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Kultur

Straussgras-Arten

Agrostis sp.
AGSSS

Agrostis sp., im deutschsprachigen Raum als Straußgras-Arten bekannt (EPPO-Code: AGSSS), umfasst wichtige ausdauernde Süßgräser, die sowohl im professionellen Futterbau als auch im anspruchsvollen Rasenmanagement eine zentrale Rolle spielen. Die Gattung zeichnet sich durch feine Blätter, eine dichte Narbenbildung und eine hervorragende Belastbarkeit aus. Zu den wichtigsten landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzten Arten gehören das Rote Straußgras (Agrostis capillaris) und das Flecht-Straußgras (Agrostis stolonifera).

Für den erfolgreichen Anbau dieser Kultur sind eine präzise Wasserversorgung und ein ausgewogenes Nährstoffmanagement entscheidend. Da Straußgräser sehr feine Samen besitzen, stellt die Etablierung im Feld eine besondere Herausforderung dar, die ein perfekt rückverfestigtes Saatbett verlangt. Einmal etabliert, bilden sie jedoch extrem dichte, regenerationsfähige Bestände, die auch tiefem Schnitt standhalten.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Mitte April bis Ende Mai oder Ende August bis Mitte September
Erntefenster
Juni bis August (Samenutzung) oder ganzjähriger Schnitt (Rasennutzung)
Reihenabstand
Breitsaat oder 8–12 cm (Drillsaat bei Vermehrung)
Typischer Ertrag
4,0–8,0 t/ha Trockenmasse (Futterbau) oder 150–300 kg/ha Saatgut
Wärmesumme (GDD)
1200–1500 °C
Boden-pH
5,5–6,5

Bodenmanagement

Für die Etablierung dieser Kultur ist ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett unerlässlich, da die feinen Samen flach abgelegt werden müssen. Straußgras-Arten bevorzugen mäßig feuchte, gut durchlässige Böden mit einer ausreichenden Humusversorgung. Ein regelmäßiges Walzen nach der Aussaat sichert den notwendigen Bodenschluss und fördert den gleichmäßigen Feldaufgang. Auf verdichteten oder staunassen Standorten leidet die Wurzelentwicklung erheblich, weshalb du vor der Anlage auf eine tiefe Bodenlockerung achten solltest. Eine moderate, aber kontinuierliche Stickstoffversorgung unterstützt die Bestockung, ohne das Wurzelwachstum zu hemmen.

Schaderreger-Management

Im Pflanzenschutz dieser Kultur stehen die Vorbeugung von Pilzkrankheiten wie Schneeschimmel und Dollarspot sowie die Unkrautregulierung im Vordergrund. Da junge Bestände sehr konkurrenzschwach sind, musst du auflaufende Schaderreger frühzeitig mechanisch oder durch gezielte Pflanzenschutzmittel kontrollieren. Achte bei der Anwendung von Herbiziden penibel auf das BBCH-Stadium der Kultur, um Selektivitätsschäden zu vermeiden. Eine bedarfsgerechte Kalidüngung im Spätsommer stärkt die Zellwände und erhöht die Widerstandsfähigkeit gegen winterliche Schaderreger. Zudem hilft ein ausgewogenes Feuchtigkeitsmanagement, den Infektionsdruck von bodenbürtigen Pilzen zu minimieren.

Sorten

Penncross

mittelspät

Sehr hohe Triebdichte und exzellente Narbenbildung im Profirasen.

Resistent gegen: Dollarspot, Trittbelastung

Anfällig für: Schneeschimmel, Rotfaden

Der weltweite Standard für Golfgrüns mit exzellenter Regenerationsfähigkeit durch starkes Stolonenwachstum.

Kromi

mittel

Gute Ausdauer und stabile Erträge bei extensiver Nutzung.

Resistent gegen: Trockenheit, Nährstoffmangel

Anfällig für: Dollarspot

Bewährte Sorte des Roten Straußgrases (Agrostis capillaris), ideal für Landschaftsrasen und extensiv genutzte Flächen.

Cobra Nova

früh bis mittel

Hervorragende Narbendichte und extrem tiefe Schnittverträglichkeit.

Resistent gegen: Schneeschimmel, Dollarspot

Anfällig für: Wassermangel

Moderne Züchtung des Flecht-Straußgrases mit sehr feiner Blatttextur und hervorragender Winterfarbe.

Highland

mittel

Zuverlässige Etablierung und solide Erträge unter schwierigen Bedingungen.

Resistent gegen: Säurestress, Kälte

Anfällig für: Rostpilze

Sehr anpassungsfähige Sorte, die auch auf sauren und nährstoffarmen Böden gut gedeiht.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie tief solltest du das Saatgut von Straußgras-Arten ablegen?

Da Straußgräser extreme Lichtkeimer sind, darfst du das Saatgut maximal 0,2 bis 0,5 cm tief ablegen. Eine tiefere Ablage führt zu einem drastisch reduzierten Feldaufgang, da den winzigen Keimlingen die Energie fehlt, die Erdoberfläche zu durchbrechen. Walze die Fläche direkt nach der Aussaat gründlich an, um den lebenswichtigen Bodenschluss zu sichern.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Bekämpfung von Unkräutern in dieser Kultur?

Die chemische Unkrautregulierung erfordert höchste Vorsicht. Herbizide Anwendungen sollten erst ab dem BBCH-Stadium 13 bis 14 (Dreiblatt- bis Vierblattstadium) erfolgen, da die jungen Keimlinge davor extrem empfindlich auf Pflanzenschutzmittel reagieren. Vor diesem Stadium solltest du dich auf mechanische Maßnahmen oder eine sorgfältige Saatbettbereitung konzentrieren.

Wie kannst du das Risiko von Schneeschimmel im Herbst minimieren?

Um dem gefürchteten Schneeschimmel vorzubeugen, solltest du die Stickstoffdüngung ab Ende August komplett einstellen und stattdessen eine kalibetonte Düngung durchführen. Kalium stärkt die Zellwände der Kultur. Zudem ist es wichtig, den Bestand vor dem Wintereinbruch nicht zu lang in den Winter gehen zu lassen – ein letzter Schnitt auf die empfohlene Schnitthöhe ist ratsam.

Wie findest du zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Schaderreger in dieser Kultur?

Nutze dafür die Suchfunktion in unserem Hub auf agronomy.farmable.tech. Filtere gezielt nach der Kultur 'Straußgras' (oder der entsprechenden Nutzungsrichtung wie Zier- und Sportrasen bzw. Futterbau) und dem gewünschten Schaderreger, um die aktuell in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Aufwandmengen und Wartezeiten einzusehen.

Warum ist die Beregnung in der Keimphase dieser Kultur so kritisch?

Aufgrund der flachen Saatgutablage trocknet die Keimzone extrem schnell aus. In den ersten 2 bis 3 Wochen nach der Aussaat musst du den Boden durchgehend feucht halten. Beregne lieber mehrmals täglich mit geringen Wassermengen (ca. 1 bis 2 mm pro Gabe), statt einmalig intensiv, um Verschlämmungen und das Abschwemmen des feinen Saatguts zu verhindern.