Krauser Ampfer
Rumex crispus, im deutschsprachigen Raum als Krauser Ampfer (EPPO-Code: RUMCR) bekannt, ist eine ausdauernde, tiefwurzelnde Kultur aus der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). Obwohl er in den meisten landwirtschaftlichen Systemen Mitteleuropas als äußerst hartnäckiger Schaderreger gilt, wird er vereinzelt auch gezielt für phytotherapeutische Zwecke oder im Rahmen von Rekultivierungsmaßnahmen angebaut. Die Kultur zeichnet sich durch eine markante, bis zu zwei Meter tiefe Pfahlwurzel aus, die ihr eine exzellente Trockenheitsresistenz und eine hocheffiziente Nährstoffaneignung aus tiefen Bodenschichten ermöglicht.
Die Blätter der Kultur sind charakteristisch schmal-lanzettlich und am Rand stark gewellt. Im ersten Vegetationsjahr bildet sich eine dichte Blattrosette, während im zweiten Jahr der aufrechte, reich verzweigte Blütenstand austreibt. Für eine erfolgreiche Regulierung im Grünland oder den kontrollierten Anbau ist das genaue Verständnis der Entwicklungsstadien und der enormen Samenproduktion – eine Einzelpflanze kann bis zu 40.000 extrem langlebige Samen produzieren – von fundamentaler Bedeutung.
Bodenmanagement
Der Krause Ampfer bevorzugt nährstoffreiche, mittelschwere bis schwere Böden mit guter Wasserversorgung, gedeiht jedoch auch auf verdichteten Standorten. Bei einer gezielten Kultur ist eine tiefe Bodenlockerung vor der Aussaat unerlässlich, um das ungehinderte Wachstum der kräftigen Pfahlwurzel zu ermöglichen. Eine ausgewogene Stickstoffversorgung fördert die Blatt- und Wurzelentwicklung, während übermäßige Gaben die Krankheitsanfälligkeit erhöhen können. Im landwirtschaftlichen Grünland deutet ein starkes Auftreten der Kultur oft auf Bodenverdichtungen und Nährstoffüberschüsse (insbesondere Gülleüberdüngung) hin. Die mechanische Bodenbearbeitung muss sorgfältig erfolgen, da Wurzelbruchstücke im Boden leicht regenerieren und zu neuem Austrieb führen können.
Schaderreger-Management
Im gezielten Anbau sowie bei der Regulierung im Feld stehen verschiedene Schaderreger im Fokus. Zu den wichtigsten tierischen Schädlingen gehören der Ampferblattkäfer (Gastrophysa viridula) und verschiedene Blattlausarten, die erhebliche Blattschäden verursachen können. Pilzliche Schaderreger wie der Ampferrost (Uromyces rumicis) oder Echter Mehltau treten besonders bei feucht-warmer Witterung auf und mindern die Blattqualität. Die Regulierung im konventionellen Anbau erfolgt durch gezielte Anwendungen zugelassener Pflanzenschutzmittel, wobei die Einhaltung der Wartezeit und des optimalen BBCH-Stadiums strikt zu beachten ist. Im ökologischen Anbau oder bei der Unkrautregulierung im Grünland wird primär auf mechanische Maßnahmen wie das tiefe Ausstechen der Wurzelkrone (Ampferstecher) oder eine dichte, konkurrenzstarke Grasnarbe gesetzt.
Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich der Krause Ampfer (Rumex crispus) im Feld vom Stumpfblättrigen Ampfer (Rumex obtusifolius)?
Der Krause Ampfer lässt sich am besten an seinen schmalen, lanzettlichen Blättern mit stark gewelltem (gekraustem) Rand erkennen. Im Gegensatz dazu besitzt der Stumpfblättrige Ampfer deutlich breitere, herzförmige Grundblätter. Auch die Valven (die inneren Blütenhüllblätter, die die Frucht umgeben) sind beim Krausen Ampfer meist ganzrandig und tragen große, schwielige Perlen, während sie beim Stumpfblättrigen Ampfer deutlich gezähnt sind.
Welches BBCH-Stadium ist optimal für die chemische Regulierung des Krausen Ampfers im Grünland?
Der beste Zeitpunkt für eine Herbizid-Anwendung liegt im Rosettenstadium (BBCH 15 bis 19) im Frühjahr oder im Spätsommer nach dem Schnitt. Zu diesem Zeitpunkt ist die Blattfläche groß genug, um systemische Pflanzenschutzmittel aufzunehmen, und der Saftstrom transportiert den Wirkstoff effektiv in die Pfahlwurzel. Sobald die Kultur schosst (ab BBCH 30), sinkt die Wirkung drastisch, da der Saftstrom primär nach oben in den Blütenstand gerichtet ist.
Warum ist die mechanische Bekämpfung durch Fräsen oder Scheibeneggen bei dieser Kultur oft kontraproduktiv?
Rumex crispus besitzt ein enormes Regenerationsvermögen aus Wurzelsegmenten. Werden die Pfahlwurzeln durch rotierende Bodenbearbeitungswerkzeuge wie Fräsen zerkleinert, entstehen zahlreiche lebensfähige Wurzelstücke. Jedes dieser Fragmente, das ein schlafendes Auge besitzt, kann neu austreiben und die Verunkrautung massiv vervielfachen. Mechanisch sollte die Wurzelkrone daher mindestens 10 bis 15 cm tief ausgestochen und abtransportiert werden.
Welche Rolle spielt die Samenlebensdauer von Rumex crispus bei der Fruchtfolgegestaltung?
Die Samen des Krausen Ampfers sind extrem langlebig und können im Boden über 30 bis 40 Jahre hinweg keimfähig bleiben. Bei der Fruchtfolgegestaltung muss daher verhindert werden, dass die Kultur aussamt. Ein rechtzeitiger Schnitt oder das Abmähen vor der Samenreife (BBCH 70–80) ist essenziell. In stark belasteten Flächen sollten konkurrenzstarke Zwischenfrüchte oder mehrjähriges Kleegras integriert werden, um das Auflaufen von Ampfersamen zu unterdrücken.
Wie finde ich im agronomy.farmable.tech Hub die aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmittel gegen diesen Schaderreger?
Nutzen Sie die Suchfunktion im Hub und filtern Sie nach dem EPPO-Code "RUMCR" oder dem deutschen Namen "Krauser Ampfer". Das System listet Ihnen alle in Ihrer Region für die jeweilige Indikation (z. B. Grünland oder spezifische Ackerkulturen) registrierten Pflanzenschutzmittel auf. Achten Sie dabei besonders auf die angegebenen Aufwandmengen, Anwendungsbestimmungen und die einzuhaltende Wartezeit vor der Nutzung.