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OTHER · BASF SE

Kumulus WG

BVL Zul.-Nr. 052273-00

Kumulus WG von BASF ist ein bewährtes, hochwirksames Pflanzenschutzmittel auf Basis von reinem Netzschwefel, das als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert ist. Es nimmt seit Jahrzehnten eine Schlüsselrolle im integrierten und ökologischen Anbau ein. Durch seine hervorragende Benetzungsfähigkeit und die feine Partikelverteilung bietet es einen zuverlässigen Schutzfilm auf den behandelten Kulturen.

Das Wirkungsspektrum von Kumulus WG ist bemerkenswert breit gefächert. Es erstreckt sich primär auf Echte Mehltaupilze in einer Vielzahl von Kulturen wie Weinreben, Kern- und Steinobst, Hopfen sowie Getreide. Neben der fungiziden Hauptwirkung besitzt das Präparat eine ausgeprägte Nebenwirkung gegen Schadmilben, darunter Gallmilben, Rebenpockenmilben und Kräuselmilben, was es zu einem wertvollen Baustein im kombinierten Schaderreger-Management macht.

Dank der modernen Formulierung staubt das Produkt bei der Dosierung nicht und löst sich im Spritztank schnell und rückstandsfrei auf. Dies sorgt für eine hohe Anwendersicherheit und eine gleichmäßige Verteilung des Wirkstoffs auf der Zielfläche, selbst bei schwierigen Witterungsbedingungen.

Wirkstoffe

Schwefel
800 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Schwefel ist in die FRAC-Gruppe M02 (Multi-Site-Inhibitor) eingestuft. Die Wirkung von Kumulus WG basiert auf der Aufnahme von Schwefelpartikeln durch die Sporen und das Myzel der Pilze. Im Inneren der Schadzellen greift Schwefel in lebenswichtige Atmungsprozesse ein, indem er als Wasserstoffakzeptor fungiert und die Elektronentransportkette in den Mitochondrien stört. Dies führt zu einer schnellen und nachhaltigen Abtötung des Erregers. Ein entscheidender Vorteil von Schwefel ist seine ausgeprägte Gasphase. Bei steigenden Temperaturen sublimiert der Wirkstoff und bildet eine schützende Dunstglocke um die Kultur. Dadurch werden auch schwer zugängliche Pflanzenteile und dichtes Laubwerk erreicht. Gleichzeitig wirkt Schwefel auf Schadmilben mechanisch und physiologisch störend, was die Eiablage und Entwicklung der Schädlinge hemmt.

Resistenzmanagement

Aufgrund seines Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC-Gruppe M02) besteht bei Schwefel kein praktisches Risiko für eine Resistenzentwicklung bei den Zielorganismen. Kumulus WG eignet sich daher hervorragend als Mischungspartner oder im Wechsel mit organischen Fungiziden (wie z. B. Azolen oder Strobilurinen). Durch den gezielten Einsatz von Kumulus WG in Spritzfolgen wird der Selektionsdruck auf einwirkstoffspezifische Fungizide effektiv gemindert und deren Wirksamkeit langfristig gesichert.

Mischbarkeit & Tankmischung

Kumulus WG zeichnet sich durch eine sehr gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern aus. Bei Tankmischungen sollte das Granulat stets als erste Komponente im fast vollständig mit Wasser gefüllten Tank unter ständigem Rühren vollständig aufgelöst werden. Extrem saures oder sehr hartes Wasser kann die Stabilität der Suspension beeinträchtigen. Die Zugabe von zusätzlichen Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits optimierte Netzeigenschaften besitzt. Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder mineralischen Ölen sollten vermieden werden, um Schäden an den Kulturen zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Kumulus WG ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, zu tragen. Das Pflanzenschutzmittel ist als bienenungefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Nutzinsekten nicht in blühende Bestände während des aktiven Bienenflugs appliziert werden. Da Schwefel in Gewässer abgeschwemmt werden kann, sind die spezifischen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (BVL-Auflagen) strikt einzuhalten, um aquatische Organismen zu schützen. Für Regenwürmer und andere wichtige Bodenlebewesen gilt das Produkt bei sachgerechter Anwendung als gut verträglich.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
PfirsichGallmilben1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
Salat-ArtenEchte Mehltaupilze13–183.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Gemeine FelsenbirneEchte Mehltaupilze2 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
ErbseEchte Mehltaupilze13–183.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Wurzel- und KnollengemüseEchte Mehltaupilze1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
Himbeerartiges BeerenobstGallmilben1–97 KILOGRAM_PER_HECTARE
SteinobstPflaumenrost (Tranzschelia pruni-spinosae)1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT14T
ApfelbeereEchte Mehltaupilze2 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
KohlgemüseEchte Mehltaupilze13–183.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
WeinrebeRebstock-Kräuselmilbe (Calepitrimerus vitis)0–97.5 KILOGRAM_PER_HECTARE28T
MispelEchter Mehltau (Podosphaera clandestina)2 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
PflaumeGallmilben1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
Himbeerartiges BeerenobstGallmilben, Rostmilbe (Aculus-Arten)91–997 KILOGRAM_PER_HECTARE
Salat-ArtenEchte Mehltaupilze13–183.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–616 KILOGRAM_PER_HECTARE35T
GewürzkräuterEchte Mehltaupilze72–893.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
HopfenEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)31–975.6 KILOGRAM_PER_HECTARE8T
WeinrebeRebenpockenmilbe (Eriophyes vitis)0–97.5 KILOGRAM_PER_HECTARE28T
EberescheEchte Mehltaupilze2 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)3.6 KILOGRAM_PER_HECTARE28T
TeekräuterEchte Mehltaupilze13–613.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
EicheEchter Mehltau (Microsphaera alphitoides)1.2 KILOGRAM_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–616 KILOGRAM_PER_HECTARE35T
StielmusEchte Mehltaupilze13–493.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
KernobstEchte Mehltaupilze3.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
Himbeerartiges BeerenobstEchte Mehltaupilze5 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
ObstgehölzeSpinnmilben3.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
FruchtgemüseEchte Mehltaupilze1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Rote JohannisbeereEchte Mehltaupilze5 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
ErbseEchter Mehltau (Erysiphe pisi)1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
StielmusEchte Mehltaupilze13–493.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
WeinrebeRebenpockenmilbe (Eriophyes vitis)11–812 KILOGRAM_PER_HECTARE28T
RettichEchte Mehltaupilze13–183.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZierlaubgehölzeGallmilben2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)5 KILOGRAM_PER_HECTARE
Himbeerartiges BeerenobstGallmilben, Rostmilbe (Aculus-Arten)91–997 KILOGRAM_PER_HECTARE
Johannisbeerartiges BeerenobstEchte Mehltaupilze5 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
KernobstGallmilben2 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
KohlrübeEchte Mehltaupilze13–183.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–616 KILOGRAM_PER_HECTARE35T
StielmusEchte Mehltaupilze13–183.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
StielmusEchte Mehltaupilze13–183.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
AprikoseGallmilben1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
GewürzkräuterEchte Mehltaupilze13–613.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Spinat und verwandte ArtenEchte Mehltaupilze13–183.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
MaulbeereEchte Mehltaupilze2 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
SpargelLaubkrankheit (Stemphylium botryosum)51–993.2 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZierpflanzenSpinnmilben3.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
SteinobstSprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii)2 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT14T
KohlgemüseEchte Mehltaupilze13–183.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ÖlkürbisEchte Mehltaupilze13–891.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZierkoniferenGallmilben2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
SanddornEchte Mehltaupilze2 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
KernobstSchorf (Venturia spp.)3.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
StachelbeereAmerikanischer Mehltau (Sphaerotheca mors-uvae)5 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)9–814 KILOGRAM_PER_HECTARE28T
Schwarze JohannisbeereEchte Mehltaupilze5 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
FruchtgemüseEchte Mehltaupilze1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
RadieschenEchte Mehltaupilze13–183.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Himbeerartiges BeerenobstGallmilben4 KILOGRAM_PER_HECTARE
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Echte Mehltaupilze13–183.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
KohlgemüseEchte Mehltaupilze13–493.2 KILOGRAM_PER_HECTARE
WeinrebeRebstock-Kräuselmilbe (Calepitrimerus vitis)11–812 KILOGRAM_PER_HECTARE28T
Johannisbeerartiges BeerenobstEchte Mehltaupilze5 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
RadieschenEchte Mehltaupilze13–183.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
frische KräuterEchte Mehltaupilze13–613.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BlattgemüseEchte Mehltaupilze13–493.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZierkoniferenGallmilben2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
GurkeEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Johannisbeerartiges BeerenobstGallmilben3.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
Gemeine BerberitzeEchte Mehltaupilze2 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
ZierpflanzenSpinnmilben2 KILOGRAM_PER_HECTARE
Himbeerartiges BeerenobstEchte Mehltaupilze5 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
frische KräuterEchte Mehltaupilze13–613.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZiergehölzeSpinnmilben3.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
RettichEchte Mehltaupilze13–183.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Spinat und verwandte ArtenEchte Mehltaupilze13–183.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ErbseEchte Mehltaupilze13–183.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)5 KILOGRAM_PER_HECTARE
KohlrübeEchte Mehltaupilze13–183.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BlattgemüseEchte Mehltaupilze13–493.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Johannisbeerartiges BeerenobstGallmilben1–97 KILOGRAM_PER_HECTARE
Weiße JohannisbeereEchte Mehltaupilze5 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Echte Mehltaupilze13–183.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T

Häufige Fragen

Welche Rolle spielt die Temperatur bei der Anwendung von Kumulus WG?

Die Wirksamkeit von Schwefel ist stark temperaturabhängig. Die optimale Wirkung entfaltet sich ab Temperaturen von ca. 15 °C, da erst dann eine ausreichende Gasphase (Sublimation) entsteht, um auch versteckte Schaderreger im Inneren des Laubwerks zu erreichen. Bei Temperaturen über 28 °C sollte die Behandlung jedoch verschoben werden, um das Risiko von Verbrennungen (Phytotoxizität) an den Blättern und Früchten der Kulturen zu minimieren.

Kann Kumulus WG auch im ökologischen Landbau eingesetzt werden?

Ja, Kumulus WG basiert auf dem natürlichen Wirkstoff Schwefel und ist für den Einsatz im ökologischen Landbau gemäß der EU-Öko-Verordnung zugelassen. Es ist in den entsprechenden Betriebsmittellisten für den ökologischen Landbau in Deutschland gelistet und stellt eine tragende Säule des Pflanzenschutzes im Bio-Wein- und Bio-Obstbau dar.

Warum ist die Anwendung im frühen BBCH-Stadium bei Weinreben besonders wichtig?

Eine frühe Behandlung im Bereich des Knospenschwellens bis zum Austrieb (frühe BBCH-Stadien) ist entscheidend, um überwinternde Schaderreger wie die Rebenpockenmilbe oder die Kräuselmilbe direkt beim Verlassen ihrer Winterquartiere zu erfassen. Gleichzeitig wird so der frühe Primärinfektionsdruck des Echten Mehltaus (Oidium) effektiv unterdrückt, bevor sich die Epidemie im Bestand ausbreiten kann.

Wie verhält sich Kumulus WG bei Niederschlägen nach der Spritzung?

Dank der speziellen Formulierung als wasserdispergierbares Granulat verfügt Kumulus WG über eine sehr gute Haftfähigkeit auf der Kultur. Sobald der Spritzbelag vollständig angetrocknet ist, ist das Produkt mäßig regenfest. Bei anhaltenden, starken Niederschlägen von über 20 mm sollte die Behandlung jedoch wiederholt werden, da der schützende Schwefelbelag mechanisch abgewaschen werden kann.

Gibt es Einschränkungen bei der Mischung von Kumulus WG mit flüssigen Düngemitteln?

Grundsätzlich ist Kumulus WG gut mischbar. Bei der Kombination mit stickstoffhaltigen Flüssigdüngern oder sauren Blattdüngern (wie z. B. Mangan- oder Zinksulfat) kann es jedoch zu Ausfällungen oder einer erhöhten Phytotoxizität kommen. Es wird dringend empfohlen, vor der großflächigen Anwendung eine Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen und die Verträglichkeit an einzelnen Kulturen unter den lokalen Bedingungen zu testen.

Wie kann ich im Farmable-Portal nach alternativen Pflanzenschutzmitteln gegen Echten Mehltau suchen?

Nutzen Sie hierzu die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech. Sie können gezielt nach der Indikation "Echter Mehltau" filtern und die Ergebnisse nach Kultur, Wirkstoffklasse (z. B. FRAC-Gruppe) oder Zulassungsstatus in Deutschland (BVL) eingrenzen, um die passende Behandlungsstrategie für Ihren Betrieb zu planen.