ANTEJO
ANTEJO ist ein hochwirksamer Wachstumsregler zur gezielten Verbesserung der Standfestigkeit und Halmfestigung in einer Vielzahl landwirtschaftlicher Kulturen wie Winterweizen, Wintergerste, Sommergerste, Winterroggen, Triticale, Hafer und Winterraps. Das von der Syngenta Agro GmbH entwickelte Pflanzenschutzmittel basiert auf dem bewährten Wirkstoff Trinexapac (250 g/l) und ist als flüssiges Konzentrat formuliert. Es unterstützt Landwirte effektiv dabei, das Risiko von Lagergetreide zu minimieren und somit Ertrag und Qualität der Ernte abzusichern.
Durch die gezielte Einkürzung der Internodien und die gleichzeitige Stärkung der Halmwand sorgt ANTEJO für eine optimierte Statik der Kultur. Dies ist besonders in intensiv geführten Beständen mit hoher Stickstoffdüngung oder bei lageranfälligen Sorten von entscheidender Bedeutung. Die flexible Anwendung im Frühjahr ermöglicht eine präzise Anpassung an die Bestandesentwicklung und die Witterungsverhältnisse.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in ANTEJO enthaltene Wirkstoff Trinexapac greift aktiv in den Hormonhaushalt der Kultur ein. Er blockiert die Biosynthese von Gibberellinsäure, einem Pflanzenhormon, das maßgeblich für das Streckungswachstum verantwortlich ist. Durch die Hemmung der späten Schritte dieser Synthesekette (speziell der 3-Beta-Hydroxylierung) wird das Längenwachstum der Zellen in den sich streckenden Internodien vorübergehend gehemmt. Als Folge dieser physiologischen Regulation wachsen die behandelten Kulturen kompakter. Die Internodien bleiben kürzer und die Halmwandung wird dicker, was die mechanische Belastbarkeit (Standfestigkeit) signifikant erhöht. Zudem wird das Wurzelwachstum positiv beeinflusst, was die Verankerung im Boden verbessert und die Nährstoff- und Wasseraufnahme optimiert.
Resistenzmanagement
Da es sich bei ANTEJO um einen Wachstumsregler und nicht um ein Fungizid oder Herbizid handelt, steht das klassische Resistenzmanagement im Sinne von Wirkstoffresistenzen bei Schaderregern hier nicht im Vordergrund. Dennoch erfordert der Einsatz eine vorausschauende Kulturführung. Um physiologische Stressreaktionen der Kulturen zu vermeiden, sollte die Aufwandmenge stets an das BBCH-Stadium, die Sortenanfälligkeit und die aktuelle Witterung angepasst werden. Ein gezielter Wechsel oder die Kombination mit anderen wachstumsregulierenden Wirkstoffen in der Spritzfolge hilft, die Halmstabilität über die gesamte Vegetationsperiode hinweg optimal zu steuern.
Mischbarkeit & Tankmischung
ANTEJO zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und Flüssigdüngern (wie AHL) aus. Bei Tankmischungen mit Triazol-Fungiziden ist jedoch zu beachten, dass diese die wachstumsregulatorische Wirkung von Trinexapac synergistisch verstärken können; in solchen Fällen sollte die Aufwandmenge von ANTEJO entsprechend angepasst werden. Die Anwendung sollte in einer ausreichenden Wassermenge von 150–300 l/ha erfolgen, um eine gleichmäßige Benetzung zu gewährleisten. Extreme Temperaturen über 25 °C oder Frostgefahr kurz nach der Behandlung sind zu meiden, da dies die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen kann.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit ANTEJO ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist als gewässergefährdend eingestuft, weshalb die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Einhaltung von Abdriftminderungsklassen unbedingt zu berücksichtigen sind. Für Bienen ist das Mittel bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Beständen vermieden werden, um jegliche Risiken für Bestäuber auszuschließen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Triticale | Halmfestigung | 39–49 | 0.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Halmfestigung | 31–39 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Halmfestigung | 31–37 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Halmfestigung | 31–39 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Halmfestigung | 31–49 | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Halmfestigung | 39–49 | 0.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Standfestigkeit | 51–55 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hafer | Halmfestigung | 31–37 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Halmfestigung | 31–49 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von ANTEJO zur Halmfestigung im Getreide?
Der optimale Anwendungszeitraum liegt in der Hauptwachstumsphase des Getreides zwischen den BBCH-Stadien 31 (Schossbeginn) und 39 (Fahnenblattstadium), in einigen Kulturen ist eine Behandlung bis BBCH 55 möglich. Eine frühe Anwendung in BBCH 31/32 kürzt gezielt die unteren, statisch wichtigsten Internodien ein, während spätere Anwendungen ab BBCH 37 vor allem das Knicken der oberen Halmabschnitte und das Ährenknicken verhindern.
Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung und Verträglichkeit von ANTEJO?
ANTEJO wirkt am besten bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen zwischen 10 °C und 20 °C und ausreichender Sonneneinstrahlung, da der Wirkstoff systemisch aufgenommen und transportiert wird. Bei starker Trockenheit, Frostgefahr oder extremen Tag-Nacht-Temperaturschwankungen sollte von einer Behandlung abgesehen werden, um die Kultur nicht unnötig unter Stress zu setzen.
Kann ANTEJO zusammen mit Fungiziden in einer Tankmischung ausgebracht werden?
Ja, eine Mischung mit Fungiziden ist in der Praxis sehr üblich und spart Überfahrten. Beachten Sie jedoch, dass insbesondere azolhaltige Fungizide die Wirkung von Trinexapac verstärken können. Bei solchen Kombinationen empfiehlt es sich, die Aufwandmenge von ANTEJO um etwa 10 bis 20 % zu reduzieren, um eine zu starke Einkürzung der Kultur zu vermeiden.
Welche Rolle spielt die Sortenwahl bei der Dosierung von ANTEJO?
Die Dosierung sollte stets an die Standfestigkeit der jeweiligen Sorte angepasst werden. Lageranfällige Sorten oder Bestände mit sehr hoher Stickstoffversorgung erfordern die Ausschöpfung der höheren registrierten Aufwandmengen. Bei von Natur aus standfesten Sorten oder unter trockenen Bedingungen reicht oft eine reduzierte Aufwandmenge aus, um die Halme ausreichend zu stabilisieren.
Gibt es beim Einsatz von ANTEJO Einschränkungen bezüglich der Nachbarkulturen oder Gewässerauflagen?
Ja, zum Schutz von Gewässerorganismen müssen spezifische Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen (z. B. 50 %, 75 % oder 90 % abdriftmindernde Düsen) eingehalten werden. Achten Sie darauf, die Abdrift auf angrenzende Nichtzielflächen und Gewässer durch eine fachgerechte Düseneinstellung und die Berücksichtigung der Windverhältnisse zu minimieren.