwielen, während sie beim Stumpfblättrigen Ampfer gezähnt sind.

Warum versagen rein mechanische Schnittmaßnahmen bei dieser Kultur oft?

Das liegt an der enormen Regenerationsfähigkeit der Pfahlwurzel. Wenn du die Kultur nur oberflächlich mähst oder abschneidest, treibt sie aus den schlafenden Knospen des oberen Wurzelhalses (den obersten 5–10 cm) schnell wieder aus. Um die Kultur mechanisch erfolgreich zu schwächen, musst du die Wurzel beim Ausstechen mindestens 10 bis 15 cm tief unter der Erdoberfläche durchtrennen, da darunter kaum noch regenerationsfähiges Gewebe vorhanden ist.

Welchen Einfluss hat die extreme Samenlebensdauer im Boden auf deine Fruchtfolgeplanung?

Die Samen des Krausen Ampfers sind extrem langlebig und können im Boden über 30 bis 40 Jahre hinweg keimfähig bleiben. Wenn du eine stark belastete Ackerfläche bearbeitest, solltest du wendende Bodenbearbeitung minimieren, um vergrabene Samen nicht wieder in die obere, lichtreiche Keimzone zu befördern. Setze stattdessen auf ein falsches Saatbett im Frühjahr und den Anbau konkurrenzstarker Zwischenfrüchte, um auflaufende Keimlinge frühzeitig zu unterdrücken.

Wann ist der chemische Pflanzenschutz gegen diese Kultur am wirksamsten?

Der beste Zeitpunkt für eine Herbizidapplikation ist das Rosettenstadium im Frühjahr oder der Spätsommer (im Wiederaustrieb nach einem Schnitt), wenn die Kultur ausreichend Blattfläche gebildet hat, aber noch nicht schosst (BBCH-Stadium 15 bis 32). In dieser Phase transportiert die Kultur Assimilate – und damit auch systemische Pflanzenschutzmittel – aktiv nach unten in die Pfahlwurzel, was zu einer nachhaltigen Abtötung des Wurzelsystems führt.

Wie findest du im agronomy.farmable.tech Hub registrierte Pflanzenschutzmittel gegen Ampfer-Arten?

Nutze die Suchfunktion im Hub und filtere nach dem EPPO-Code „RUMCR“ oder dem Suchbegriff „Ampfer“. Du erhältst eine Übersicht aller aktuell in deiner Region zugelassenen Pflanzenschutzmittel, inklusive detaillierter Angaben zur Aufwandmenge, den spezifischen Anwendungsbestimmungen und den einzuhaltenden Wartezeiten für Grünland oder Ackerflächen.

Welche Rolle spielen biologische Schaderreger bei der natürlichen Regulierung des Ampfers?

Der Ampfer-Blattkäfer (Gastrophysa viridula) kann bei starkem Auftreten durch seinen intensiven Lochfraß die Kultur erheblich schwächen und die Samenbildung reduzieren. Auch der Ampfer-Glasflügler (Pyropteron chrysidiforme), dessen Larven in den Wurzeln fressen, trägt zur natürlichen Dezimierung bei. Diese biologischen Gegenspieler unterstützen dich im integrierten Pflanzenschutz, können dichte Bestände ohne begleitendes Kulturmanagement jedoch meist nicht vollständig regulieren.