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Kultur

Pepino

Solanum muricatum
SOLMU

Die Birnenmelone (Solanum muricatum), im Erwerbsanbau auch unter dem EPPO-Code SOLMU sowie als Pepino oder Melonenbirne bekannt, ist eine mehrjährige, meist aber einjährig kultivierte Nachtschattengewächs-Kultur. Ursprünglich aus den Anden stammend, gewinnt sie im mitteleuropäischen geschützten Anbau und in klimatisch begünstigten Freilandlagen zunehmend an Bedeutung. Die Kultur zeichnet sich durch saftige, süße Früchte aus, die geschmacklich an eine Mischung aus Melone und Birne erinnern.

Für einen erfolgreichen Anbau im deutschsprachigen Raum sind die hohen Wärmeansprüche der Kultur zu beachten. Da Solanum muricatum extrem frostempfindlich ist, erfolgt die Pflanzung im Freiland erst nach den Eisheiligen Mitte Mai. Im geschützten Anbau unter Glas oder Folie lassen sich deutlich stabilere Erträge und eine verlässliche Fruchtqualität erzielen, da hier die Temperatur- und Feuchtigkeitsführung präzise gesteuert werden kann.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Februar bis März (Anzucht unter Glas)
Erntefenster
August bis Oktober
Reihenabstand
80–100 cm
Typischer Ertrag
15–30 t/ha (im geschützten Anbau)
Wärmesumme (GDD)
1500
Boden-pH
5,5–6,8

Bodenmanagement

Die Kultur stellt hohe Ansprüche an die physikalische Bodenstruktur und die Nährstoffverfügbarkeit. Ein tiefgründiger, gut durchlässiger und humusreicher Sandlehmboden mit einem leicht sauren bis neutralen pH-Wert bietet optimale Wachstumsbedingungen. Staunässe muss zwingend vermieden werden, da die Wurzeln von Solanum muricatum sehr empfindlich auf Sauerstoffmangel reagieren und schnell faulen. Eine gleichmäßige Wasserversorgung, idealerweise über eine sensorgesteuerte Tröpfchenbewässerung, ist besonders während der Fruchtentwicklungsphase (BBCH-Großstadium 7) ertragsentscheidend. Aufgrund des hohen Kaliumbedarfs für die Fruchtqualität sollte die Düngung eng an den Entzug angepasst und durch regelmäßige Boden- oder Substratanalysen überwacht werden.

Schaderreger-Management

Im Pflanzenschutz der Kultur steht die Prävention von Pilzkrankheiten und tierischen Schädlingen im Vordergrund. Besonders unter feucht-warmen Gewächshausbedingungen stellt der Grauschimmel (Botrytis cinerea, EPPO-Code: BOTRCI) ein erhebliches Risiko für Blüten und reifende Früchte dar. Ein konsequentes Klimamanagement mit ausreichender Lüftung zur Senkung der Luftfeuchtigkeit ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme. Gegen tierische Schaderreger wie Spinnmilben, Weiße Fliegen und Blattläuse hat sich der frühzeitige Einsatz von Nützlingen (z. B. Raubmilben oder Schlupfwespen) im integrierten Anbau bewährt. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist streng auf die aktuelle Zulassungssituation für die Anwendung in dieser Nischenkultur sowie auf die Einhaltung der vorgeschriebenen Wartezeit zu achten.

Sorten

El Camino

Mittelfrüh

Konstant hoher Ertrag im geschützten Anbau.

Anfällig für: Spinnmilben, Botrytis

Sehr verbreitete Sorte mit länglich-ovalen, violett gestreiften Früchten und gutem Aroma.

Toma

Früh bis mittelfrüh

Guter Frühertrag, ideal für den Direktabsatz.

Anfällig für: Kälte, Staunässe

Kompakter Wuchs, daher gut für die Kultur in Containern oder kleineren Tunneln geeignet.

Goldgelbe

Spät

Sehr hoher Ertrag bei ausreichend langer Vegetationsperiode.

Anfällig für: Platzregen, Botrytis

Großfrüchtige Selektion mit intensiv gelber Ausfärbung bei Vollreife.

Sweet Round

Mittelfrüh

Mittlerer Ertrag, aber herausragende Fruchtqualität.

Anfällig für: Fruchtfliegen, Spinnmilben

Rundliche Früchte mit besonders hohem Zuckergehalt und dünner Schale.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie lässt sich der optimale Erntezeitpunkt bei der Kultur bestimmen?

Die Fruchtreife ist erreicht, wenn sich die Grundfarbe von Grünlich-Weiß zu einem intensiven Cremegelb oder Goldgelb verändert und die violetten Streifen deutlich ausgeprägt sind. Zudem geben die Früchte bei leichtem Fingerdruck minimal nach und verströmen einen intensiven, melonenartigen Duft. Zu früh geerntete Früchte reifen nur mangelhaft nach und entwickeln nicht ihr volles Aroma.

Welche Bedeutung hat das Ausgeizen bei Solanum muricatum?

Ähnlich wie bei Tomaten fördert das regelmäßige Entfernen der Seitentriebe (Ausgeizen) die Belüftung des Bestandes und lenkt die Assimilate in die Haupttriebe und den Fruchtansatz. Im Erwerbsanbau wird die Kultur meist zwei- bis dreitriebig an Schnüren aufgeleitet. Dies reduziert das Risiko von Botrytis-Infektionen durch schnellere Abtrocknung und sichert gleichmäßig große Früchte.

Wie reagiert die Kultur auf extreme Sommerhitze im Gewächshaus?

Bei Temperaturen über 30 °C kann es bei der Kultur zu vermehrtem Blütenabwurf und unzureichendem Fruchtansatz kommen, da der Pollen steril wird. In Hitzeperioden ist daher eine Schattierung des Gewächshauses sowie eine intensive First- und Seitenlüftung zwingend erforderlich, um die Bestandstemperatur im optimalen Bereich von 18 bis 25 °C zu halten.

Welche rechtlichen Besonderheiten gelten für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bei dieser Kultur?

Da die Birnenmelone in Deutschland als Nischenkultur (Minor Crop) eingestuft ist, sind nur wenige Pflanzenschutzmittel direkt für sie zugelassen. Anbauer müssen häufig auf Genehmigungen im Einzelfall nach § 22 Abs. 2 PflSchG (Lückenindikation) zurückgreifen. Es ist ratsam, die aktuelle Datenbank des BVL zu konsultieren und vor einer Anwendung Rücksprache mit dem zuständigen Pflanzenschutzdienst zu halten.

Wie kann die Bestäubung im geschützten Anbau optimiert werden?

Obwohl die Kultur selbstbefruchtend ist, verbessert eine aktive Pollenübertragung den Fruchtansatz und die Fruchtform erheblich. Im professionellen Gewächshauseinsatz werden hierzu Hummelvölker (Bombus terrestris) eingesetzt. Alternativ kann in kleineren Einheiten das mechanische Vibrieren der Tragschnüre (Trassieren) während der Blütezeit (BBCH 61–69) am Vormittag angewendet werden.