FLEXIDOR
FLEXIDOR ist ein hochselektives Bodenherbizid zur Bekämpfung einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter in einer Vielzahl von Sonderkulturen, im Beerenobst sowie im Zierpflanzenbau. Formuliert als Suspensionskonzentrat (SC) mit dem bewährten Wirkstoff Isoxaben (500 g/l), bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Dauerwirkung im Vorauflauf. Es bildet einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche, der keimende Unkräuter über einen längeren Zeitraum zuverlässig unterdrückt.
Das breite Zulassungsspektrum umfasst wichtige Kulturen wie Erdbeeren, Lauch- und Zwiebelgemüse sowie zahlreiche Zierpflanzen. FLEXIDOR schützt diese wertvollen Kulturen in der kritischen frühen Entwicklungsphase vor der Konkurrenz durch ertragsmindernde Schaderreger wie Vogel-Sternmiere, Gemeines Kreuzkraut und Hirtentäschel. Dank seiner exzellenten Kulturverträglichkeit ist es ein unverzichtbarer Baustein in professionellen Anbausystemen.
Durch die langanhaltende Residualwirkung im Boden werden auch spätere Unkrautsamen am Auflaufen gehindert. Dies reduziert den Bedarf an mechanischen Nacharbeiten oder nachfolgenden Herbizidbehandlungen erheblich und sichert ein sauberes Feld von Anfang an.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in FLEXIDOR enthaltene Wirkstoff Isoxaben gehört zur chemischen Gruppe der Benzamide und ist im HRAC-System der Gruppe 29 (Hemmung der Cellulosebiosynthese) zugeordnet. Isoxaben blockiert gezielt den Aufbau der pflanzlichen Zellwand bei keimenden Unkräutern. Dies führt zu einer Störung der Zellteilung und einer sichtbaren Schwellung der Wurzelspitzen (Hypokotyl- und Wurzelhypertrophie). Die Aufnahme des Wirkstoffs erfolgt primär über die Wurzeln und die Keimachse der auflaufenden Unkräuter. Da der Wirkstoff die Unkräuter bereits vor oder unmittelbar während des Durchstoßens der Bodenoberfläche schädigt, ist keine Wirkung auf bereits etablierte, tiefwurzelnde Unkräuter vorhanden. Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist notwendig, damit der Wirkstoff in die Keimzone der Unkräuter transportiert und dort von den Keimlingen aufgenommen werden kann.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen vorzubeugen, sollte FLEXIDOR stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Da Isoxaben der HRAC-Gruppe 29 angehört und einen spezifischen Wirkungsmechanismus besitzt, eignet es sich hervorragend für den Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkungsklassen (wie z. B. HRAC-Gruppe 5 oder 15). Die Kombination mit mechanischen Unkrautbekämpfungsmaßnahmen und der Wechsel von Kulturen in der Fruchtfolge unterstützen die langfristige Erhaltung der Wirksamkeit dieses Pflanzenschutzmittels.
Mischbarkeit & Tankmischung
FLEXIDOR zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Boden- und Blattherbiziden aus, die in den gleichen Kulturen zugelassen sind. Zur Absicherung des Wirkungsspektrums gegen einkeimblättrige Unkräuter (Gräser) wird häufig eine Tankmischung mit einem komplementären Gräserpartner empfohlen. Bei der Ausbringung ist auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200–400 l/ha) und eine kontinuierliche Rührung im Spritztank zu achten. Vor der großflächigen Anwendung von Tankmischungen sollte stets eine Verträglichkeitsprobe durchgeführt werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Anwendung von FLEXIDOR sind die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen zum Anwenderschutz, einschließlich des Tragens von Standard-Schutzkleidung und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen müssen die in der Zulassung definierten Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern exakt beachtet werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Eintrag in blühende Bestände vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Baumschulgehölzpflanzen | Acker-Senf, Gemeines Kreuzkraut, Gemeines Hirtentäschel | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Acker-Senf, Vogel-Sternmiere, Gemeines Kreuzkraut | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Krauser Ampfer | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.4 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Johannisbeerartiges Beerenobst | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Steinobst | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Melisse | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Chicoree | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–16 | 0.066 LITER_PER_HECTARE | — |
| Knoblauch | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 9–12 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Tabak | Acker-Senf, Vogel-Sternmiere, Gemeines Kreuzkraut | — | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stauden | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stauden | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ölkürbis | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–7 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Laubholz | Acker-Senf, Gemeines Kreuzkraut, Gemeines Hirtentäschel | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Vogel-Sternmiere, Gemeines Kreuzkraut | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Acker-Senf, Gemeines Kreuzkraut, Gemeines Hirtentäschel | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ziergehölze | Acker-Senf, Gemeines Kreuzkraut, Gemeines Hirtentäschel | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schalotte | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 9–12 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Laubholz | Acker-Senf, Gemeines Kreuzkraut, Gemeines Hirtentäschel | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Porree | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–14 | 0.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterheckenzwiebel | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Himbeerartiges Beerenobst | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ziergehölze | Acker-Senf, Gemeines Kreuzkraut, Gemeines Hirtentäschel | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Acker-Senf, Vogel-Sternmiere, Gemeines Kreuzkraut | 0–10 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wurzelzichorie | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–16 | 0.066 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kamille-Arten | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 48T |
| Speisezwiebel | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 9–12 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Acker-Senf, Gemeines Kreuzkraut, Gemeines Hirtentäschel | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Minze-Arten | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Acker-Senf, Vogel-Sternmiere, Gemeines Kreuzkraut | — | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Spargel | Acker-Senf, Vogel-Sternmiere, Gemeines Kreuzkraut | 11–99 | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Rhabarber | Acker-Senf, Vogel-Sternmiere, Gemeines Kreuzkraut | — | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ziergehölze | Acker-Senf, Gemeines Kreuzkraut, Gemeines Hirtentäschel | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ziergehölze | Acker-Senf, Gemeines Kreuzkraut, Gemeines Hirtentäschel | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stauden | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stauden | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Acker-Senf, Vogel-Sternmiere, Gemeines Kreuzkraut | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von FLEXIDOR?
Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt im Vorauflauf der Unkräuter (BBCH-Stadium 00 bis 09). Da FLEXIDOR ein reines Bodenherbizid ist, muss es appliziert werden, bevor die Unkräuter auflaufen. Der Boden sollte feucht und feinkrümelig sein, um eine gleichmäßige Verteilung des Wirkstofffilms zu gewährleisten.
Wirkt FLEXIDOR auch gegen bereits aufgelaufene Unkräuter?
Nein, FLEXIDOR besitzt keine nennenswerte Blattwirkung und erfasst bereits etablierte Unkräuter nicht. Wenn zum Anwendungszeitpunkt bereits Unkräuter aufgelaufen sind, müssen diese vorab mechanisch beseitigt oder durch die Zumischung eines geeigneten Kontaktherbizids bekämpft werden.
Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirkung von Isoxaben?
Die Bodenfeuchtigkeit ist entscheidend für den Erfolg der Behandlung. Isoxaben benötigt Feuchtigkeit, um im Boden gelöst und von den Wurzeln der keimenden Unkräuter aufgenommen zu werden. Bei extremer Trockenheit bleibt der Wirkstoff inaktiv an den Bodenpartikeln gebunden; eine Beregnung oder einsetzender Regen nach der Applikation reaktiviert die Wirkung.
Was muss beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von FLEXIDOR beachtet werden?
Aufgrund der hohen Persistenz von Isoxaben im Boden müssen die in der Gebrauchsanleitung angegebenen Wartezeiten und Einschränkungen für Folgekulturen genau beachtet werden. Vor dem Anbau von empfindlichen Nachfolgekulturen (wie z. B. bestimmten Gemüsearten) wird eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) dringend empfohlen, um Wirkstoffnester zu verdünnen.
Kann FLEXIDOR in allen Bodenarten uneingeschränkt eingesetzt werden?
FLEXIDOR kann auf den meisten landwirtschaftlich genutzten Böden eingesetzt werden. Auf sehr humosen Böden oder Moorböden kann die Wirksamkeit jedoch aufgrund einer starken Adsorption des Wirkstoffs an die organische Substanz reduziert sein. Auf extrem sandigen Böden ist auf die Kulturverträglichkeit zu achten, um Auswaschungen in die Wurzelzone der Kultur zu vermeiden.
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