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OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Adengo

BVL Zul.-Nr. 026525-00

Adengo ist ein hochwirksames, flüssiges Herbizid-Konzentrat (Suspensionskonzentrat, SC), das speziell für den frühen Einsatz im Mais (einschließlich Silomais und Kulturen zur Biomasse- und Biogasgewinnung) entwickelt wurde. Als moderner Standard im Vorauflauf und frühen Nachauflauf bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine herausragende Breite in der Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern. Durch die Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe sichert es saubere Bestände von Anfang an und minimiert die frühe Unkrautkonkurrenz in der kritischen Jugendentwicklung der Kultur.

Die Formulierung zeichnet sich durch den integrierten Safener Cyprosulfamide aus, der die Kulturverträglichkeit im Mais hervorragend absichert, indem er den Abbau der Wirkstoffe in der Kultur beschleunigt, während die Schaderreger voll erfasst werden. Dank des sogenannten „Reaktivierungseffekts“ wird der Bodenwirkstofffilm selbst nach einer Trockenperiode bei nachfolgenden Niederschlägen erneut aktiviert, was eine langanhaltende Dauerwirkung gegen spät keimende Unkräuter und Ungräser garantiert.

Wirkstoffe

Isoxaflutole
225 g/L · Wirkstoff
Thiencarbazone
90 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Herbizidleistung von Adengo basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkungsmechanismen. Der Wirkstoff Isoxaflutole gehört zur HRAC-Gruppe 27 (HPPD-Inhibitoren). Er blockiert das Enzym Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase, was die Biosynthese von Plastochinon und Tocopherolen stört. Dies führt zu einem Mangel an Carotinoiden, wodurch das Chlorophyll im Sonnenlicht zerstört wird – erkennbar an den typischen Bleichsymptomen (White-out-Effekt) an den betroffenen Schaderregern. Ergänzt wird dies durch Thiencarbazone, einen Wirkstoff aus der HRAC-Gruppe 2 (ALS-Inhibitoren). Dieser hemmt das Enzym Acetolactat-Synthase, welches für die Synthese essenzieller, verzweigtkettiger Aminosäuren verantwortlich ist. Die Unkräuter stellen unmittelbar nach der Aufnahme das Wachstum ein, gefolgt von Nekrosen und dem vollständigen Absterben. Die Kombination beider Wirkstoffe sorgt für eine zuverlässige Blatt- und Bodenwirkung.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei wichtigen Leitunkräutern und Ungräsern (wie z. B. Hirse-Arten oder Weißem Gänsefuß) vorzubeugen, nutzt Adengo die Kombination zweier unterschiedlicher HRAC-Klassen (Gruppe 2 und 27). Für ein nachhaltiges Resistenzmanagement sollte dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer ausgewogenen Fruchtfolge eingesetzt werden, bei der Wirkstoffe mit anderen Wirkungsmechanismen in den Folgekulturen zum Einsatz kommen. Zudem empfiehlt es sich, mechanische Pflegemaßnahmen zu integrieren und bei nachfolgenden Behandlungen in derselben Saison auf den wiederholten Einsatz von ALS- oder HPPD-Hemmern zu verzichten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Adengo ist im Allgemeinen gut mit gängigen Vorauflauf- und frühen Nachauflaufherbiziden sowie flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) mischbar. Bei Mischungen mit AHL sollte die Kultur jedoch eine intakte Wachsschicht aufweisen und die Anwendung nicht unter extremen Temperaturbedingungen oder intensiver Sonneneinstrahlung erfolgen. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits optimal benetzend eingestellt ist. Vor dem Ansetzen größerer Spritzbrühen wird stets ein physischer Mischbarkeitstest im kleinen Maßstab sowie die Beachtung der Gebrauchsanleitungen der Mischpartner empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Adengo ist als gewässergefährdend eingestuft, weshalb die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) und Saumstrukturen zwingend zu beachten sind. Zum Schutz von Nichtzielpflanzen und aquatischen Organismen sind abdriftmindernde Düsen zu verwenden. Das Mittel wird als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Bestäubern nicht in blühende Bestände oder auf blühende Unkräuter appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.33 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–130.33 LITER_PER_HECTARE
BaumschulgehölzpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.33 LITER_PER_HECTARE
BaumschulgehölzpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.33 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Adengo im Mais?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf der Kultur (BBCH-Stadium 00 bis 13). Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn die Unkräuter und Ungräser gerade keimen oder sich im sehr frühen Keimblattstadium befinden, da hier die Boden- und Blattwirkung ideal ineinandergreifen.

Wie funktioniert der „Reaktivierungseffekt“ von Adengo bei Trockenheit?

Der Wirkstoff Isoxaflutole lagert sich im oberen Bodenhorizont an. Bei Trockenheit wird die Wirkung vorübergehend gebremst. Sobald jedoch wieder Niederschläge fallen, wird der Wirkstoff im Boden reaktiviert und erfasst auch verspätet auflaufende Unkrautwellen zuverlässig, was eine langanhaltende Sauberkeit des Bestands sichert.

Welche Rolle spielt der integrierte Safener Cyprosulfamide?

Cyprosulfamide schützt die Kultur (den Mais) vor phytotoxischen Schäden. Er fördert selektiv den schnellen Abbau der herbiziden Wirkstoffe in den Maispflanzen, während die Schaderreger, die den Safener nicht verwerten können, voll getroffen und bekämpft werden. Dies sorgt für eine hervorragende Kulturverträglichkeit selbst unter kühlen Witterungsbedingungen.

Kann Adengo auf allen Bodenarten im Maisanbau eingesetzt werden?

Ja, Adengo ist für ein breites Spektrum an Bodenarten zugelassen. Auf sehr leichten, sandigen Böden mit geringem Humusgehalt sollte jedoch besonders auf eine gleichmäßige Saattiefe des Maises (mindestens 3–4 cm) geachtet werden, um einen direkten Kontakt des Keimlings mit dem Herbizidfilm im Vorauflauf zu vermeiden.

Was muss beim Nachbau von Kulturen nach dem Einsatz von Adengo beachtet werden?

Nach dem regulären Anbau von Mais mit einer Adengo-Behandlung können im folgenden Frühjahr fast alle üblichen Ackerkulturen ohne Einschränkung nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur nach einem Fehlschlag dürfen nach gründlicher Bodenbearbeitung (Pflügen) in der Regel nur Mais oder bestimmte Gräser nachgesät werden; beachten Sie hierzu stets die aktuellen Zulassungshinweise.

Wie finde ich im Agronomie-Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen spezifische Unkräuter?

Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Sie können nach der gewünschten Kultur (z. B. Mais) filtern und gezielt nach Schaderregern wie „Einjährige einkeimblättrige Unkräuter“ suchen, um eine vollständige Liste aller in Deutschland (BVL) registrierten Alternativen und deren Anwendungsbestimmungen anzuzeigen.