Pepino
Die Birnenmelone (Solanum muricatum), im Erwerbsanbau häufig auch als Pepino bezeichnet, ist eine mehrjährige, meist aber einjährig kultivierte Kultur aus der Familie der Nachtschattengewächse. Unter dem EPPO-Code SOLMU geführt, gewinnt diese ursprünglich aus den südamerikanischen Anden stammende Pflanze im spezialisierten mitteleuropäischen Unterglas- und geschützten Freilandanbau zunehmend an Bedeutung. Die Kultur zeichnet sich durch krautigen bis leicht verholzenden Wuchs aus und liefert saftige, gelb-violett gestreifte Früchte, deren Aroma an eine Mischung aus Melone und Birne erinnert.
Für einen erfolgreichen Anbau in Mitteleuropa sind die hohen Wärmeansprüche der Kultur zu beachten. Da Solanum muricatum extrem frostempfindlich ist, erfolgt die Pflanzung im Freiland erst nach den Eisheiligen Mitte Mai, während im beheizten Gewächshaus bereits deutlich früher begonnen werden kann. Eine präzise Steuerung von Temperatur, Bewässerung und Nährstoffzufuhr ist entscheidend, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen vegetativem Wachstum und generativem Fruchtansatz zu gewährleisten.
Bodenmanagement
Die Birnenmelone bevorzugt tiefgründige, humusreiche und gut durchlässige Böden mit einer stabilen Struktur, da sie sehr empfindlich auf Staunässe reagiert. Ein optimaler pH-Wert liegt im leicht sauren bis neutralen Bereich, wobei eine gleichmäßige Humusversorgung die Bodenfeuchte stabilisiert. Vor dem Auspflanzen solltest du eine ausgewogene Grunddüngung einarbeiten, die reich an Kalium ist, da dieser Nährstoff maßgeblich die Fruchtqualität und den Zuckergehalt beeinflusst. Stickstoffgaben müssen hingegen vorsichtig dosiert werden, um ein übermäßiges vegetatives Wachstum zu Lasten des Fruchtansatzes zu verhindern. Im geschützten Anbau hat sich die Tröpfchenbewässerung bewährt, da sie die Blätter trocken hält und so das Risiko von Pilzinfektionen minimiert.
Schaderreger-Management
Im Pflanzenschutz der Pepino steht die Vorbeugung von Pilzkrankheiten im Vordergrund, wobei insbesondere Grauschimmel (Botrytis cinerea) unter feucht-warmen Bedingungen im Gewächshaus erhebliche Schäden an Blüten und Früchten verursachen kann. Durch eine gezielte Entlaubung der bodennahen Zone und eine optimierte Lüftungsführung im geschützten Anbau reduzierst du die Luftfeuchtigkeit im Pflanzenbestand effektiv. Gegen tierische Schaderreger wie Spinnmilben, Weiße Fliegen und Blattläuse solltest du frühzeitig auf den Einsatz von Nützlingen wie Raubmilben oder Schlupfwespen setzen. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist unbedingt auf die aktuelle Zulassungssituation für Solanaceen im jeweiligen Anbauland sowie auf die einzuhaltenden Wartezeiten zu achten.
Sorten
Toma
MittelfrühKonstant hoher Ertrag bei gleichmäßiger Bewässerung.
Anfällig für: Botrytis cinerea, Spinnmilben
Eine der bekanntesten Sorten im europäischen Erwerbsanbau mit aufrechtem Wuchs und eiförmigen, gut lagerfähigen Früchten.
El Camino
MittelspätSehr ertragreich unter Glas, benötigt stabile Stützsysteme.
Anfällig für: Kälte, Echter Mehltau
Wüchsige Sorte mit großen, ausgeprägt violett gestreiften Früchten und hervorragendem, süßem Aroma.
Goldgelbe
FrühMittlerer Ertrag, aber sehr frühe Erntefenster möglich.
Anfällig für: Staunässe, Blattläuse
Beliebte Sorte für den geschützten Freilandanbau in Mitteleuropa, zeichnet sich durch eine frühe Gelbfärbung aus.
Copan
Früh bis mittelfrühGute Erträge auf begrenztem Raum bei intensiver Fertigation.
Anfällig für: Spinnmilben, Grauschimmel
Kompakt wachsende Sorte, die sich besonders gut für die Kultur in Containern oder auf Stellagen eignet.
Wichtige Schaderreger
Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Häufige Fragen
Wie kannst du den Fruchtansatz bei der Birnenmelone im Gewächshaus optimieren?
Da Pepinos im geschützten Anbau oft unter mangelndem Wind- und Insektenflug leiden, solltest du die Triebe während der Blütezeit regelmäßig leicht schütteln oder Hummeln zur Bestäubung einsetzen. Eine zu hohe Stickstoffdüngung hemmt zudem die Blütenbildung, weshalb du das N:K-Verhältnis ab der Knospenbildung zugunsten von Kalium verschieben solltest.
Welche Erziehungsmethode empfiehlt sich für den professionellen Anbau von Pepinos?
Im Erwerbsanbau solltest du die Kultur ähnlich wie Stabtomaten an Schnüren aufleiten und ein- bis dreitriebig ziehen. Das regelmäßige Ausgeizen der Seitentriebe ist zwingend erforderlich, um eine gute Durchlüftung des Bestands zu gewährleisten und das Risiko von Infektionen durch Schaderreger wie Botrytis zu minimieren.
Wie erkennst du den optimalen Erntezeitpunkt der Früchte?
Die Früchte reifen nach der Ernte kaum nach, weshalb der Erntezeitpunkt entscheidend ist. Du erkennst die Pflückreife daran, dass sich die Grundfarbe der Schale von Grünlich-Weiß zu einem warmen Cremegelb oder Goldgelb verändert und die violetten Streifen deutlich hervortreten. Zudem gibt die Frucht auf leichten Fingerdruck minimal nach.
Welche Rolle spielt die Temperaturführung bei der Blüteninduktion?
Pepinos reagieren empfindlich auf extreme Temperaturen. Liegen die Nachttemperaturen dauerhaft über 20 °C oder unter 10 °C, kann es zu massivem Blütenabwurf kommen. Für eine erfolgreiche Befruchtung solltest du im Gewächshaus Tagestemperaturen von 18–25 °C und Nachttemperaturen um 12–15 °C anstreben.
Wie gehst du bei der Bekämpfung von Spinnmilben im integrierten Anbau vor?
Da chemische Pflanzenschutzmittel bei dieser Nischenkultur oft nur eingeschränkt zugelassen sind, solltest du frühzeitig Nützlinge etablieren. Setze bei den ersten Anzeichen von Befall Raubmilben (Phytoseiulus persimilis) aus und achte auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus, um die Vermehrung der Schädlinge zu bremsen.
Wie finde ich im Portal zugelassene Pflanzenschutzmittel für diese Kultur?
Da die Birnenmelone botanisch zu den Solanaceen gehört, fallen viele Anwendungen unter die Indikationszulassungen für Fruchtgemüse oder Tomaten. Du kannst im Pflanzenschutz-Hub gezielt nach dem EPPO-Code SOLMU filtern, um alle aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmittel sowie deren spezifische Wartezeiten und Aufwandmengen einzusehen.