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Kultur

Gemeiner Windhalm

Apera spica-venti
APESV

Der Ackerwindhalm (Apera spica-venti, EPPO-Code: APESV), auch als Gemeiner Windhalm bekannt, ist eines der wirtschaftlich bedeutendsten einjährigen Ungräser im mitteleuropäischen Ackerbau. Er gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae) und tritt besonders stark in winterannuellen Kulturen wie Winterweizen, Wintergerste und Winterraps auf. Durch seine hohe Konkurrenzkraft und die enorme Samenproduktion kann er erhebliche Ertragsverluste verursachen, wenn er nicht rechtzeitig reguliert wird.

Begünstigt wird die Ausbreitung des Schaderregers durch enge Getreidefruchtfolgen, den zunehmenden Verzicht auf den Pflug (konservierende Bodenbearbeitung) sowie milde Winter. Da der Ackerwindhalm bevorzugt auf kalkarmen, sandigen bis lehmigen Böden wächst, ist er in vielen klassischen Getreideanbauregionen fest etabliert. Seine Fähigkeit, sich rasch an veränderte Bewirtschaftungsmethoden anzupassen, macht ihn zu einer dauerhaften Herausforderung für die landwirtschaftliche Praxis.

Typ
Kultur
EPPO-Code
APESV
Wirte
10 Kulturen
Generationen
1 Generation pro Jahr
Verbreitung
Weit verbreitet in ganz Europa, insbesondere in den gemäßigten Klimazonen Nord-, West- und Mitteleuropas, wo er in getreidelastigen Fruchtfolgen zu den ertragsminderndsten Ungräsern gehört.

Biologie / Lebenszyklus

Der Ackerwindhalm ist ein winterannuelles Ungras, dessen Hauptkeimzeit im Herbst liegt, wobei ein kleinerer Teil der Samen auch im Frühjahr auflaufen kann. Die Keimung erfolgt bevorzugt flach aus den oberen Bodenschichten (Lichtkeimer) bei kühlen Temperaturen zwischen 10 und 15 °C. Nach dem Auflaufen überwintert die Pflanze im Bestockungsstadium und entwickelt im folgenden Frühjahr rasch eine hohe Biomasse. Ab Mai beginnt das Schossen, gefolgt von der Blüte im Juni und Juli, bei der eine einzige Pflanze bis zu 15.000 windverbreitete Samen produzieren kann. Diese Samen fallen vor oder während der Getreideernte aus und weisen eine ausgeprägte Keimruhe auf, die oft erst im Spätherbst ablingt.

Bonitur

Für ein effektives Monitoring solltest du deine Schläge bereits im Herbst kurz nach dem Auflaufen der Kultur (BBCH 10 bis 13) kontrollieren, um den Besatz an Keimlingen zu erfassen. Die wirtschaftliche Schadensschwelle liegt im Wintergetreide bei etwa 20 bis 30 Windhalmpflanzen pro Quadratmeter, kann jedoch bei starker Konkurrenz oder in Saatguterzeugungsbeständen deutlich niedriger angesetzt werden. Eine zweite kritische Bonitur empfiehlt sich im zeitigen Frühjahr bei Vegetationsbeginn (BBCH 21 bis 25 der Kultur), um zu prüfen, ob eine Frühjahrsbehandlung notwendig ist oder ob herbstliche Maßnahmen gewirkt haben.

Integriertes Management

Ein erfolgreiches integriertes Management des Ackerwindhalms basiert auf einer Kombination aus ackerbaulichen und chemischen Maßnahmen. Fruchtfolgeerweiterungen mit Sommerungen (z. B. Sommergerste, Körnermais) unterbrechen den Lebenszyklus des winterannuellen Ungrases effektiv. Eine gezielte Grundbodenbearbeitung mit dem Pflug vergräbt die Lichtkeimer in tiefere Bodenschichten, wo die Samen rasch ihre Keimfähigkeit verlieren. Beim chemischen Pflanzenschutz ist ein konsequentes Wirkstoffmanagement nach den HRAC-Richtlinien unerlässlich, da Apera spica-venti eine hohe Neigung zur Resistenzbildung (insbesondere gegen ALS-Hemmer/HRAC-Gruppe 2 und ACCase-Hemmer/HRAC-Gruppe 1) zeigt. Setze daher auf einen regelmäßigen Wirkstoffwechsel, die Kombination von Boden- und Blattherbiziden sowie den gezielten Einsatz von Vorauflaufbehandlungen im Herbst.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidest du Ackerwindhalm im frühen Keimblattstadium vom Ackerfuchsschwanz?

Im Gegensatz zum Ackerfuchsschwanz hat der junge Ackerwindhalm extrem feine, fast fadenförmige Blätter, die oft rötlich-violett an der Basis gefärbt sind. Zudem fehlt ihm das typische gedrehte Blatt des Flughafers, und die Blatthäutchen (Ligula) sind beim Windhalm tief geschlitzt, gefranst und deutlich länger als beim Ackerfuchsschwanz.

Warum ist die chemische Regulierung im Herbst einer Frühjahrsbehandlung meist überlegen?

Im Herbst sind die Windhalmpflanzen noch klein (BBCH 10–12) und reagieren besonders empfindlich auf Bodenherbizide. Zudem ist die Bodenfeuchtigkeit zu dieser Zeit meist optimal für die Wirkung von Vorauflaufmitteln, und du verringerst die frühzeitige Nährstoff- und Wasserkonkurrenz im Getreidebestand entscheidend.

Welche Rolle spielt die Saattiefe der Kultur bei der Regulierung von Ackerwindhalm?

Eine gleichmäßige und ausreichend tiefe Saat der Kultur (ca. 3–4 cm) ermöglicht den sicheren Einsatz von selektiven Bodenherbiziden im Vorauflauf. Liegt das Getreide zu flach, kann es durch den Wirkstofffilm der Pflanzenschutzmittel geschädigt werden, während der flach keimende Windhalm ungehindert aufläuft.

Wie kannst du eine beginnende Herbizidresistenz auf deinen Flächen rechtzeitig erkennen?

Achte bei der Bonitur nach einer Behandlung auf nesterweise überlebende Windhalmpflanzen direkt neben vollständig abgestorbenen Individuen. Wenn Anwendungsfehler (wie falsche Aufwandmenge, ungünstige Witterung oder ein verpasstes BBCH-Stadium) ausgeschlossen werden können, deutet dies stark auf eine Selektion resistenter Biotypen hin.

Wie finde ich im Agronomy-Hub die passenden zugelassenen Pflanzenschutzmittel gegen Ackerwindhalm?

Nutze die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank und wähle deine spezifische Kultur sowie den Schaderreger "Apera spica-venti" aus. Du kannst die Ergebnisse nach Anwendungszeitpunkt (Herbst/Frühjahr) und HRAC-Wirkstoffklassen filtern, um eine gezielte Antiresistenzstrategie für deinen Betrieb zu planen.