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OTHER · Nuvaros IP Ltd

ARAGON

BVL Zul.-Nr. 00B225-00

ARAGON ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von pilzlichen Schaderregern in Getreide und Raps. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol (250 g/l), formuliert als modernes Emulsionskonzentrat, bietet das Pflanzenschutzmittel einen zuverlässigen Schutz vor wirtschaftlich bedeutenden Krankheiten. Es zeichnet sich durch eine hervorragende Verteilung in der Kultur und eine langanhaltende Dauerwirkung aus.

Das Anwendungsspektrum umfasst wichtige Getreidearten wie Weich- und Hartweizen, Gerste, Roggen und Hafer sowie Winterraps. Im Getreide schützt ARAGON effektiv vor ertragsmindernden Blatt- und Ährenkrankheiten wie Septoria-Arten, Rostpilzen und Rhynchosporium. Im Raps steht die Bekämpfung von Sclerotinia-Stängelfäule sowie von Phoma-Arten (Wurzelhals- und Stängelfäule) im Vordergrund, wodurch die Standfestigkeit und das Ertragspotenzial der Kulturen nachhaltig gesichert werden.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in ARAGON enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase im Biosyntheseweg des Ergosterols. Ergosterol ist ein essenzieller Baustein für den Aufbau und die Funktion der pilzlichen Zellmembranen. Ohne diese intakte Membranstruktur wird das Wachstum der Pilzhyphen gestoppt, was letztlich zum Absterben des Schaderregers führt. Dank seiner systemischen Eigenschaften dringt der Wirkstoff nach der Applikation rasch in das Pflanzengewebe ein und wird akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in der Kultur verteilt. Dies gewährleistet sowohl eine präventive (vorbeugende) Wirkung, indem das Keimen der Sporen verhindert wird, als auch eine kurative (heilende) Wirkung, die bereits etablierte Infektionen in einem frühen Stadium stoppen kann.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung der Schaderreger gegenüber DMI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 3) aktiv vorzubeugen, sollte ARAGON stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wirkstoffwechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie SDHI oder Strobilurinen) im Verlauf der Spritzfolge. Zudem wird empfohlen, die registrierten Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um die Selektion weniger sensitiver Pilzstämme zu verhindern, und das Pflanzenschutzmittel bevorzugt präventiv bei einsetzendem Infektionsdruck zu applizieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

ARAGON weist eine sehr gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern auf. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, die Komponenten nacheinander im gut gefüllten Spritztank unter ständigem Rühren vollständig aufzulösen. Die Zugabe von Additiven oder Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, kann jedoch unter extremen Witterungsbedingungen zur Optimierung der Benetzung beitragen. Es wird empfohlen, vor großflächigen Anwendungen eine Mischprobe auf Verträglichkeit durchzuführen und die Spritzbrühe zeitnah auszubringen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit ARAGON ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da der Wirkstoff Prothioconazol als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Abdriftminderungsklassen strikt eingehalten werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei vorschriftsmäßiger Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, weshalb ein Einsatz auch während des Bienenflugs in blühenden Beständen möglich ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum61–690.7 LITER_PER_HECTARE56T
WeichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum37–710.8 LITER_PER_HECTARE
HartweizenGelbrost (Puccinia striiformis)37–710.8 LITER_PER_HECTARE
HartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum37–710.8 LITER_PER_HECTARE
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)37–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenRhynchosporium secalis37–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum), Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans), Stängelfäule (Leptosphaeria biglobosa)0.7 LITER_PER_HECTARE56T
WeichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)37–710.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici), Braunrost (Puccinia recondita), Septoria nodorum37–710.8 LITER_PER_HECTARE
GersteGelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)37–610.8 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von ARAGON zur Bekämpfung von Sclerotinia im Raps?

Die Behandlung gegen die Sklerotinia-Stängelfäule (Sclerotinia sclerotiorum) im Winterraps sollte idealerweise präventiv während der Hauptblüte (BBCH 63 bis 65) erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt fallen die ersten Blütenblätter ab und bleiben in den Blattachseln hängen, was dem Pilz als Nährboden dient. Eine Applikation in dieser Phase schützt die Kultur optimal vor dem Eindringen des Erregers.

Kann ARAGON auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr eingesetzt werden?

Ja, der Wirkstoff Prothioconazol ist bereits bei relativ kühlen Temperaturen ab ca. 5 bis 8 °C voll wirksam, sofern die Pflanzen aktiv assimilieren und ein Saftstrom stattfindet. Dies ermöglicht einen frühen Einsatz im Frühjahr zur Bekämpfung von frühen Infektionen wie der Septoria-Blattdürre oder der Cylindrosporium-Weißfleckigkeit im Raps.

Wie verhält sich ARAGON bezüglich der Regenfestigkeit nach der Applikation?

Dank der schnellen systemischen Aufnahme des Wirkstoffs in das Blattgewebe ist ARAGON bereits etwa ein bis zwei Stunden nach der Anwendung regenfest. Einsetzender Niederschlag nach dieser Spanne beeinträchtigt die biologische Wirksamkeit des Pflanzenschutzmittels nicht mehr signifikant.

Warum ist die Einhaltung der vollen Aufwandmenge bei ARAGON für das Resistenzmanagement so wichtig?

Die Reduzierung der empfohlenen Aufwandmenge (Unterdosierung) erhöht das Risiko, dass Schaderreger mit einer subletalen Dosis in Kontakt kommen. Dies begünstigt das Überleben und die Vermehrung von Pilzstämmen mit geringerer Sensitivität gegenüber DMI-Fungiziden. Um die langfristige Wirksamkeit der Wirkstoffgruppe zu sichern, sollte stets die volle, dem Infektionsdruck angepasste Aufwandmenge appliziert werden.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Terminierung der Getreidebehandlung mit ARAGON?

Die Terminierung richtet sich nach dem Hauptschadbild: Für den Schutz der oberen Blattetagen (Fahnenblatt) liegt das optimale BBCH-Stadium meist zwischen BBCH 37 und 49. Soll eine Ährenbehandlung (z. B. gegen Septoria nodorum oder Rostpilze) durchgeführt werden, verschiebt sich das Anwendungsfenster in die Phase des Ährenschiebens bis zum Beginn der Blüte (BBCH 51 bis 61), um die ertragsbildenden Organe direkt zu schützen.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen spezifische Schaderreger?

Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Sie können gezielt nach der gewünschten Kultur (z. B. Winterweizen) und dem spezifischen Schaderreger (z. B. Gelbrost) filtern, um eine vollständige Liste aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive deren Anwendungsbestimmungen anzuzeigen.