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Tagetes erecta

Tagetes erecta
TAGER

Tagetes erecta (EPPO-Code: TAGER), im deutschsprachigen Raum meist als Aufrechte Sammetblume bezeichnet, gewinnt in der professionellen Landwirtschaft und im Gartenbau als vielseitige Kultur zunehmend an Bedeutung. Neben ihrer klassischen Verwendung im Zierpflanzenbau wird sie vor allem im integrierten Pflanzenbau als hocheffektive Gesundungskultur zur biologischen Nematodenbekämpfung sowie zur Gründüngung eingesetzt. Durch ihre tiefreichende Pfahlwurzel trägt sie zudem nachhaltig zur Verbesserung der Bodenstruktur bei.

Die zu den Korbblütlern (Asteraceae) gehörende Kultur zeichnet sich durch ein intensiv verzweigtes Wurzelsystem aus. Dieses scheidet bioaktive Substanzen aus, welche die Vermehrung pflanzenparasitärer Nematoden im Boden blockieren. Zudem leistet die hohe Biomassebildung einen wertvollen Beitrag zur Humusreproduktion und zur Unkrautunterdrückung in engen Fruchtfolgen.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Mitte Mai bis Mitte Juli
Erntefenster
September bis Oktober
Reihenabstand
12,5–30 cm
Typischer Ertrag
40–60 t/ha Frischmasse
Wärmesumme (GDD)
1350 °C
Boden-pH
5,5–7,2

Bodenmanagement

Die Kultur stellt mittlere Ansprüche an den Boden, bevorzugt jedoch tiefgründige, gut durchlässige und erwärmbare Standorte mit einer ausgeglichenen Wasserführung. Schwere, zur Staunässe neigende Böden sind für den Anbau ungeeignet, da sie das Wurzelwachstum und somit die nematizide Wirkung stark einschränken. Vor der Aussaat ist ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett herzustellen, um den feinen Samen einen optimalen Bodenschluss zu gewährleisten. Eine moderate Stickstoffdüngung von etwa 50 bis 80 kg N/ha fördert die schnelle Jugendentwicklung und den Reihenschluss, während überhöhte Gaben die Standfestigkeit mindern und die Blüte verzögern können. Nach der Hauptnutzung sollte die Biomasse im Herbst gründlich gemulcht und flach in die obere Bodenschicht eingearbeitet werden, um die Humusbildung optimal zu unterstützen.

Schaderreger-Management

Im professionellen Anbau von Tagetes erecta steht die Gesunderhaltung des Bestandes durch vorbeugende pflanzenbauliche Maßnahmen im Vordergrund. Zu den relevanten Schaderregern im Jugendstadium gehören vor allem Schnecken sowie bodenbürtige Pilze wie Pythium und Rhizoctonia, die durch eine präzise Saatzeitterminierung in warme Böden minimiert werden können. Gegen auflaufende Unkräuter wie das Einjährige Rispengras (Poa annua) ist ein mechanisches Striegeln oder Hacken im frühen BBCH-Stadium besonders effektiv, da chemische Pflanzenschutzmittel für diese Sonderkultur nur sehr eingeschränkt zugelassen sind. Bei feucht-warmer Witterung ist auf Befall durch Grauschimmel (Botrytis cinerea) und Echten Mehltau zu achten, weshalb weite Reihenabstände zur besseren Durchlüftung beitragen. Ein regelmäßiges Monitoring sichert den rechtzeitigen Einsatz mechanischer oder biologischer Regulierungsmaßnahmen.

Sorten

Inca II

Früh

Hohe Blütenqualität und gleichmäßiger Ertrag bei kompakter Wuchshöhe.

Resistent gegen: Witterungseinflüsse

Anfällig für: Grauschimmel

Kompakte, sehr gleichmäßig wachsende Sorte mit hoher Standfestigkeit, ideal für den professionellen Zierpflanzenbau und dichte Bestände.

Crackerjack

Spät

Sehr hohe Frisch- und Trockenmasseerträge.

Anfällig für: Windbruch, Stauende Nässe

Starkwüchsige, hochwachsende Sorte (bis 90 cm), die sich hervorragend zur Biomasseproduktion und als Gründüngung eignet.

Discovery

Mittelfrüh

Stabiler Ertrag auch unter trockeneren Bedingungen.

Resistent gegen: Trockenstress

Anfällig für: Schneckenfraß

Zwergsorte mit exzellenter Verzweigung und hoher Toleranz gegenüber sommerlicher Hitze und Trockenheit.

Single Gold

Mittel

Hervorragende Wurzelbiomasse und hohe Ausscheidung nematizider Wirkstoffe.

Resistent gegen: Pratylenchus penetrans

Anfällig für: Spätfröste

Spezielle Selektion für den landwirtschaftlichen Zwischenfruchtanbau mit intensivem Wurzelsystem zur biologischen Nematodenbekämpfung.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie genau wirkt Tagetes erecta gegen bodenbürtige Nematoden?

Die Wurzeln von Tagetes erecta scheiden bioaktive Schwefelverbindungen (insbesondere Alpha-Terthienyl) aus. Dringen freilebende Nematoden wie Pratylenchus penetrans in das Wurzelgewebe ein, kaskadiert diese Substanz unter Sauerstoffeinfluss zu toxischen Radikalen, was die Schaderreger im Wurzelinneren effektiv abtötet und deren Vermehrungszyklus nachhaltig unterbricht.

Wann ist der optimale Termin für die Einarbeitung der Kultur zur Gründüngung?

Die Einarbeitung sollte idealerweise im BBCH-Stadium 61 bis 65 (Beginn bis Vollblüte) erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt ist das Verhältnis von leicht zersetzbarer Biomasse zu stabilen Faserstoffen optimal. Der Bestand sollte vor dem Einpflügen gründlich gemulcht oder gewalzt werden, um eine rasche Rotte im Boden zu gewährleisten.

Kann Tagetes erecta auch bei niedrigen Bodentemperaturen ausgesät werden?

Nein, die Kultur ist extrem frostempfindlich und benötigt zur Keimung eine Bodentemperatur von konstant mindestens 10 bis 12 °C. Eine zu frühe Aussaat in kalte, nasse Böden führt zu verzögertem Auflaufen und erhöht das Risiko von Auflaufkrankheiten durch bodenbürtige Pilze drastisch.

Welche mechanischen Maßnahmen eignen sich zur Unkrautregulierung im Profianbau?

Da für diese Kultur nur sehr wenige chemische Pflanzenschutzmittel zugelassen sind, ist die mechanische Regulierung entscheidend. In der frühen Phase (BBCH 12 bis 19) kann ein vorsichtiger Einsatz des Zinkenstriegels erfolgen. Ab dem Reihenschluss ist bei breiteren Reihenabständen das Hacken zwischen den Reihen die effektivste Methode zur Bekämpfung von Schaderregern wie Poa annua.

Wie finde ich im Portal registrierte Pflanzenschutzmittel für diese Kultur?

Nutzen Sie hierzu die Suchfunktion in unserem Pflanzenschutz-Hub und filtern Sie gezielt nach der Kultur Tagetes erecta sowie der entsprechenden Indikation. Achten Sie bei der Anwendung stets auf die aktuellen Zulassungsbestimmungen des BVL, die spezifischen Aufwandmengen und die einzuhaltende Wartezeit.