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OTHER · GLOBACHEM NV

COFENO

BVL Zul.-Nr. 00B114-60

COFENO ist ein hochwirksames Bodenherbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen Kulturen wie Kartoffeln, Wintergetreide und Leguminosen. Als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Bodenhaftung und eine langanhaltende Depotwirkung aus. Es bildet nach der Anwendung einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche, der auflaufende Schaderreger zuverlässig erfasst.

Durch das breite Zulassungsspektrum in wichtigen Ackerkulturen hat sich der Wirkstoff Prosulfocarb als ein unverzichtbarer Baustein im modernen Ackerbau etabliert. COFENO bietet insbesondere im Vorauflauf sowie im frühen Nachauflauf eine flexible und sichere Unkrautkontrolle, die den Grundstein für ertragreiche Bestände legt.

Wirkstoffe

Prosulfocarb
800 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in COFENO enthaltene Wirkstoff Prosulfocarb gehört zur chemischen Gruppe der Thiocarbamate und ist im HRAC-System in die Gruppe 15 (ehemals Gruppe N) eingeordnet. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der Biosynthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFA), was die Zellteilung und das Streckungswachstum der auflaufenden Unkräuter und Ungräser unterbindet. Die Aufnahme erfolgt primär über das Hypokotyl bzw. die Koleoptile der keimenden Schaderreger und sekundär über die Wurzeln. Da der Wirkstoff vor allem auf keimende Pflanzen abzielt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach entscheidend, um den Wirkstoff im Boden zu aktivieren und eine optimale Verteilung in der Keimzone zu gewährleisten.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei wirtschaftlich bedeutenden Ungräsern wie dem Acker-Windhalm oder dem Acker-Fuchsschwanz, wirksam vorzubeugen, sollte COFENO stets in ein integriertes Herbizidmanagement eingebunden werden. Der Wechsel mit Wirkstoffen aus anderen HRAC-Klassen sowie die Kombination mit mechanischen Maßnahmen sind essenziell. Da Prosulfocarb als Gruppe-15-Herbizid einen anderen Angriffspunkt besitzt, eignet es sich hervorragend als Partner in Spritzfolgen, um bestehende Resistenzen zu brechen.

Mischbarkeit & Tankmischung

COFENO zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit vielen gängigen Vorauflaufherbiziden und Bodenpartnern. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu garantieren. Die Zugabe von speziellen Additiven oder Bodenhaftmitteln kann die Verteilung und Stabilität des Spritzfilms auf klumpigen oder humusreichen Böden zusätzlich optimieren. Vor der großflächigen Anwendung von Mischungen wird ein physischer Mischbarkeitstest empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit COFENO sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz und die persönliche Schutzausrüstung (PSA) strikt einzuhalten. Aufgrund der physikalisch-chemischen Eigenschaften von Prosulfocarb sind spezifische Anwendungsbestimmungen zur Vermeidung von Abdrift und Verflüchtigung (wie die Verwendung von abdriftmindernder Düsentechnik mit mindestens 90 % Abdriftminderung) zwingend vorgeschrieben. Zum Schutz von Gewässerorganismen und angrenzenden Biotopen müssen die vorgegebenen Abstandsauflagen und Pufferzonen exakt eingehalten werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
SpeiselinseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
GinkgoEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–135 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–215 LITER_PER_HECTARE
Krauser AmpferEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
DinkelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–215 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–215 LITER_PER_HECTARE
GräserEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3.5 LITER_PER_HECTARE
Primula-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
MohnEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3.5 LITER_PER_HECTARE90T
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
DinkelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–215 LITER_PER_HECTARE
SonnenblumeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–215 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–215 LITER_PER_HECTARE
GartensauerampferEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
SauerampferEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Anwendung von COFENO im Vorauflauf?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Vorauflauf, idealerweise kurz nach der Saat, solange der Boden noch feucht ist. Dies ermöglicht es dem Wirkstoff Prosulfocarb, einen gleichmäßigen Herbizidfilm aufzubauen, bevor die Schaderreger die Bodenoberfläche durchbrechen.

Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirksamkeit von COFENO?

Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist für die Aktivierung des Wirkstoffs essenziell. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert einsetzen, da der Wirkstoff nicht ausreichend in die Keimzone der Unkräuter transportiert wird. Ein feuchtes Saatbett optimiert die Wirkstoffaufnahme über die Koleoptile.

Warum gelten für Prosulfocarb-haltige Mittel wie COFENO besondere Abdriftauflagen in Deutschland?

Prosulfocarb neigt unter bestimmten Bedingungen zur Verflüchtigung und kann über weite Strecken verdriftet werden, was zu unerwünschten Rückständen auf benachbarten Kulturen führen kann. Daher sind die Anwendung von Antidrift-Düsen (mindestens 90 % Minderung) und die Einhaltung von Windgeschwindigkeitsgrenzen gesetzlich streng geregelt.

Kann COFENO auch in Tankmischungen mit flüssigen Düngemitteln ausgebracht werden?

Grundsätzlich ist die Mischung mit AHL (Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung) möglich, erfordert jedoch erhöhte Vorsicht. Die Anwendung sollte nur in gut abgehärteten Beständen und nicht bei extremen Temperaturschwankungen oder Frostgefahr erfolgen, um Kulturverträglichkeitsprobleme zu vermeiden. Ein vorheriger Kleingebindetest wird dringend empfohlen.

Wie lässt sich COFENO am besten in eine Strategie zur Vermeidung von Herbizidresistenzen integrieren?

Da COFENO zur HRAC-Gruppe 15 gehört, blockiert es die Fettsäuresynthese auf andere Weise als klassische Blatt- oder Sulfonylharnstoffherbizide. Es sollte gezielt im Wechsel oder in Kombination mit Wirkstoffen anderer Wirkungsklassen eingesetzt werden, um den Selektionsdruck auf Ungräser wie Acker-Fuchsschwanz zu minimieren.

Welche Anforderungen an das Saatbett müssen für eine optimale Wirkung erfüllt sein?

Das Saatbett sollte feinkrümelig, frei von groben Kluten und gut rückverfestigt sein. Grobe Erdschollen verhindern eine lückenlose Benetzung des Bodens, wodurch unbenetzte Zonen entstehen, in denen Unkräuter ungehindert auflaufen können.