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OTHER · BASF SE

Picona

BVL Zul.-Nr. 005017-00

Picona ist ein hochwirksames, flüssiges Pflanzenschutzmittel von BASF, das speziell für den Einsatz im Herbst in einer Vielzahl von Wintergetreide-Kulturen entwickelt wurde. Als gebrauchsfertige Formulierung kombiniert es zwei komplementäre Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an Schaderregern im Keimlings- und frühen Nachauflaufstadium zu erfassen. Die Anwendung erfolgt vorrangig in Kulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen und Triticale, um die Bestände von Anfang an unkrautfrei zu halten.

Das Herbizid zeichnet sich durch eine hervorragende Selektivität und eine langanhaltende Bodenwirkung aus. Es bekämpft zuverlässig einjährige zweikeimblättrige Unkräuter sowie den Gemeinen Windhalm, der in vielen Getreideanbauregionen ein erhebliches Ertragspotenzial gefährdet. Durch die frühe Ausschaltung der Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe sichert Picona die ungestörte Bestockung und die winterliche Entwicklung der Kultur.

Aufgrund seiner flexiblen Anwendungsfenster im Vor- und frühen Nachauflauf passt sich Picona hervorragend in moderne pflanzenbauliche Arbeitsabläufe ein. Die flüssige Formulierung garantiert eine einfache Dosierung, eine schnelle Löslichkeit im Spritztank und eine gleichmäßige Verteilung auf der Bodenoberfläche, was die Basis für eine konstante und verlässliche Herbizidleistung bildet.

Wirkstoffe

Pendimethalin
320 g/L · Wirkstoff
Picolinafen
16 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirksamkeit von Picona basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel seiner beiden aktiven Wirkstoffe Pendimethalin und Picolinafen, die über unterschiedliche physiologische Mechanismen wirken. Pendimethalin gehört zur HRAC-Gruppe 3 (Dinitroaniline) und blockiert die Mikrotubuli-Bildung in den Zellen der Schaderreger. Dies führt zu einer Hemmung der Zellteilung und des Streckungswachstums, wodurch keimende Unkräuter und Gräser bereits vor oder kurz nach dem Durchstoßen der Bodenoberfläche absterben. Der Wirkstoff wird primär über die Wurzeln und das Hypokotyl aufgenommen. Picolinafen ergänzt dieses Spektrum als Wirkstoff der HRAC-Gruppe 12 (Nicotinanilide). Es blockiert die Phytoendesaturase (PDS), ein Schlüsselenzym bei der Biosynthese von Carotinoiden. Ohne diese Schutzpigmente wird das Chlorophyll der betroffenen Schaderreger durch Sonnenlicht zerstört, was zu den charakteristischen Bleichsymptomen (Chlorosen) und dem anschließenden Absterben der Unkräuter führt. Picolinafen wird sowohl über die Blätter als auch über die Wurzeln aufgenommen, wodurch Picona sowohl eine starke Boden- als auch eine ausgeprägte Blattwirkung entfaltet.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen – insbesondere beim Gemeinen Windhalm – wirksam vorzubeugen, ist Picona ein wertvoller Baustein im landwirtschaftlichen Betrieb. Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen (HRAC-Gruppe 3 und HRAC-Gruppe 12) wird das Risiko einer Selektion resistenter Biotypen bereits im Ansatz minimiert. Dennoch sollte die Anwendung von Picona stets in eine weite Fruchtfolge integriert und im Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. ALS-Hemmern im Frühjahr) erfolgen. Zudem unterstützen ackerbauliche Maßnahmen wie eine sorgfältige Bodenbearbeitung und ein falsches Saatbett die langfristige Gesunderhaltung der Flächen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Picona weist eine sehr gute Mischbarkeit mit gängigen Partnerherbiziden für den Herbst sowie mit spezifischen Insektiziden zur Vektorenbekämpfung auf. Auch die Kombination mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) ist unter Beachtung der üblichen Mischungsregeln möglich. Bei Mischungen mit AHL sollte das Pflanzenschutzmittel stets zuerst im wassergefüllten Tank vollständig suspendiert werden, bevor der Dünger unter ständigem Rühren hinzugefügt wird. Um Kulturverträglichkeitsrisiken zu minimieren, sollte die Anwendung nicht bei extremen Temperaturschwankungen, Frostgefahr oder auf wassergesättigten Böden durchgeführt werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Picona ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um den Anwenderschutz lückenlos zu gewährleisten. Aufgrund der ökotoxikologischen Eigenschaften der Wirkstoffe, insbesondere der Toxizität gegenüber aquatischen Organismen, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abdriftminderungsklassen und Gewässerabstände strikt eingehalten werden. Das Mittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, weshalb ein Einsatz auch auf blühenden Beständen oder Unkräutern möglich ist, sofern keine lokalen Auflagen dem entgegenstehen. Der Schutz von Oberflächengewässern und angrenzenden Biotopen hat oberste Priorität.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GräserEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm3 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm3 LITER_PER_HECTARE
Straussgras-ArtenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm3 LITER_PER_HECTARE
TriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm3 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm3 LITER_PER_HECTARE
EinkornEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm3 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm3 LITER_PER_HECTARE
EmmerEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm3 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm3 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Picona im Herbst?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn Picona im frühen Nachauflauf (BBCH-Stadium 10 bis 13 der Kultur) auf feuchten Boden appliziert wird. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die Schaderreger im empfindlichsten Keimblatt- bis Laubblattstadium, und die Bodenfeuchtigkeit unterstützt die Aktivierung des Wirkstoffdepots.

Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirksamkeit von Picona?

Da der Wirkstoff Pendimethalin vor allem über den Boden wirkt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Behandlung oder kurz danach entscheidend für eine optimale Wirkstoffverteilung im Boden. Auf sehr trockenen Böden kann die Wirkung verzögert eintreffen, weshalb Anwendungen vor angekündigten Niederschlägen ideal sind.

Kann Picona auch auf sehr leichten oder sandigen Böden eingesetzt werden?

Ja, Picona ist auf den meisten Bodentypen gut verträglich. Auf extrem leichten, sandigen Böden mit sehr geringem Humusgehalt sollte jedoch auf eine präzise Saattiefe der Kultur von mindestens 3 cm geachtet werden, um zu verhindern, dass der Wirkstoff in die Keimzone des Getreides eingewaschen wird.

Welche Nachbauvorschriften müssen nach dem Einsatz von Picona beachtet werden?

Nach dem regulären Einsatz von Picona im Herbst können im folgenden Frühjahr alle üblichen Ackerkulturen ohne Einschränkung angebaut werden. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der Kultur im Winter kommen, ist vor einer Neuansaat eine wendende Bodenbearbeitung (Pflügen) ratsam, um eventuelle Wirkstoffkonzentrationen im Oberboden zu verdünnen.

Ist Picona mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) mischbar?

Ja, eine Mischung mit AHL zur kombinierten Düngung und Unkrautbekämpfung im Herbst ist möglich. Dabei sollte die Spritze zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllt, Picona vollständig gelöst und erst danach das AHL unter ständigem Rühren hinzugegeben werden. Die Anwendung sollte nur auf trockenen Kulturpflanzenbeständen erfolgen.

Wie lässt sich Picona optimal in ein Resistenzmanagement gegen Windhalm integrieren?

Durch die Kombination der Wirkstoffklassen HRAC 3 und 12 bietet Picona bereits ein integriertes Resistenzmanagement. Um die Selektion resistenter Biotypen langfristig zu verhindern, sollte Picona im Wechsel mit Wirkstoffen aus anderen Klassen (z. B. HRAC 2 / ALS-Hemmer wie Sulfonylharnstoffe) in der Fruchtfolge eingesetzt und durch mechanische Maßnahmen ergänzt werden.