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Kultur

Rosen

Rosa sp.
ROSSS

Die Gattung Rosa sp. (EPPO-Code: ROSSS) umfasst eine Vielzahl von wirtschaftlich bedeutenden Zier- und Nutzkulturen, die im mitteleuropäischen Raum sowohl im Freiland als auch unter Glas intensiv kultiviert werden. Die botanische Bandbreite reicht von anspruchsvollen Schnittrosen für den Floristikmarkt über Containerpflanzen für den Gartenbau bis hin zu robusten Wildrosen für die Landschaftspflege oder den Obstbau zur Hagebuttenproduktion. Im professionellen Anbau erfordert diese Kultur aufgrund ihrer physiologischen Besonderheiten und der hohen Qualitätsansprüche des Marktes eine präzise Steuerung aller Wachstumsfaktoren.

Der kommerzielle Rosenanbau stellt besonders hohe Anforderungen an den Pflanzenschutz und das Nährstoffmanagement. Da optische Mängel an Laub und Blüte direkt zu einer Herabstufung der Handelsklasse oder zur Unverkäuflichkeit führen, ist eine kontinuierliche Überwachung der Bestände unerlässlich. Neben klimatischen Faktoren bestimmen vor allem die Bodenstruktur und die gezielte Wasserversorgung den Kulturerfolg im Freiland- und Gewächshausanbau.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Oktober bis April (wurzelnackt bei frostfreiem Boden); ganzjährig (Containerware)
Erntefenster
Juni bis Oktober (Freiland); ganzjährig (unter Glas)
Reihenabstand
80–100 cm (Freiland-Schnittrosen); 30–45 cm (Beetrosen)
Typischer Ertrag
80.000–120.000 Stiele/ha (Schnittrosen im Freiland); bis zu 200 Stiele/m² (Gewächshaus)
Wärmesumme (GDD)
2200 °d (Basis 0°C)
Boden-pH
6,0–7,0

Bodenmanagement

Rosen bevorzugen tiefgründige, mittelschwere und humusreiche Böden mit guter Drainage, da sie extrem empfindlich auf Staunässe reagieren. Eine regelmäßige Zufuhr von organischem Material fördert das Bodenleben und stabilisiert die Bodenstruktur. Vor der Pflanzung sollte eine gründliche Bodenanalyse durchgeführt werden, um den pH-Wert optimal einzustellen und Nährstoffimbalancen zu vermeiden. Während der Vegetationsperiode ist eine ausgewogene Düngung mit Schwerpunkt auf Kalium und Magnesium entscheidend für die Holzreife und die Widerstandsfähigkeit der Triebe. Eine Mulchauflage kann helfen, die Bodenfeuchtigkeit zu regulieren und den Unkrautdruck im Freiland zu minimieren.

Schaderreger-Management

Der integrierte Pflanzenschutz bei Rosen basiert auf einer Kombination aus vorbeugenden kulturtechnischen Maßnahmen und dem gezielten Einsatz zugelassener Pflanzenschutzmittel. Zur Vermeidung von Pilzinfektionen wie Echter Mehltau, Sternrußtau und Rhizoctonia solani ist eine weite Pflanzung zur schnellen Abtrocknung des Laubs essenziell. Gegen tierische Schaderreger wie die Weiße Fliege (Bemisia tabaci), Schildläuse (Coccus hesperidum) und Nematoden kommen im geschützten Anbau verstärkt Nützlinge wie Schlupfwespen oder Raubmilben zum Einsatz. Bei chemischen Behandlungen ist auf einen konsequenten Wirkstoffwechsel zu achten, um Resistenzbildungen vorzubeugen, insbesondere bei intensiv geführten Schnittrosenkulturen.

Sorten

Schneewittchen

Mittelfrüh

Sehr reichblühend mit kontinuierlichem Flor von Juni bis zum Frost.

Resistent gegen: Mehltau

Anfällig für: Sternrußtau

Eine der weltweit bekanntesten Beetrosen, extrem blühfreudig, aber im feuchten Spätsommer anfällig für Blattkrankheiten.

Larissa

Spät

Sehr hoher Knospenansatz, hervorragend selbstreinigend.

Resistent gegen: Sternrußtau, Mehltau

ADR-Rose mit extrem hoher Blattgesundheit und kompakter, flachwachsender Form, ideal für den flächigen Anbau.

Nostalgie

Mittel

Gute Eignung als Schnittrose im Freiland mit stabilen Stielen.

Resistent gegen: Regen

Anfällig für: Echter Mehltau

Edelrose mit auffälliger zweifarbiger Blüte und starkem Wuchs, benötigt jedoch im professionellen Anbau vorbeugenden Pflanzenschutz.

Bonica 82

Früh

Konstant hoher Ertrag an Blüten über die gesamte Saison.

Resistent gegen: Frost, Sternrußtau

Anfällig für: Mehltau

Sehr robuste und anpassungsfähige Kleinstrauchrose, die weltweit im öffentlichen Grün und Erwerbsanbau geschätzt wird.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

AFEPASA GREENHOUSE SULPHUR TABLETS
AFEPASA GLOBAL SAU
00A990-00
Armicarb Spray
Agronaturalis Ltd.
00A325-00
Armicarb Spray
Agronaturalis Ltd.
02A325-00
Armisan AF PilzFrei
Agronaturalis Ltd.
00A325-61
Armisan AF PilzFrei
Agronaturalis Ltd.
02A325-61
Bayer Garten Gemüse-Schädlingsfrei Decis AF
SBM Developpement SAS
006788-00
Bayer Garten Schädlingsfrei Decis AF
SBM Developpement SAS
006788-62
Bayer Garten Schädlingsspray Decis AE
SBM Developpement SAS
006788-63
Bayer Garten Zierpflanzenspray Decis AF
SBM Developpement SAS
006788-61
Collis
BASF SE
035203-00
COM 107 03 AI EC
COMPO GmbH
008628-00
COM 107 04 AI AL
COMPO GmbH
008629-00
COMPO BIO Mehltau-frei Universal AF
Agronaturalis Ltd.
02A325-60
COMPO BIO Mehltau-frei Universal AF
Agronaturalis Ltd.
00A325-60
COMPO Blattlaus-frei Nativert
COMPO GmbH
008628-61
COMPO Blattlaus-frei Nativert AF
COMPO GmbH
008629-64
COMPO-Buchsbaumzünsler K.O. Rapid
Oro Agri Europe S.A.
00A811-61
COMPO Grün- und Blühpflanzen Schädlings-frei AF
COMPO GmbH
008629-62
COMPO Kräuter & Gemüse Blattlaus-frei Nativert AF
COMPO GmbH
008629-65
COMPO Nativert Blattlaus-frei
COMPO GmbH
008628-60
COMPO Nativert Blattlaus-frei AF
COMPO GmbH
008629-60
COMPO Nativert Kräuter & Gemüse Blattlaus-frei AF
COMPO GmbH
008629-61
COMPO- Obst & Gemüse Insekten- und Pilz-frei
Oro Agri Europe S.A.
008883-61
COMPO Orchideen Schädlings-frei AF
COMPO GmbH
008629-63
COMPO ROSEN Insekten- und Pilz-frei
Oro Agri Europe S.A.
00A811-60
Danjiri
Nisso Chemical Europe GmbH
005655-60
Delan Pro
BASF SE
008018-00
DeltaX Garten- und Rosen-Schädlingsspray
SBM Developpement SAS
006788-68
DeltaX Schädlingsfrei
SBM Developpement SAS
006788-66
DeltaX Zierpflanzenspray AF
SBM Developpement SAS
006788-67
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Häufige Fragen

Wie lässt sich das Risiko von Bodenmüdigkeit beim Nachbau von Rosen minimieren?

Rosen sind als Rosengewächse stark selbstunverträglich. Beim Nachbau auf derselben Fläche kommt es oft zu Kümmerwuchs, verursacht durch Nematoden (z. B. Pratylenchus penetrans) und bodenbürtige Schaderreger. Ein Fruchtwechsel von mindestens 5–7 Jahren oder der gezielte Anbau von Feindpflanzen wie Tagetes patula zur biologischen Nematodenbekämpfung vor der Neupflanzung sind dringend zu empfehlen.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Terminierung von Fungizidbehandlungen gegen Sternrußtau?

Erste vorbeugende Behandlungen sollten bereits ab dem BBCH-Stadium 11 bis 13 (Blattentwicklung) erfolgen, sobald die ersten Laubblätter voll entfaltet sind. Da der Pilz feuchte Bedingungen zur Keimung benötigt, müssen die Anwendungen vor angekündigten Niederschlagsperioden im Frühjahr platziert werden, um den jungen Austrieb lückenlos zu schützen.

Wie wird die Weiße Fliege (Bemisia tabaci) im geschützten Rosenanbau biologisch reguliert?

Der Einsatz von Nützlingen wie der Schlupfwespe Encarsia formosa oder der Raubmilbe Amblyseius swirskii hat sich etabliert. Die Freilassung sollte frühzeitig bei den ersten Fängen auf Gelbtafeln erfolgen. Da Bemisia tabaci schnell Resistenzen gegen chemische Pflanzenschutzmittel entwickelt, ist diese biologische Strategie im integrierten Anbau unverzichtbar.

Warum ist die Kaliumversorgung im späten Sommer (BBCH-Stadium 5 bis 7) für Freilandrosen so kritisch?

Eine ausreichende Kaliumzufuhr ab dem späten Sommer fördert die Einlagerung von Reservestoffen und beschleunigt die Holzreife der Triebe. Dies erhöht die Frosthärte der Kultur im Winter signifikant und mindert das Risiko von Frostgallen sowie nachfolgenden Infektionen durch Rindenbrand-Erreger im kommenden Frühjahr.

Wie finde ich im Agronomie-Portal gezielt zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Rhizoctonia solani bei Rosen?

Nutzen Sie die Suchfunktion im Pflanzenschutz-Hub und filtern Sie nach der Kultur "Zierpflanzen" oder "Rosen" sowie dem Schaderreger "Rhizoctonia solani". Achten Sie bei der Auswahl auf die spezifischen Anwendungsbestimmungen, die zugelassene Aufwandmenge und die einzuhaltenden Wartezeiten für den Zierpflanzenbereich.