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Kulturgruppe

Zierlaubgehölze

24 Mitgliedskulturen
NNNZE

Die BVL-Kultur-Gruppe „Zierlaubgehölze“ (Gruppe NNNZE) fasst eine botanisch diverse, aber nutzungsseitig eng verwandte Gruppe von Laubgehölzen zusammen, die primär für den Zierwert im Garten- und Landschaftsbau sowie in Baumschulen kultiviert werden. Zu den repräsentativen Vertretern dieser Gruppe gehören unter anderem der Buchsbaum (Buxus sempervirens), Rosen (Rosa sp.), Rhododendron (Rhododendron sp.) sowie landschaftsprägende Gehölze wie Eichen (Quercus sp.), Fagus-Arten (Fagus sp.) und Hainbuchen (Carpinus betulus). Auch Heidekrautgewächse wie die Besenheide (Calluna spec.) und Glockenheide (Erica spec.) sind dieser Gruppe zugeordnet.

Die Zusammenfassung dieser taxonomisch unterschiedlichen Kulturen unter dem Begriff der Zierlaubgehölze folgt einer klaren zulassungsrechtlichen Logik im Pflanzenschutz. Da viele dieser Gehölze in Baumschulen unter ähnlichen Bedingungen (Freiland- oder Containerkultur) herangezogen werden und vergleichbaren abiotischen wie biotischen Stressfaktoren ausgesetzt sind, ermöglicht die Gruppenregistrierung eine effiziente Bereitstellung von Pflanzenschutzmitteln. Anstatt für jede einzelne Gehölzart separate Zulassungsverfahren zu durchlaufen, können Indikationen für die gesamte Gruppe der Zierlaubgehölze ausgewiesen werden, was wichtige Lücken im Pflanzenschutz schließt.

Pflanzenschutz auf Gruppenebene

Der Pflanzenschutz bei Zierlaubgehölzen erfordert aufgrund der Vielfalt der Kulturen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Zu den häufigen Schaderregern gehören saugende Insekten (wie Blattläuse, Spinnmilben und Schildläuse), beißende Schädlinge sowie pilzliche Erreger wie Echter Mehltau, Rostpilze und verschiedene Blattfleckenkrankheiten. Im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes stehen vorbeugende Maßnahmen im Vordergrund: Eine ausgewogene Ernährung, die Wahl des optimalen Standorts, ausreichende Pflanzabstände zur raschen Abtrocknung des Laubs sowie mechanische Maßnahmen wie der Rückschnitt befallener Triebe minimieren das Infektionsrisiko erheblich. Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist die Beachtung des Resistenzmanagements (FRAC für Fungizide, IRAC für Insektizide, HRAC für Herbizide) essenziell. Da Zierlaubgehölze oft über mehrere Jahre am selben Standort verbleiben, ist das Risiko einer Resistenzbildung bei wiederholtem Einsatz desselben Wirkstoffmechanismus besonders hoch. Ein konsequenter Wirkstoffklassenwechsel ist daher zwingend erforderlich. Zudem muss bei Gruppenregistrierungen stets die Kulturverträglichkeit (Phytotoxizität) vorab an einzelnen Testpflanzen geprüft werden, da die verschiedenen botanischen Familien innerhalb der Zierlaubgehölze sehr unterschiedlich auf bestimmte Formulierungshilfsstoffe oder Wirkstoffe reagieren können.

Kulturen in dieser Gruppe

Acer campestreACRCA
Berberis thunbergiiBEBTH
Besenheide (Calluna spec.)CUNSSBuchsbaum (Gemeiner -)BUXSE
Carpinus betulusCIPBE
Cotoneaster dammeriCTTDA
Crataegus monogynaCSCMOEicheQUESS
Erica gracilisEIAGR
ErleALUSS
Fagus-ArtenFAUSS
Glockenheide (Erica spec.)EIASS
HortensieHYESS
Ligustrum ovalifoliumLIGOV
Ligustrum vulgareLIGVU
PappelPOPSS
Rhododendron (Rhododendron spec.)RHOSSRosenROSSS
Rosskastanien-ArtenAECSS
Spiraea vanhoutteiSPVVH
Symphoricarpos chenaultiiSYPCH
TulpenbaumLIRSS
Ulmen-Arten1ULMG
Zweigriffliger WeißdornCSCOX

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie gehe ich vor, wenn ein Pflanzenschutzmittel allgemein für „Zierlaubgehölze“ zugelassen ist, ich aber die Verträglichkeit für eine spezielle Kultur nicht kenne?

Da die Gruppe der Zierlaubgehölze botanisch sehr heterogen ist, reagieren die Kulturen unterschiedlich auf Wirkstoffe und Formulierungshilfsstoffe. Vor einer großflächigen Anwendung sollte stets eine Probespritzung an einigen wenigen Pflanzen durchgeführt werden. Beobachten Sie diese über einen Zeitraum von 8 bis 14 Tagen auf Symptome wie Blattrandnekrosen, Verfärbungen oder Wachstumsdepressionen, bevor Sie den gesamten Bestand behandeln.

Welche Rolle spielen die BBCH-Stadien bei der Terminierung von Pflanzenschutzmaßnahmen in Zierlaubgehölzen?

Die BBCH-Stadien sind entscheidend für die Wirksamkeit und Verträglichkeit. Behandlungen gegen austriebsschädigende Schaderreger im zeitigen Frühjahr (BBCH 01 bis 09, Knospenschwellen bis Austrieb) sind besonders effektiv, während systemische Fungizide oder Insektizide eine ausreichende Blattfläche (ab BBCH 11) benötigen, um optimal aufgenommen zu werden. Während der Blüte (BBCH 61 bis 69) ist zudem der Bienenschutz besonders streng zu beachten.

Wie lässt sich ein effektives Resistenzmanagement bei der Bekämpfung von Echtem Mehltau an Rosen und anderen Zierlaubgehölzen umsetzen?

Um Resistenzen vorzubeugen, dürfen Fungizide mit demselben Wirkungsmechanismus (gleicher FRAC-Code) nicht blockweise hintereinander eingesetzt werden. Wechseln Sie systematisch zwischen verschiedenen Wirkstoffklassen – beispielsweise zwischen Triazolen (FRAC 3), Strobilurinen (FRAC 11) und Kontaktfungiziden (wie Schwefel, FRAC M02). Dies verhindert, dass selektierte, resistente Pilzstämme die Oberhand gewinnen.

Was bedeutet es für die Praxis, wenn eine Anwendung für die gesamte Gruppe „Zierlaubgehölze“ zugelassen ist, im Vergleich zu einer Einzelkulturzulassung?

Eine Zulassung für die Gruppe „Zierlaubgehölze“ (NNNZE) deckt rechtlich alle in dieser Gruppe gelisteten Kulturen ab – von Acer campestre bis Ulmus. Dies erleichtert die Betriebsführung in Baumschulen und gemischten Beständen erheblich, da ein einziges Pflanzenschutzmittel flexibel auf verschiedenen Flächen eingesetzt werden darf, ohne dass für jede Nischenkultur eine separate Genehmigung im Einzelfall vorliegen muss.

Müssen bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln Unterschiede zwischen Containerkulturen und Freilandbeständen beachtet werden?

Ja, die Anbauform beeinflusst die Applikationstechnik und die rechtlichen Auflagen. Containerstellflächen weisen oft eine andere Abdriftsituation und Entwässerung auf als gewachsener Freilandboden. Bei Anwendungen im Gewächshaus oder unter Glas gelten zudem oft abweichende Wartezeiten, Arbeitsschutzauflagen und Aufwandmengen (z. B. Angabe in l/m³ Kronenvolumen statt l/ha), die zwingend der Gebrauchsanleitung zu entnehmen sind.

Wie wird ein effizientes Monitoring von Schaderregern in heterogenen Zierlaubgehölz-Beständen durchgeführt?

Nutzen Sie visuelle Kontrollen an bekannten Indikatorkulturen (z. B. Rosen für Mehltau oder Sternrußtau, Buchsbaum für den Buchsbaumzünsler). Der Einsatz von Gelbtafeln hilft beim frühzeitigen Erkennen von geflügelten Schadinsekten wie Blattläusen oder Thripsen. Ein systematisches wöchentliches Scouting ab dem Knospenaufbruch ermöglicht es, Behandlungen exakt zum Zeitpunkt des Erstbefalls anzusetzen und so den Pflanzenschutzmitteleinsatz zu minimieren.